Tags: Bahn, Beruf, Hamm, NahverkehrAlle Jahre wieder .. meint man in irgendwelchen Büros der Stadtwerke Hamm dem Bürger was Gutes tun zu wollen. Mitte des Jahres wechseln nicht nur die Tarife – nein, die Verkehrsbetriebe lassen sich auch gerne spannende Neuerungen am Fahrplan einfallen. Letztes Jahr wurde der Hammer Osten gnädigerweise vor guten Taten verschont – vor zwei Jahren hab ich mich über die grandiosen Neuerungen schon mal künstlich echauffiert.
Im Nachhinein betrachtet hielten sich die damaligen Veränderungen noch in Grenzen und waren in der Praxis nicht so grausam, wie es anfangs erschien. Diesmal hat man sich bei den Verkehrsbetrieben für den Hammer Osten wieder ein paar nette Schmankerl überlegt, die sich definitiv nicht besonders nachteilig für mich auswirken. Aber dennoch gibt’s da so den ein oder anderen Punkt, den ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Im Kreis um das Haus in dem ich wohne fuhr diese Linie im Stundentakt Haltestellen auf ihrem Weg in die Stadt an. (..) Durch die Streichung der Linie 20 erfuhr die Linie 6 eine umfangreiche Änderung der Streckenführung: Sie fährt, abgesehn von dem Kreis um unser Haus, jetzt fast die gleichen Haltestellen an, wie ehemals die Linie 20.
Ein Schelm, wer Böses denkt, daß diese – vor zwei Jahren aufgegeben Haltestellen – nun wieder reaktiviert werden. Bushäuschen abreißen und neue wenig später wieder aufbauen rechtfertig zumindest auch die jährliche Preiserhöhung von 5ct für eine normale Einzelfahrt.
Richtig unsinnig empfinde ich jedoch die neue Abfahrts-Zeit der Linie 28 ab dem Hauptbahnhof. Die Linie 28 ist bisher die zweite Linie gewesen, welche neben der Linie 6 immerhin für eine halbstündige Anbindung meines hübschen Kuhdorfs Vororts gesorgt hat. Kurz zusammengefaßt fahren die zwei Linien nun im Abstand von 15 Minuten vom Bahnhof und dann besteht geschlagene weitere 45 Minuten keine Möglichkeiten in die Randgebiete zu kommen.
Als Hohn empfinde ich aber die ergänzenden Einträge im Busfahrplan zur Linie 28: Dort wird angegeben, daß mit den Abfahrzeiten der Züge aus Dortmund und Münster die Abfahrzeit des Bus abgestimmt sei. Richtig ist: Um zwanzig vor fährt ein Zug von Dortmund nach Hamm – aber auch nur alle zwei Stunden. Falsch hingegen ist, daß ein Zug um viertel vor fahren würde. Zumindest bis Dezember jedenfalls nicht, dann steht bei der Bahn der “große Fahrplan-Wechsel” an. Derzeit fährt stündlich, und das schon seit Jahr und Tag, um fünf vor ein RegionalExpress ab Dortmund. Dieser ist um viertel nach in Hamm (wenn er denn pünktlich ist).
Die Chance, die nun um viertel nach ab Hauptbahnhof fahrende Linie 28 zu erwischen liegt praktisch, wie ich heute feststellen konnte, bei null. Also steht man entweder 45 Minuten am Bahnhof, respektive vertreibt sich in der Stadt die Zeit, oder fährt mit einer anderen Linie ein bißchen durch Hamm und hat noch 20 Minuten Fußweg vor sich. Letzteres wiederum hab ich ebenfalls heute ausprobiert und es bringt weder Zeitvorteile gegenüber dem Warten am Bahnhof, noch würde es sich als spannend bei schlechtem Wetter erweisen.
Also füge ich mich meinem Schicksal und passe meine Arbeitszeiten eher dem Fahrplan an: Ich steh eine halbe Stunde eher auf (halb sechs *gähn*
), bin 45 Minuten eher auf der Arbeit um aber im Optimalfall 1 Stunde eher zu Hause zu sein, als wenn ich zu den bisher gewohnten Zeiten arbeiten würde. Bleibt abzuwarten, ob die Rechnung auch wirklich aufgeht, morgen ist Premiere.
Hoffentlich wird’s nur keine Milchmädchen-Rechnung, immerhin möchte die total sympathische GDL ja den Bahn-Verkehr mit ihren Streiks lahmlegen. Irgendwo hatt’ ich aber was davon gelesen, daß der Streik in NRW von Seiten der Gerichte verboten sei. Wär zu schön um wahr zu sein, ansonsten werden das spannende Wochen ab Donnerstag. Immerhin bekommt man jetzt reichlich Action für den happigen Tarif des Monatstickets.


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