
Tags:
Vista,
WindowsEigentlich sitz ich – zumindest gelegentlich – schon länger vor einem Desktop-PC mit installiertem Microsoft Windows® Vista®. Aus Gründen, die diesmal nicht die Software aus dem Hause aus Redmond betreffen, konnte ich heute eine Home Premium-Installation auf dem Ausstellungs-PC, der mein temporäres Arbeitsgerät zur Zeit darstellt, durchführen.
Erschreckend: Selbst in der “benutzerdefinierten Installation” wurden kaum nennenswerte Informationen abgefragt, wie z.B. Netzwerkkonfiguration. Stattdessen konnte man schon das Hintergrundbild während der Installation auswählen.

click thumbnail to enlarge
Aus diversen Gründen ist dieser PC auch nicht besonders performant (Sempron 3200+, 512MB RAM, OnBoard GPU)* und dennoch läuft als Blickfang natürlich die Aero-Oberfläche. Grundsätzlich ist es schon richtig, das Vista® mit dieser Hardware auch läuft – aber Spaß macht das nicht. Unter 1GB RAM (zZgl RAM der Graphikkarte) braucht man nicht erwarten, daß ein Eycandy-Vista® schnelles Arbeiten ermöglicht.

click thumbnail to enlarge
Etwas irritierend empfinde ich die Systemeinstellungen. Bis XP kam man z.B. relativ simpel über das Trayicon der Netzwerk-Verbindung zur Konfiguration der Einstellungen für das Netzwerk-Device. Bei Vista® scheinbar nur über diverse Umwege. Weder die neue Systemsteuerung, geschweige denn die imitierte klassische Ansicht strotzen vor Übersichtlichkeit – ich find kaum was wieder. Das kann schon ein wenig nerven.
Was ich jetzt – entgegen dem Bericht in der aktuellen c’t – als nicht besonders “verwirrend” empfinde, ist die Tatsache, daß die Verzeichnisstruktur komplett englisch ist (also Pictures\, Program Files\, etc) und die graphische Oberfläche die Pfade dann eindeutscht. Meines Wissens nach macht das OSX auch nicht anders. Es sollte natürlich nur konsequent dann auch durchgezogen werden und nicht mit Mängel bei der Übersetzung strotzen (siehe c’t 09/07).
Extrem nervtötend ist natürlich die doppelt und dreifache Abfrage ob man denn wirklich auch dieses eine Installationsprogramm ausführen will. Inklusive dem Abdunkeln (und Sperren) der Arbeitsoberfläche wird das vor allem nach einer frischen Basis-Installation unglaublich nervtötend. Auch mit einigen Treibern, z.B. für’nen Epson-Drucker, hatte ich schon “Spaß“. So flackert die Aero-Oberfläche wie wild und schaltet in eine Grundansicht um, wenn die Software keine Aero-kompatible Oberfläche mitbringt.
Hübsch ist die Oberfläche ja, keine Frage – aber die Usability hat sich nun auch nicht extrem verbessert. Je öfter ich wieder vor einer Windows®-Version sitze, desto mehr vermisse ich die typischen Features von Linux mit einem X-Server und KDE. Virtuelle Desktops, dieses “markieren als kopieren” (gibt’s dafür nicht ‘n total tolles englisches Buzzword?) und noch vieles mehr sitzt einfach schon so in dem alltäglichen Umgang drin, daß sich das Fehlen sehr bemerkbar macht. Jedenfalls ist es ja ganz “nett” was sich das Software-Unternehmen aus Redmond überlegt hat, aber ich brauch’s* nicht wirklich.
* Was heißt “brauchen” – immerhin ist das System, wo Vista® vor sich hin schneckt, immernoch deutlich aktueller und schneller als meine eigene Hardware. Somit wäre Vista® für mich eh sinnlos.