Tags: Dorfleben, Hamm, Lippesee, Real Life, seufzNein, nicht so, wie sich das gerne manch einer vorgestellt hätte. In einem schönen, großen Lippesee, der ein Vorzeige-Objekt und Freizeit-Anziehungspunkt für die gesamte Region hätte sein sollen. Statt dessen geht Hamm lieber im übertragenen Sinn baden.
Nach Monaten der Planung, Unsummen, die für das Projekt im Vorfeld bereit gestellt wurden um Hamm für den Standort des Sees attraktiv zu machen, von Land die Zusage zu bekommen, für den See zu werben haben heute am gestrigen Sonntag die Bürger das Wort gehabt. So weit ich weiß kam der Bürgerentscheid “Pro oder Contra” nur deswegen zustande, weil die Gegner des Lippesees über eine Unterschriften-Aktion genug Stimmen zusammen bekamen, daß eine Bürgerbefragung durchgeführt werden mußte.
Was macht das Volk, wenn man ihm Macht gibt? Richtig, es weiß sie nicht einzusetzen. Natürlich, um es vorweg zu nehmen, wurde das Projekt Lippesee abgewatscht. Es kam keine Mehrheit zustande, die für den See gestimmt haben. Natürlich nicht, denn Bürger denken in erster Linie konservativ und sind nicht auf die Zukunft, sondern auf die Gegenwart bedacht. Das wußten schon die schlauen Herren, die sich das Wahlsystem der Bundesrepublik ausgedacht haben und so dem Bürger eigentlich nur die Macht gegeben haben Menschen in Amt und Würden zu wählen, die genau das machen sollen was dem geneigten Bürger nicht ersichtlich ist: Geschicke in größerem Stil leiten. Nur so kommen ja die oftmals hirnrissigen und manchmal auch sinnigen Visionen zu stande.
Der Lippesee war – wie ich finde – eine interessante Chance für die Stadt. Der Standort war ausgezeichnet und hätte sicherlich der Region eine Aufwertung gegeben. Wo sind hier in Hamm denn schön gelegene Biergärten? Wo könnte man Wassersport auf hohem Niveau bewundern, wenn schon die Spielvereinigung grad mal seit sieben Jahren erst wieder in die fünfte (!) Liga aufgestiegen ist. Dazu noch Badestrände, die einem die Möglichkeit geben auch mal bei Temperaturen wie diesen ins Wasser zu gehen und die verbliebenen Freibäder deutlich entlasten würden. Denn in den letzten Jahrzehnten wurde ja auch dieses Angebot von ehemals bestimmt sechs bis sieben Freibädern deutlich zurück geschraubt. Mehrwert im Freizeitbereich scheint jetzt nicht interessant zu sein. Schade eigentlich.
Nicht nur, daß markige Parolen über die Kostenfrage und den gegenüber gestellten offenen Positionen im Stadt-Haushalt viele überzeugt haben, nein, viele Bürger sehen einfach nur das hier und jetzt und denken gar nicht an die Zukunft. Was in zehn Jahren ist, in zwanzig oder dreißig. Was mit ihren Kindern oder Enkeln ist und was die Stadt ihnen bieten kann um hier zu leben, zu wohnen und vielleicht (in der Region) sogar auch arbeiten zu können. Das Oma Erna nicht mehr viel vom See haben wird, ist klar. Deswegen ist es auch wichtig, daß sie für nein stimmt
Drei Frösche, vier Störche und ein Zaunkönig – Gründe, warum man mehr als zwanzig Jahre auf einen Ausbau der Fährstraße warten mußte und sich überraschenderweise heute über die Entlastung der Münsterstraße freut – wurden auch diesmal wieder ins Feld geführt um renaturisierte Uferböschungen und möglichen Hochwasserschutz als Argumente die Kraft zu nehmen. Weil durch diesen See angeblich keine Stadtgelder in andere offene Positionen wie Kultur, Bildung, Vereine und so weiter fließen würde/könnte .. oder wie auch immer .. muß man die Bürger davon überzeugen, daß die Vision ein Hirngespinst ist. Das fast alle Gelder aus einem entsprechenden Topf kommen, die nur und ausschließlich für solche Projekte zur Vefügung gestellt werden, die Stadt jetzt aber keinen Cent bekommt und auch keinen Cent mehr oder weniger in Kultur, Bildung, Vereine und so weiter pumpen kann ist scheinbar ein offenen Geheimnis. Statt meine Kohle in Hamm in Zukunft rauszuwerfen darf ich vermutlich ein paar Kilometer flußabwärts fahren. Denn eins steht fest: Dieser See wird gebaut, wenn nicht in Hamm, dann eben wo anders.


zuhammkunft
Recht hast du!
Mir kommt immer noch das K…, wenn ich an diese Chance denke.
Gerade jetzt, wenn die Sommern
Bitte kommentieren Sie!
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>