Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielMeine Fresse neee – also ehrlich! Nein, ich ärgere mich nicht über das Spiel an sich. Im Gegenteil – aber dazu später. Ich bin einfach nur maßlos genervt von den Kommentatoren der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Ich dachte schon Belá Réthy wäre nicht mehr zu unterbieten, da hab ich mich doch schwerlich getäuscht. Heute hat Steffen Simon in der ARD gezeigt, daß er definitiv keine Ahnung hat. Nach wie vor gilt aus meiner Sicht:
Ich würde eine Aktion “Neue Kommentatoren” absolut unterstützten.
Immerhin gefällt mir das deutsche Moderatoren/Experten-Dreamteam Delling/Netzer von Großereignis zu Großereignis besser. Ich liebe diese süffisanten Seitenhiebe und mittlerweile muß ich eingestehen, daß die Aussagen vom Fußball-Experten Netzer durchaus Hand und Fuß haben (können). Aber, ums nomma zu sagen: Kehr, ellich – so’n Kommentator kann man absolut nicht auf die Menschheit los lassen, findet btw auch Fooligan.
Statistisches
Deutschland:
1 Lehmann – 19 Schneider, 17 Mertesacker, 21 Metzelder (55. 6 Nowotny), 2 Jansen – 8 Frings, 18 Borowski (62. 22 Odonkor), 13 Ballack, 7 Schweinsteiger – 11 Klose, 20 Podolski (70. 10 Neuville)
Japan:
Kawaguchi – Tsuboi, Miyamoto, Nakazawa – Kaji (39. Komano), H. Nakata, Fukunishi, Santos – Nakamura – Yanagisawa (81. Tamada), Takahara (78. Oguro)
Tore:
0:1 Takahara (57.)
0:2 Takahara (65.)
1:2 Klose (75.)
2:2 Schweinsteiger (80.)
Gelbe Karten:
Borowski, Ballack, Schweinsteiger – Yanagisawa
Zuschauer:
22500 (ausverkauft)
Das Spiel
Im Vergleich zum Spiel gegen Luxemburg gab’s heute auf Grund des Gegners Japan natürlich mehr zu sehen. Die Deutschen haben das Spiel von Beginn an angenommen – im Gegensatz zum Italien-Spiel – und haben kontrolliert und aggresiv versucht nach vorne zu spielen. Das bei solch einer vorgezogenen Spielweise natürlich Platz für brandgefährliche Konter kommen kann wissen alle, nur Steffen Simon anscheinend nicht. Selbst der Bundestrainer weiß das und nimmt solche gefährlichen Situationen billigend in Kauf. So stand Deutschland mehrfach durch schnell vorgetragener Konter der Japaner (13. und 17. Minute) unter Druck und konnte sich bei einem gut aufgelegten Jens Lehmann bedanken, daß sie nicht in Rückstand geraten sind. Mit zunehmendem Verlauf der Halbzeit drückte Deutschland immer mehr auf ’s japanische Tor (21., 24. und 41. Minute) und kommt dabei zu glücklichen Chancen die glücklos versiebt werden. Ein bis dahin offenes Spiel, welches die deutsche Mannschaft bestimmt, aber nicht zwingend dominiert.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild wie zu Beginn des Spiels: Deutschland kontrolliert das Spiel und durch individuelle Fehler kommt Japan zu schnellen Kontern wovon Takahara einen Konter chancenlos für Lehmann in der 57. Minute erfolgreich abschließen kann. Schon acht Minuten später zappelt der Ball ein zweites Mal im Netz, nachdem man nach einem schnellen Gegenzug die Japaner um den eigenen Strafraum nicht konsequent attakiert. Takahara kommt ungehindert zum Schuß und auch hier ist Lehmann chancenlos und kann die Fehler der Vordermannschaft nicht ausbügeln. In der Folgezeit nimmt Japan ein wenig das Tempo aus ihren Gegenstößen heraus und Deutschland kann sich zum Teil durch gefällige Kombinationen wieder Chancen erspielen. Was indes besser bei den Deutschen funktioniert sind nun die Standard-Situationen. Japan macht zunehmend Fehler beim Kombinationsspiel der Deutschen und läßt mehr Standards zu, bei denen Klose in der 75. Minute einen Freistoß von Schweinsteiger aus gut fünf Metern einschieben kann. Fünf Minuten später ist es diesmal Schweinsteiger, der mit einem Kopfball einen Freistoß von Schneider unhaltbar verlängern kann. Danach sah sich Deutschland noch mal dem ein oder anderen gefährlichen Konter ausgesetzt ehe der griechische Unparteiische die Partie abpfiff.
