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WM 2006Endlich! Anpfiff! Auch für den gemeinen Fan war die Anspannung zum Anpfiff hin spürbar. In der Blogosphäre wurden die Stunden, Minuten, gar Sekunden bis zum Anpfiff runter gezählt und mitgefiebert. Gegen vier schaltete ich schon die Glotze ein und mußte mir direkt das erste mal auf die Lippe beißen: Das ZDF überträgt von der Eröffnungsfeier und dem Eröffnungsspiel. *seufz*
Mit einem halben Auge und – glücklicherweise – mit halben Ohr verfolgte ich die gruselige Darbietung auf dem Rasen der Allianz-Arena des WM-Stadions München und den geistreichen Fragen von Johannes Baptist Kerner. Mit der Zeit kam dann die “Angst”. Nein, nicht die Angst vor Deutschlands Gruppengegner Costa Rica, die Angst vor dem Kommentator. Meine Befürchtungen wurden dabei erfüllt, Béla Réthy hatte die Ehre, das Eröffnungsspiel zu kommentieren.
Nach sechs Minuten wurde Deutschland zum neuen Weltmeister gejubelt, weitere sechs Minuten später würden wir mit dieser desolaten Leistung die Vorrunden-Gruppe nicht überstehen. Nachdem in der 80. Minute Béla Réthy anfing davon zu sprechen, daß Deutschland beim Stande von 3:2 für (wohlgemerkt für) das deutsche Team noch zehn Minuten überstehen müsse wurd mir richtig übel. Zu einem Zeitpunkt, wo die Spieler von Costa Rica den Ball nur von weitem gesehn haben und die Hälfte der Deutschen nur von Postkarten kannte mußten wir uns zum Sieg zittern
Während im Stadion ansatzweise Stimmung aufkam, die deutsche Mannschaft souverän ein Spiel nach Hause geschaukelt hat und vier Tore geschossen hat wurde das Team vom Kommentator bildlich zu Grabe getragen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber:
Ich würde eine Aktion “Neue Kommentatoren” absolut unterstützten.
Das schlimmste ist: Mittwoch ist wieder ein Festtag, wo wir die Polen vom Platz fegen *g* Wer wird bei dem Spiel unqualifiziert dazwischen quatschen? Richtig: Steffen Simon. Ich freu mich schon
Statistische
Deutschland:
1 Lehmann – 3 Friedrich, 17 Mertesacker, 21 Metzelder, 16 Lahm – 8 Frings, 19 Schneider (90. 22 Odonkor), 7 Schweinsteiger, 18 Borowski (72. 5 Kehl) – 11 Klose (10 Neuville), 20 Podolski
Costa Rica:
Porras – Umana, Sequeira, Marin – Martinez (66. Drummond), Fonseca, Solis (78. Bolanos), L. Gonzalez – Centeno – Gomez (90. Azofeifa), Wanchope
Tore:
1:0 Klose (6.)
1:1 Wanchope (12.)
2:1 Klose (17.)
3:1 Klose (61.)
3:2 Wanchope (73.)
4:2 Frings (87.)
Gelbe Karten:
- Fonseca
Zuschauer:
64950 (ausverkauft) – WM-Stadion München
Das Spiel
Das deutsche Team kontrollierte von Beginn an das Spiel und versuchte frühzeitig Druck auf’s gegnerische Tor auszuüben. Schon in der sechsten Minute gelang Phillipp Lahm von der halblinken Position das 1:0 durch einen fulminaten Schuß ins rechte obere Eck. Die frühe Führung gab dem Team die nötige Sicherheit. Durch einen Stellungsfehler von Friedrich gelang Costa Rica ein schneller Konter, den Stürmerstar Wanchope zum zwischenzeitlichen Ausgleich abschließen konnte. Danach war Deutschland sichtlich bemüht, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bringen und nach einer sehenswerten Kombination über Schneider und Schweinsteiger brauchte Klose nur noch den Fuß zum 2:1 Führungstreffer hinhalten. Bis zur Halbzeit plätscherte das Spiel eher belanglos vor sich hin. Deutschland zeigte sich nachhaltig bemüht die Führung weiter auszubauen, kam aber zu keine zwingenden Chancen mehr.
Auch die zweite Halbzeit begann eher schleppend ehe wiederum Klose nach einer Maßflanke von dem gut aufgelegten Lahm auf ‘s costa-ricanische Tor köpfen konnte. Wo der schwache Torhüter Costa-Ricas den Kopfball noch abwehren konnte war er beim Nachschuß von Klose machtlos und griff zum dritten mal hinter sich. Ein weiterer Stellungsfehler von Friedrich, der zum wiederholten Male die Abseitsfalle aufhob, führte nach einem weiteren schnellen Vorstoß durch Wanchope zum 3:2 Anschlußtreffer. In der Folgezeit drückte das deutsche Team auf einen weiteren Treffer um den Sieg sicher nach Hause fahren zu können. Während Costa Rica sich in die eigene Hälfte immer weiter zurück zog nahm Frings sich ein Herz und zog aus rund 30 Metern ab und es klingelte zum vierten Mal im Kasten der Ticos.
Weisheiten
In der Nachmittagshitze von München sah man gestern eine engagierte deutsche Mannschaft, die besser als von mir erwartet den Gegner im Griff hatte. Die erschreckend schwachen Ticos konnten aus zwei dummen Stellungsfehler, welche die Abseitsfalle jeweils aufhoben, überhaupt dank dem alten, aber pfeilschnellen Wanchope erst zu ihren schmeichelhaften Torerfolgen kommen. Diese Abstimmungsprobleme in der Defensive müssen bis zum Achtelfinale, wenn die ersten “richtigen” Gegner kommen definitiv abgestellt werden, sonst brennt es vorm deutschen Tor lichterloh. Auch wenn das zweite Tor der Ticos etwas stark nach Abseits roch, so ist eben nur dann Abseits, wenn der Schiri pfeifft. (und 2 ¤ ins Phrasenschwein
). Die Offensive funktionierte durchaus ansehnlich, wenn auch Podolski eher einen schwächeren Tag erwischt hat. Sollte diese Leistung in den Gruppenspielen gegen Polen und Ecuador wiederholt werden können, dann braucht man sich um den Gruppensieg in der Vorrunden-Gruppe A keine Sorgen machen. Polen muß sich – ich hab’s leider nicht sehen können – gestern erschreckend schwach präsentiert haben und knüpfte damit wohl nahtlos an die schwachen Vorbereitungsspiele an. Wie ich mir schon im Vorfeld gedacht habe könnte sich Ecuador als stärkster Gruppengegner positionieren. Um an dieser Stelle die diesmal kurze Nachbetrachtung vom gestrigen Gruppenspiel abzuschließen bleibt mir nur noch zu sagen:
Nichts desto trotz: Gebt uns neue Kommentatoren