Deutschland – Luxemburg
Fußball, Nationalelf
Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielEtwas später, aber die Nachbetrachtung des gestrigen Länderspiels zwischen Deutschland und Luxemburg kommt doch noch. Natürlich saß ich am Samstag pünktlich um 1700 Uhr vorm Fernseher und habe das Freundschaftsspiel verfolgt. Vorweg: Ich würde eine Aktion “Neue Kommentatoren” absolut unterstützten. Was Béla_Réthy gestern wieder während der neunzig Minuten vom Stapel gelassen hat war nicht besonders schön anzuhören.
Statistisches
Deutschland:
1 Lehmann (46. 12 Kahn) – 3 Friedrich, 4 Huth (46. 17 Mertesacker), 21 Metzelder, 2 Jansen (46. 15 Hitzlsperger) – 8 Frings (46. 5 Kehl) – 7 Schweinsteiger, 19 Schneider – 18 Borowski – 11 Klose (63. 14 Asamoah), 20 Podolski (71. 10 Neuville)
Luxemburg:
Oberweis – Reiter (26. Schnell), Heinz (71. Federspiel), Hoffmann, Mutsch – Leweck (55. de Sousa Moreira), Peters, Strasser, Remy – Leweck (74. Kitenge), Huss (26. Joachim)
Tore:
1:0 Klose (5.)
2:0 Frings (19., Foulelfmeter)
3:0 Podolski (36.)
4:0 Klose (59.)
5:0 Podolski (65., Foulelfmeter)
6:0 Neuville (90+1.)
7:0 Neuville (90+2.)
Gelbe Karten:
– Remy, Hoffmann, Oberweis
Zuschauer:
23.000 (ausverkauft)
Das Spiel
Trotz eher durchwachsenen Temperaturen und wechselhaftem Wetter konnte man gestern im Breisgau eher den Eindruck eines lauen Sommerkicks bekommen. Die deutsche Nationalmannschaft, die Mitten in den Vorbereitungen zur WM steht, wollte sich nicht weh tun. Das gelang – bis auf Ausnahme von Robert Huth – eigentlich sehr gut. Mit eher müden Beinen spielte man routiniert sein Spiel gegen einen Gegner herunter, der die deutsche Mannschaft zu keiner Zeit richtig fordern konnte. Durch die eher gemächliche Gangart war von dem erhofften Scheibenschießen der Deutschen über längere Zeit nichts zu sehen, trotz des frühen Führungstores aus der fünften Minute wo Podolski Klose mustergültig mit einem Querpaß im Strafraum bedient, der dann nur noch den Fuß zur verdienten Führung hinzuhalten brauchte. Lediglich einmal herrschte vor dem deutschen Tor etwas Gefahr, als in Minute 10 ein Luxemburger nach einem Ausrutscher von Huth frei zum Schuß kommen konnte aber das Tor um einige Zentimeter links verfehlte. Mit einem Foulelfmeter durch Frings und einem sehenswerten Schuß von Podolski schoß man sich ohne größere Mühe die 3:0-Halbzeitführung heraus.
Mit vier Wechsel zur Halbzeitpause nahm Jürgen Klinsmann ein wenig den Spielfluß heraus, was dafür sorgte, daß die Luxemburger kurz nach der Halbzeit sich ein wenig in Szene setzen konnten. Aber diesem kurze Aufbäumen wußten die Deutschen sich routiniert dagegen zu stellen. So gelang Klose noch sein zweites Tor in der 59. Minute zum 4:0, eher nochmals Podolski per Foulelfmeter zum 5:0 in Minute 65 erhöhte. Danach passierte eigentlich verhältnismäßig wenig, man schob sich gemütlich den Ball im Mittelfeld zu und versuchte in größeren Abständen mal einen Angriff auf das Luxemburger Tor zu fahren. Mit der Einwechslung von Neuville schafften die Deutschen dann noch nach einem kapitalen Rückpaß-Fehler den Neuville zum 6:0 (91. Minute) nutzte, sowie einem schnell vorgetragenen Angriff, den ebenfalls Neuville zum 7:0 (92. Minute) abschloß noch das standesgemäße Ergebnis gegen den Fußball-Zwerg.
Weisheiten
Was zieht man nun aus diesem Kick für Schlüsse? Schwer zu sagen, denn das schwächste Glied der Kette, die Abwehr, stand nicht einmal im Mittelpunkt und verlebte einen lauen Nachmittag, genauso wie die Torhüter Lehmann und Kahn. Keiner mußte ernsthaft einschreiten und so fielen die möglichen Abstimmungsprobleme auch nicht weiter auf. Ich denke spätestens gegen Japan wird dann das Konstrukt um – so nehme ich an – Friedrich (*seufz*), Mertesacker, Metzelder, Janssen genug zu tun bekommen um zu beweisen, daß alles in Butter ist und die Null steht. Im Mittelfeld wußte der spielfreudige Schweinsteiger zu überzeugen, während Frings und Schneider eher gemütlich über den Platz trabten. Borowski zeigte bei einem schönen Schuß Torjäger-Qualitäten, den diesmal der sonst überforderte Oberweis aber mit einer Glanzparade halten konnte. Ansonsten bewegte sich Borowski viel und zeigte sich engagiert. Dadurch, daß es “nur” Luxemburg war konnten die Stürmer sich mit jeweils zwei Toren in Szene setzen. Ansonsten möchte ich nicht wissen, wie das Spiel nach vorne ausschaut, wenn man Ballack und Klose jeweils einen Defensivspieler auf die Puschen stellt. Immerhin hat man mit Neuville einen “echten” Joker, der scheinbar seit Neuestem sogar weiß, wo das Tor steht und wie man es treffen kann. Asamoah war wie immer bemüht und holte einen Elfmeter raus, zeigte aber ansonsten das, was er immer zeigt: Einsatz, aber auch nicht wirklich mehr als das.
Haken wir am Besten das Spiel einfach ab. Man hat alles richtig gemacht, sich nicht weh getan und doch standesgemäß gewonnen. Erkenntnisse konnte man aus der Begegnung nicht wirklich ziehen. So schaut man gespannt auf das Spiel am Dienstag um 2030 Uhr gegen WM-Teilnehmer Japan.