Weisheiten
Das Spiel gegen Japan war eine erste Standort-Bestimmung gegen einen – zumindest von mir in der Form – erwartet starken Gegner. Das Japan nicht “irgendwer” ist, weiß man nicht erst seit der WM 2002 in Japan/Südkorea, daß bekamen u.a. auch die Brasilianer (2:2) und der schwache Europameister Griechenland (0:1) im Confed-Cup 2005 in Deutschland zu spüren. Das Spiel der Deutschen nun so entschieden schlecht zu reden wie der ARD-Kommentator kann ich einfach nicht nachvollziehen. Zu dem Zeitpunkt der aktuellen Vorbereitung und der generellen Grundausrichtung des Teams hat man gesehn, daß Deutschland in einem Spiel, welches sie kontrollieren müssen, dieses Spiel auch aggresiv angehen können und auch öfter durch Kombinationen zu Chancen kommen können. Einige Spieler waren heute nicht ganz auf der Höhe des Geschehens was zu entscheidenden Fehlern geführt hat bzw zu mangelhafter Chancenauswertung, dennoch stimmt mich das Spiel an sich nicht traurig. Das man nun dieses Spiel nicht wie vor Jahren/-zehnten einfach nur souverän nach Hause schaukeln konnte hat zwei Ursachen: Zum einen spielt man, das sollte man nicht unbedacht lassen, gegen einen WM-Teilnehmer und eine Nation, die sich irgendwo um die Position Deutschlands in der FIFA-Weltrangliste befindet. Wer Japan heutzutage spielerische Klasse abspricht, der tut dem Team gänzlich unrecht. Zum anderen muß man sehen, daß Klinsmann – ob zu recht oder unrecht – das Team versucht stark offensiv auszurichten. Das führt zu entsprechend brenzligen Situation, die gute Teams noch deutlicher auszunutzen wissen. Wenn die Konzentration der Spieler einfach mal über 90 Minuten anhält und man die individuellen Stellungs- und Abspielfehler noch weiter bis zur WM minimieren kann, dann wird die Häufigkeit solcher schnellen Gegenzüge weniger und die Abwehr wird weitaus weniger in Bedrängnis kommen.
Meiner Meinung nach hat Jens Lehmann heute bewießen, warum er zu recht die Nummer 1 in der Nationalmannschaft geworden ist. An den Gegentoren war er machtlos, konnte sich aber durch einige Paraden auszeichnen. Die Vierer-Abwehrreihe hat sich noch nicht gefunden, u.a. durch den derzeitigen Totalausfall Friedrichs und der Verletzung Lahms. Ob Schneider nun eine Alternative in der Abwehr ist, wage ich eher zu bezweifeln. Mir gefiele da eher die Idee Frings zurück zu ziehen und Kehl ins defensive Mittelfeld zu stellen. Borowski war bemüht, ähnlich wie Ballack aber entweder lags an den Positionen oder es paßt derzeit mit den Beiden noch nicht wirklich zusammen. Wie ich schon prognostizierte nach dem Luxemburg-Spiel ist es wichtig zu sehen, was mit der Mannschaft passiert, wenn elementare Spieler wie Ballack oder Klose ausgeschaltet werden. Japan hat sehr gut die Deutschen gedoppelt oder ist mit noch mehr Spielern auf den ballführenden Spieler gegangen. So konnte auch Schweinsteiger nur eher selten unbekümmert aufspielen. Warum man den einzigen Aktivposten im Sturm Podolski gegen den Stolperfußballer Neuville aufgegeben hat war mir dann aber doch eher schleierhaft. Nur weil der Gladbacher zweimal “zufällig” das Tor gegen Luxemburg getroffen hat konnte er – in meinen Augen – keine neuen Akzente setzten. In vielen Spielsituationen fehlte da einfach ein Podolski, der den Torriecher hat und weiß, wie er’s machen muß. In der Spielweise, wie sie angedacht war, paßte auch Odonkor nur schwer hinein. Auch er mühte sich redlich, aber auch er konnte das Spiel nicht auf die schwache rechte Seite verlagern. Deutschland kombininerte heute schnell, gut und gefährlich, wenn es über Links ging, also über Jansen, Schweinsteiger und Podolski.
Es fehlte – vielleicht verständlich – etwas der allerletzte Biß, die allerletzte bedingungslose Offensivleistung. Ansonsten hinterläßt das Spiel durchaus einen guten Eindruck bei mir. Die Fehler, die uns die Japaner aufgezeigt haben, sind spätestens seit dem Confed-Cup bekannt. Neu hingegen ist, daß Deutschland auch aussichtslose Rückstände drehen kann. Das läßt durchaus darauf hoffen, daß ein auf den Punkt konditionell starkes, konzentriertes und aggresives deutsches Team vielleicht im Eröffnungsspiel die “Ticos” überraschen kann.
Nichts desto trotz: Gebt uns neue Kommentatoren


Yank
Wow, das kann ich so ja mal absolut unterschreiben. Bravo
blog.fanfaktor.de - das fu
[...] “Heute hat Steffen Simon in der ARD gezeigt, daß er definitiv keine Ahnung hat. Nach wie vor gilt aus meiner Sicht:” Babytux über Stefffen Simon [...]
Der Blogbote
Lieber Steffen Simon,…
Reden ist Silber und Schweigen ist Gold. Erinnern Sie sich noch an diese Redewendung? Warum ich Sie daran erinnern m
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