Abblendlicht am Tag?
Geschwafel
Tags: MedienSeit gut zwei Wochen steht diese Diskussion scheinbar im öffentlichen Interesse. Vor allem das Nachrichtenportal Spiegel Online scheint diese Idee zu faszinieren. In bisher zwei mir bekannten Artikeln zu dieser Thematik schwingt eine in meinen Augen stark negativ behaftete Einstellung zu dieser Idee von Seiten der Autoren durch. Dies kann ich nicht ganz nachvollziehen:
Als starke Gegenargumente wird angeführt, daß zum einen Motorradfahrer, die dauerhaft auf Grund der besseren Beachtung durch Abblendlicht am Tage einer höheren Gefahr ausgesetzt werden, da deren Aufmerksamkeits-Symbol untergehe und zum anderen, daß Abblendlicht am Tage zu erhöhtem Spritverbrauch führe. Beides sind sicherlich keine wegzudiskutierenden Argumente, wobei ich aber dennoch letzteres als ein schwächeres Argument einstufe, wenn es um die allgemeine Verkehrssicherheit geht und auch relativiert werden kann, wenn Abblendlicht am Tage in Deutschland gesetzlich eingeführt wird, da es dafür nämlich auch Lösungen gibt.
Ich denke, daß es ein Gewinn für die Verkehrssicherheit sein kann und dies nicht nur im Herbst und Winter. Die Erfahrungen in skandinavischen Staaten haben mich zu dieser Einschätzung veranlaßt. Ich war über mehrere Jahre Urlauber in diesen Staaten und habe auch als aktiver Fahrer meine Erfahrungen mit dieser Regelung gemacht. Jedesmal, wenn ich aus Dänemark, einem Staat in dem ebenfalls diese Regelung gilt, nach Deutschland kam habe ich mich darüber geärgert, das vor allem auch im Sommer Autos schlecht zu erkennen sind. Es gibt viele Alleen, die als viel frequentierte Straßen ausgewiesen sind und dort in Sommerzeiten Licht- und Schattenwechsel es erschweren andere Autos zu erkennen. Auch ärgere ich mich darüber, das in der Dämmerung (ob Sommer oder Winter) oder bei Regen und dunkler Umgebung keine Pflicht besteht in Deutschland das Abblendlich einzuschalten. Ein Auto, welches mit Licht deutlich erkennbar ist verschwindet so oftmals bis zur vermeindlichen Unkenntlichkeit.
Die Argumentation für skandinavische Staaten wie Finnland, Schweden oder Norwegen zieht nämlich nicht mehr bei der Regelung in Dänemark oder entsprechenden Regelungen in Italien. Dort herrschen ähnliche Lichtverhältnisse wie in Deutschland und dennoch macht es Sinn, tagsüber Abblendlicht einzuschalten. Auch werden bei normalen Lichtverhältnissen Verkehrsteilnehmer besser erkannt, was ja auch das Beispiel der Motorradfahrer beweißt, die seit je her in Deutschland mit Licht fahren. Ich denke, wenn es eine so große Schwächung dieser Verkehrsteilnehmer wäre, dann müsste man sich auch in anderen Situationen, wie eben der Dämmerung schon Sorgen machen, daß sie nicht mehr akzeptabel wahr genommen werden können. Dies halte ich persönlich aber für einen Trugschluß. Ich denke, es kommt der Allgemeinheit zu Gute, wenn man aus dem allgemeinen Sicherheitsbewußtsein sich dafür entscheidet tagsüber Abblendlicht einzuschalten. Eine gesetzliche, europaweite Regelung halte ich dabei sogar für sinnvoll. Aber diese sollte nicht über’s Knie gebrochen werden und sukzessive eingeführt und den Verkehrsteilnehmern sinnvoll vermittelt werden. Ebenso wie sich dagegen die Autoindustrie nicht “wehren” sollte, da es für sie europaweit einheitliche Installationen wie in skandinavischen Ländern Gang und Gäbe ermöglichen würde. Deswegen:
Licht an!


