SierraXTC am 22.12.05 um 14:33 Uhr

2005 – SierraXTC heißt jetzt Babytux?

Geschwafel

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Das Jahr neigt sich dem Ende und es ist Zeit einen Rückblick auf Vergangenes zu werfen. Vieles ist passiert, manches hat einen bewegt und vieles ist völlig belanglos gewesen. Aber beantworten wir als erstes die Frage in der Überschrift, ist SierraXTC nun wirklich Babytux? :gruebel:

Nein, wo SierraXTC drauf steht ist nach wie vor SierraXTC auch drin. Aber da die kleinen, niedlichen Mini-Pinguine so süß sind lag es nahe eine noch nicht vergriffene Domain zu nehmen, als ich mich endlich dazu entschied in 2005 mir Webspace zu zulegen. So wurde vor allem der von einem mir leider unbekannten Künstler erschaffene Babytux in diesem Jahr zu meinem Markenzeichen. So ziehrt er das Logo meiner Webseite und dient in allen noch aktiven Online-Profilen von mir als Avatar mit hohem Wiedererkennungswert.
Babytux

Wo wir grade beim Thema Webspace wären: Kurz bevor www.babytux.de online gegangen ist habe ich das Bloggen begonnen. Rund 10 Monate, 104 Einträge und etwa 30.000 geblubberte Worte später ist dieses Blog immernoch im Selbstfindungsprozeß. Irgendwo zwischen langweiligem, oberflächlichen Online-Tagebuch und sich erklärender Bookmark-Sammlung versuch ich noch den eigentlichen Sinn für mich und die halbwegs interessierte Leserschaft zu finden. So bin ich aber nach einigen Anlaufschwierigkeiten immerhin in Schwung gekommen regelmäßig die “gewaltige, angestaute Menge nicht dazugegebenen Senfes” abzusondern und mich fast täglich zu Wort zu melden.

Ja, da ist es nun, das Webblog und wer das Archiv durchstöbert wird vielleicht über die wenigen Dinge stolpern, die mich dieses Jahr irgendwo tangiert haben. Sei es nun eine halbnackte Jessica Simpson, die Bundestagswahl, die beliebte Aktion “Du bist Deutschland” oder gar die Auferstehung des Penthouse. Alles fand seinen Platz und wird in diesen Zeilen sicherlich noch häufiger Erwähnung finden. Aber nicht nur so weltweit wichtige Ereignisse, wie die Trennung zwischen Nightwish und Tarja Turunen fanden ihren Platz. Auch elementare Erlebnisse wie Forum-Treffen, ein Sauf-Wochenende oder aber der historische und sehr bewegende Moment in dem ich bei Last.fm die “20.000 submitted Songs“-Marke gekackt geknackt habe.

Ja, zwischen den Auswirkungen des Tsunami und der Freilassung von Susanne Osthoff ist die Welt wieder einmal ordentlich durchgeschüttelt worden in den letzten 12 Monaten. So verstarb im April der heilige Jupp und kurze Zeit später titulierte eine uns bekannte BoulevardzeitungWir sind Papst“, denn ein gewisser “Joseph Alois Ratzinger“, geboren in Bayern, wurde zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt. Tragisch war die Himmelfahrt des heiligen Juppes vor allem für unser großes Idol Harald Juhnke, der ungünstigerweise einen Tag vor Karol das Zeitliche gesegnet hat. In dem ganzen Tohuwabohu um Papa Ratzi ging die Trauer um den vielleich einzigen, aber vor allem letzten deutschen Entertainer unter. Doch nicht nur Juhnke traf der Tod des Papstes scheinbar unvorhersehbar, auch andere mußten ihre Termine daraufhin verschieben. Glücklicherweise nahm aber der Hype um den deutschen Pope auch irgendwann mal ein Ende.

