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WM 2006Alle Feierlichkeiten sind nun vorbei und auch die Kopfschmerzen haben sich gelegt, so kann ich endlich dazu kommen, die obligatorische Nachbetrachtung zum letzten WM-Spiel der deutschen Mannschaft in Angriff zu nehmen. Im, sogenannten, kleinen Finale in Stuttgart hat Deutschlands B-Elf zum Abschluß der Weltmeisterschaft in Deutschland streckenweise geradezu ein Feuerwerk abgebrannt.
Statistisches
Deutschland:
12 Kahn – 16 Lahm, 6 Nowotny, 21 Metzelder, 2 Jansen – 19 Schneider, 8 Frings, 5 Kehl, 7 Schweinsteiger (79. 15 Hitzlsperger) – 11 Klose (65. 10 Neuville), 20 Podolski (71. 9 Hanke)
Portugal:
Ricardo – Paulo Ferreira, Ricardo Costa, Fernando Meira, Nuno Valente (69. Nuno Gomes) – Costinha (46. Petit), Maniche – Deco – Cristiano Ronaldo, Simao – Pauleta (77. Figo)
Tore:
1:0 Schweinsteiger (56.)
2:0 Petit (61. ET)
3:0 Schweinsteiger (78.)
Gelbe Karten:
Frings, Schweinsteiger – Ricardo Costa, Costinha, Paulo Ferreira
Zuschauer:
52000 (ausverkauft) – FIFA-WM-Stadion Stuttgart
Das Spiel
Nach einer guten Anfangsphase mit einigen Torschüssen zog sich das deutsche Team immer weiter zurück und lies so den gefällig kombinierenden Portugiesen Platz um in Ruhe ihre technische Stärke auszuspielen. Aber am deutschen Strafraum war ein ums andere mal Schluß. Engagiert und konzentriert zeigte sich der umgekrempelte Deckungsverbund und konnte sich dazu auf einen sehr gut aufgelegten “Kahn” in dessen letztem Länderspiel verlassen. Nach dieser offensiven Anfangsphase wurde das Spiel ein wenig zurückhaltender, aber Torchancen waren auf beiden Seiten zu sehen. Ein starker “Kehl” setzte sich vor allem in der ersten Halbzeit mit zwei guten Schüssen in Szene.
Nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild, viel Offensivdrang auf beiden Seiten, der zu einer optischen Überlegenheit der Portugiesen in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte führte. So konnte sich durch einige gute Gelegenheiten für Portugal “Kahn” weiter auszeichnen, ehe nach dieser Sturmphase der Portugiesen die Deutschen sich ein wenig lösen konnten und wieder verstärkt durch eigene Aktionen Gefahr vor das Tor von “Ricardo” verursachten. Dieser sah bei einem “Schweinsteiger” Schuß von der Strafraumgrenze nicht besonders gut aus, flatterte wie ein Fliegenfänger im portugiesischen Kasten hin und her und mußte letztlich den Ball aus dem Netz fischen. Der bis dahin eher unauffällige “Schweinsteiger” eröffnete damit den Torreigen und sehr gute zwanzig Minuten von ihm. Keine fünf Minuten später durfte “Schweinsteiger” von halblinker Position zu einem Freistoß antreten, den dieser scharf und flach vor den portugiesischen Kasten schoß. Da kein deutscher Stürmer weit und breit zur Stelle war besorgte das 2:0 “Petit” mit einem unglücklichen Eigentor. Ein Ebenbild des 1:0 war das 3:0 als wiederum “Schweinsteiger” von halblinks in die Mitte vor den Strafraum zog und von der wieder aus der zweiten Reihe abschloß. Bei diesem Schuß war “Ricardo” indes machtlos. Bei seinem letzten Länderspiel für Portugal gab der eingewechselte “Figo” die entscheidende Vorlage zum Anschlußtreffer von “Nuno Gomes“, der letztlich lediglich Ergebniskosmetik war.
Weisheiten
Obwohl ich bedenken hatte in Bezug auf die Aufstellung ging das Team engagiert in das Spiel. Beide Mannschaften spielten durchaus schön anzusehenden Offensivfußball und kamen zu tollen Chancen. Somit eigentlich das “wahre Finale” bei dieser Weltmeisterschaft. In diesem Spiel zeichnete sich eine große Abgeklärtheit der deutschen Mannschaft aus, die souverän in der Abwehr agierte, auch ohne die bis dahin überzeugende Stammformation. “Lahm” kann spielen wo er will, wichtig ist vor allem, daß er spielt. Auch “Jansen” machte in meinen Augen eine gute Figur. Ebenso wie ich es für richtig halte, daß man an “Kehl” fest hält. Er zeigte gegen Italien ein gutes Spiel und gehörte auch am Samstag Abend zu den besten Deutschen. Wenn man sieht, daß solche Leute bereit stehen hinter den gesetzten “Frings“, “Ballack” und “Schneider“, dann gibt das noch zusätzlich eine Menge Selbstbewußtsein in die eigene Stärke. Wenngleich auch diesmal die Offensive eher blaß blieb. Generell zeigte sich bei dieser WM, daß man mit der Stammformation durchaus wieder zu den besten Teams weltweit gehört. Dabei steckt die Mannschaft noch in den Kinderschuhen und hat noch Großes vor sich. Nur wenige Spieler werden sich auf’s Altenteil zurück ziehen und dazu kommen noch eine gute Hand voll motivierter U21 Spieler nach.
Die Hauptaufgabe für den neuen – oder alten – Bundestrainer wird weiterhin sein, den Nachwuchs in dieses geschlossene Gefüge, was sich bei der WM gefunden hat, zu integrieren um somit die EM-Qualifikation erfolgreich zu absolvieren und für 2008 ein “schlagfertiges” Team stellen zu können, daß nach 12 Jahren wieder mal den EM-Pokal nach Deutschland holen kann. Damit geht ein großartiges Ereignis zu Ende, das leider einen nicht wirklich verdienten Weltmeister sieht. Aber dies heb ich mir für eine sehr umfangreiche Zusammenfassung der Geschehnisse der letzten Wochen auf.