07 Apr
ICE3_Dernbachertunnel

Taktfahrplan

Aus beruflichen Gründen fahre ich viel Bahn. Meine Freude darüber hält sich in sofern in Grenzen, dass ich mir den Luxus gönne, mich gelegentlich mit Stress im Stau vom Stress beim Bahnfahren abzulenken. Beruflich verschlägt es mich häufig nach Würzburg – Würzburg erreicht man aus dem Ruhrgebiet per ICE an sich recht gut:

  • Entweder über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln-Frankfurt
  • Oder über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Kassel-Würzburg

Wobei Letztere zeitlich die kürzere – und somit auch günstigere – Variante darstellt. Der Hinweg ist auch sehr gut bezüglich der notwendigen Umstiege abgestimmt. Dazu reicht ein Umstieg in Kassel-Wilhelmshöhe. Runde zwanzig Minuten Puffer für den Umstieg sind in den meisten Fällen genug.

Der Rückweg gestaltet sich da schon schwieriger. Die Verbindungen zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und dem Ruhrgebiet sind eher beschaulicher Natur mit der Bimmelbahn und einem weiteren Umstieg in Warburg. Das veranlasst einen eher dazu, dann doch lieber dem ICE-Luxus zu frönen. Hierzu bietet sich die Verbindung von Berlin ins Rheinland über Hannover gut an.

Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben: der ICE von Würzburg nach Hamburg fährt laut Plan öfter auch mal um kurz nach halb zur vollen Stunde (xx:33 Uhr) in Würzburg ab und ist dabei gute 2 Stunden bis Hannover unterwegs. Ankunft in Hannover ist dann zu xx:32 Uhr. Gut getaktet trifft sich die Ost-West-Verbindung aus beiden Richtungen genau in Hannover.

Die Abfahrt des ICE aus Berlin ins Ruhrgebiet ist um xx:31 Uhr – die Abfahrt des ICE aus dem Ruhrgebiet nach Berlin ebenfalls um xx:31 Uhr. Der aufmerksame Beobachter hat also festgestellt: Der ICE von Süd nach Nord trifft exakt 1 Minute nach Abfahrt der Ost-West-Verbindung in Hannover ein. Vielleicht ist diese Koordination der ICE-Verbindung ein bißchen ungünstig vorgenommen, wenn man auf den nächsten Anschluss in den meisten Fällen ca. 59 Minuten in Hannover warten muss.

So schön erscheint mir der Bahnhof nicht, als das er diesen Aufenthalt unbedingt rechtfertigt.

Dabei dauert die gesamte Reisezeit trotz allem „nur“ 4:15 Stunden. In den meisten Fällen ist die Reisezeit auch kürzer als die Reisezeit über Düsseldorf rein mit dem ICE. Rechnet man nun von den 59 Minuten Aufenthalt schlicht gute 40 bis 45 Minuten ab, die einen ausreichenden Zeitpuffer für einen Umstieg in Hannover gewähren würde ließe sich die Fahrzeit gar auf schlappe 3 1/2 Stunden reduzieren.

Da ja eine An- oder Rückreise nunmal nicht die reine Fahrzeit mit der Bahn ausmacht, sondern dazu in den Städten zumeist nochmal 15-20 Minuten je Strecke vom Bahnhof zur Haustür und zum Hotel hinzukommen ist man insbesondere auf der Rückreise um jede Minute dankbar, die man eher zu Hause ist.

Natürlich ist das nicht so einfach … dabei geht es sicherlich um die Zugdichte und Anbindung des ICEs sowohl im Ruhrgebiet und im Rheinland als auch in Berlin. Und wir wissen ja aus leidlicher Erfahrung, dass die Bahn nie nicht so oft pünktlich ist. Leider ist das bei den Zügen aus Berlin erst der 3. oder 4. Halt, so dass der Zug kaum Verspätung einfahren konnte.

Nur mal vom Grundsatz: im Fahrplan ist es doch taktisch ausgesprochen ungeschickt die Abfahrzeiten einer wichtigen Ost-West-Verbindung so unglücklich mit der Nord-Süd-Verbindung abzustimmen, dass sich die Züge um 60 Sekunden verpassen.