Jamba Sweety
Das bedeutet zugleich aber auch, daß die Musikindustrie sowie das Klingeltongewerbe sich gewiss sein konnte, daß sie mit großem Medieninteresse den größten Ramsch an den Mann bringen können. Ob Sweety, der Crazy Frog oder gar der “besoffene Elch”. Nach wie vor stellt sich mir die Frage, wer so bekloppt ist, sich diese gequirrlte Hühnerscheiße auch noch für Geld im Abo auf’s Handy zu holen? Als wäre die Klingelton-Werbung an sich nicht schon penetrant nervig genug.

Doch, daß die MI es jährlich schafft die Talsohle des Niveaus noch niedriger zu legen beweisen sie dieses Jahr mit Schnappi, dem Fruchtalaram-Blag und natürlich, nicht zu vergessen, den einzigartigen, unnachahmlich coolen Typen von: Tokio Hotel. Einer Hand voll möchtegernrotzfrecher Gören, die mit belanglosen Texten zu krasser Rockmusik den Kindergarten in Aufruhe bringen. Wer dachte nicht, daß es nach Daniel Küblböck nicht mehr hätte schlimmer kommen können? Bei einem so guten und reichhaltigen Angebot an Cover-Versionen, welche uns die MI Jahr für Jahr wieder präsentiert ist es auch mir unverständlich, wieso soviele diesen Schrott diese tolle Musik scheinbar lieber aus Tauschbörsen beziehen. Da muß man etwas gegen unternehmen, damit diese undankbaren Menschen den Markt nicht kaputt machen und so vor allem die Gewinne Verluste der Musikindustrie nicht weiter steigen. Ich frage mich, ob die irgendwann doch nochmal aufwachen und den Markt und die Lage erkennen. Traurig zu sehen, daß viele gestandene Künstler mit auf den Zug aufspringen. Aber selbst das ist noch nicht mal das Ende der Fahnenstange, nicht genug, daß die MI ihre Kunden kriminalisiert: Ehrwürdigen Käufern jublen sie noch netterweise ungefragt Root-Kits unter. Wer soll denn da noch das Vertrauen in die MI zurück gewinnen?

Aber Abseits all des Mainstreams und der großen Charts soll es bekanntlich noch genug gute Musik geben. Diese zu finden wird zwar zunehmend schwer, aber immerhin kann Last.fm mit den Recommandations dort eine kleine Hilfe sein. So kommen wir zu den diesjährigen Top10 Alben, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind:

  • After Forever – Remagine (Rez.)
  • Amplifier – Amplifier (Rez.)
  • Battlelore – The Third Age Of The Sun (Rez.)
  • Beseech – Sunless Days (Rez.)
  • Die Happy – Bitter To Better (Rez.)
  • Franz Ferdinand – You could have it so much better with FF (Rez.)
  • Kaiser Chiefs – Unemployed (Rez.)
  • Jem – Finally Woken (Rez.)
  • The Cardigans – Super Extra Gravity (Rez.)
  • Wir sind Helden – Von hier an Blind (Rez.)

Aber nun zu etwas völlig anderem: Nachdem wir nun schon den Boulevard und die Musik abgearbeitet haben können wir natürlich die Politik nicht außen vor lassen. Das die Landtagswahl in NRW gleich den ganzen Staat ins Chaos stürzt und wir trotz des peinlichen energischen Auftretens von Gerhard Schröder in der Berliner Runde am Wahlabend der vorgezogenen Bundestagswahl nun eine große Koalition unter der Führung einer evangelischen, ostdeuschen Frau aus der CDU ertragen erleben dürfen grenzt quasi an ein Wunder. Weiter bergab kann’s ja eigentlich nicht mehr gehen. A pros pos “bergab”. Damit wir Deutschen uns ja nicht so sehr selbst bemitleiden und diese pessimistische Stimmung ein für alle mal aufhört wurde die Kampagne “Du bist Deutschland” gestartet, die nach zwischenzeitlichen abstrusen Parallelen sang und klanglos eingestellt wurde. Sinn und Zweck zweifel ich nach wie vor an und an Hand der Kurzlebigkeit kann ich mir nicht vorstellen, daß diese Kampagne nachhaltig im Gedächtnis bleibt, geschweige denn ihr Ziel erreicht hat. Ich bleibe jedenfalls weiter skeptisch, insbesondere wenn die Politik tatkräftig nach der Pfeiffe der Lobbyisten tanzt und den gläsernen Bürger still und heimlich herbei zu führen versucht. Ob’s nun Softwarepatente innerhalb der EU sind, Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten sind, der biometrische Reisepaß und was es nicht alles noch gibt. Das man sich im Jobcenter beim Hartz IV-Antrag nicht bis auf die Unterhose ausziehen muß ist gerade zu verwunderlich. Ansonsten durchleuchtet man doch jede nur erdenkliche Information. Aber, alles nur um Ungerechtigkeit zu vermeiden und im “Kampf gegen den Terror” gerüstet zu sein. Denn, wer scheinbar etwas zu verstecken oder verbergen hat, der macht sich automatisch verdächtig :shrug:

