Tags: Fußball, WM 2006Die Katze ist also aus dem Sack und unser Teamchef hat heute in der Pressekonferenz den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2006 bekannt gegeben. Denn, es will ja mit Bedacht ausgewählt sein, mit wem man vor heimischen Publikum den Pokal gewinnt. Nach der frühzeitigen Entscheidung in der Torhüter-Frage schon Anfang April gab es auf der Position keine neuerlichen Überraschungen. In der Abwehr setzt man weiter auf feste, stabile Größen wie Robert Huth oder Arne Friedrich. In das gesamte Defensiv-Konzept paßt ein nun nominierter Jens Nowotny meiner Ansicht gar nicht hinein. Warum er da nicht an Patrick Owomoyela festhält und so den seit Monaten bestehenden Deckungsverbund schon wieder aufsprengt will in meinen Kopf nicht ganz hinein. Mag sein, das Owomoyela nicht in entsprechender Form ist – dafür hat er aber immerhin schon ein paar mal mit Friedrich und Mertesacker zusammen gespielt, was durchaus von Vorteil ist. Nowotny und möglicherweise auch Metzelder könnten in der Viererkette Fremdkörper sein. Auch im Mittelfeld gab es einige Überraschungen, so bleibt Fabian Ernst zu Hause auf Schalke während Kehl und Odonkor vom Erzrivalen im Kader stehen. Für Kehl sicherlich eine Auszeichnung und auch Verständlich, da er über die Saison doch besser in Form war als Fabian Ernst. Odonkor als Alternative für die rechte Außenbahn auf der Deisler verletzungsbedingt fehlt ist mutig. Ohne internationale Erfahrung und ohne A-Länderspiel in den Kader zur WM berufen zu werden klingt für mich auf den ersten Blick wie Kamikaze. Aber, vielleicht kann solch ein sprintstarker Spieler als Joker ein paar Akzente im Spiel nach vorne setzen. Zu guter Letzt hat der Trainerstab den Sturm völlig durcheinander gewürfelt. Von Kuranyi keine Spur mehr, dafür werden aber IMHO Stolperfußballer wie Neuville und Asamoah mitgenommen und zusätzlich darf Mike Hanke ran (wenn er denn spielberechtigt ist). Wenn Klose und Podolski da nicht dauerhaft gesetzt sind und in jedem Spiel über die vollen 90 Minuten ran dürfen, dann würd ich gerne wissen, wer für Deutschland die Tore schießen soll? Weder Asamoah noch Hanke oder Neuville sind die geborenen Torschützen mit dem Killerinstinkt. Alle drei zusammen haben es in der Bundesliga auf genauso viele Tore geschafft wie der Zweite der Torschützenliste 2005/06 Berbatov alleine. Und bei den gesetzten Stürmern hängt Klose sogar unseren Prinz Poldi gnadenlos ab. Zum Confed-Cup 2005 hatten wir vor allem Probleme in der Abwehr, aber die Stürmer trafen und konnten so die Mängel überspielen. Mit dem Sturm werd ich für die WM aber nicht wirklich warm. Aber vielleicht überrascht uns ja diesmal die Abwehr und sorgt dafür, daß Lehmann ein ruhiges Tunier spielen darf
1 Jens Lehmann (Arsenal FC)
12 Oliver Kahn (FC Bayern München)
23 Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)
2 Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach)
3 Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin)
4 Robert Huth (FC Chelsea)
6 Jens Nowotny (Bayer 04 Leverkusen)
16 Philipp Lahm (FC Bayern München)
17 Per Mertesacker (Hannover 96)
21 Christoph Metzelder (Borussia Dortmund)
5 Sebastian Kehl (Borussia Dortmund)
7 Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München)
8 Torsten Frings (SV Werder Bremen)
13 Michael Ballack (FC Bayern München)
15 Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart)
18 Tim Borowski (SV Werder Bremen)
19 Bernd Schneider (Bayer 04 Leverkusen)
22 David Odonkor (Borussia Dortmund)
9 Mike Hanke (VfL Wolfsburg)
10 Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach)
11 Miroslav Klose (Werder Bremen)
14 Gerald Asamoah (FC Schalke 04)
20 Lukas Podolski (1. FC Köln)
Wo früher die große Block-Bildung in den DFB-Teams eine Rolle spielte (siehe z.B. 1990 der Bayern- und Kölner-Block), so scheint man von dem Prinzip ganz abgewichen zu sein. Gerade mal vier Bayern-Spieler stehen im Aufgebot und davon sind vielleicht mal zwei Stammspieler im DFB-Trikot und wenn ich mich nicht verzählt habe stellen sie damit im 23 köpfigen Team sogar noch die meisten Spieler aus einem Verein
Ob das gut gehen wird? Nun, wir werden uns schon morgen Abend gegen den starken FSV Luckenwalde ein erstes Bild darüber machen können. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt.