Aber, was gab’s denn dieses Jahr noch so feines? Ach ja, da war noch eine unbeschreibliche Friends-Abschiedsparty, welche über mehr als ein viertel Jahr viele Unbeteiligte zu amüsieren wußte. Hach ja, das Internet ist schon eine Fundgrube für allerlei Lustiges. Nur muß man immer mehr aufpassen, daß man nicht in den großen Sog der Abmahnwelle gerät. Auf diesem Gebiet haben sich ja schon manche Rechtsanwälte einen Namen gemacht. Aber meistens überwiegen ja noch die positiven Aspekte, denn in meiner kleinen Welt, in der ich keine Lust habe mir den oftmals sinnlosen Quatsch im Fernseh anzuschauen oder mich von Radiosendern voll dudeln zu lassen würde ja die einzige verbliebene Informationsquelle dann auch noch wegfallen. Dank Newsseiten wie Heise, Spiegel und anderen bleibt man ja wenigstens auf dem Stand der Dinge und erfährt just in time welche Bagatelle wieder die Menschheit in Atem hält. Und dank Wikipedia kann ich auch stetig (zwar mit Vorsicht zu genießen) mein umfangreiches Wissen noch vergrößern ;)

An dieser Stelle setzt bei mir grade die große Leere ein in der ich nicht weiß, was ich noch an 2005 zu kommentieren hätte. Sicherlich gibt’s da noch ‘ne ganze Menge, aber Intimitäten werd ich in diesem Blog sicherlich nicht offen legen. Dann komm ich einfach mal zu meinen Wünschen für das kommende Jahr 2006: Natürlich, wie soll es anders sein, hoffe ich darauf, daß ich gesundheitlich gut über die Runde komme. Der Wunsch ist bei meinem ach so gesunden *hust* *röchel* Lebensstil obligatorisch. Ansonsten würd ich mich durchaus über ‘n Arbeitsplatz freuen und vielleicht zeichnet sich schon bald Licht am Ende des Tunnels ab. Damit ich meine Leidenschaft weiter immer und überall frönen darf, träum ich auch 2006 den Traum vom eigenen Laptop, der sich ja vielleicht erfüllen läßt, wenn man Arbeit findet. Tja, es wäre schön, wenn vieles so bleibt wie’s ist und sich die ein oder andere Kleinigkeit zum besseren wendet. An dieser Stelle wünsche ich nun meiner bescheidenen Leserschaft schon mal ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten. Möget Ihr reich beschenkt werden und Euch an den Köstlichkeiten laben In diesem Sinne:

Nicht Lustig

Gefunden auf Nicht-Lustig.de

Ob, und wann ich in den nächsten Tagen Zeit für das Blog finde kann ich noch nicht sagen, aber ich vermute ganz stark, daß ich spätestens Samstag den Heiligen Abend mit einem leckeren Bierchen vorm Rechner ausklingen lasse und dabei vielleicht noch den ein oder anderen Senf absondern kann ;)

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