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LänderspielMan stelle sich vor, es ist Länderspiel und ich bekomms fast nicht mit. Irgendwie ist die neue Saison 2007/08 noch nicht bei mir angekommen. Das 0:1 zu Hause gegen Aachen tat da Montag wohl auch sein Übriges. Nun ja, und die Länderspiel-Euphorie hat sich auch etwas gelegt. Zur Zeit – schande über mein Haupt – sitze ich nicht im Fan-Outfit den Schal schwenkend im Fernseh-Sessel und fieber dem Team mit. Das hat aber auch ein paar “richtige” Gründe, die ich in den Weisheiten diesmal erläuter.
Statistisches
England:
Robinson (46. James) – Richards, R. Ferdinand (46. W. Brown), Terry, Shorey – Beckham, Carrick (55. Barry), Lampard, J. Cole (70. Wright-Phillips) – Owen (57. Dyer), A. Smith (57. Crouch)
Deutschland:
1 Lehmann (3) – 3 A. Friedrich (4), 17 Mertesacker (2), 21 Metzelder (3), 6 Pander (2,5) – 16 Lahm (1,5) – 22 Odonkor (5) (54. 34 Hilbert (3)), 28 Trochowski (3) (72. 38 Rolfes), 19 B. Schneider (2) (90. 35 Castro (-)), 15 Hitzlsperger (2,5) – 31 Kuranyi (3,5)
Tore:
1:0 Lampard (9.)
1:1 Kuranyi (26.)
1:2 Pander (40.)
Gelbe Karten:
J. Cole -
Zuschauer:
86133 Wembley
Das Spiel
Die erste Viertelstunde habe ich einfach nicht wahr genommen: Der Fernseher war aus. Wahr genommen, wenn man der Interpretation von Herrn Netzer glauben mag, hat auch die deutsche Not-Elf die Anfangsphase nicht. Zumindest der Führungstreffer war sehenswert, wenngleich Lehmann nicht zwingend gut bei dem Tor aussah. Zeitgleich mit den Deutschen fand auch ich ins Spiel. Das deutsche Team wurde drückender, spielte sicherer und kam dadurch zu guten Chancen, von denen Kuranyi ein Geschenk des englischen Torhüters dankend zum Ausgleich annahm. Kleine persönliche Note dazu: Ich hab schon ewig nicht mehr eine so selten dämliche Abwehr eines Torwarts gesehn.
Danach wurde das Spiel auch etwas ruhiger, ehe sich kurz vor der Halbzeit ein durchaus überzeugender Pander ein Herz nahm und den Ball aus rund 20 Metern wuchtig zum 1:2 in die Maschen drosch.
In der zweiten Halbzeit kontrollierten die deutschen den Ball und ließen die Engländer kommen. Jedoch kamen diese zu kaum nenneswerten Aktionen und wenn verhinderte Lehmann mit grandiosen Paraden ein Erfolgserlebnis. Die etwas unbeholfene Situation vom 1:0 konnte Lehmann in jedem Fall wett machen. Man behauptet weitläufig, daß viele Wechsel den Spielrythmus in einer Mannschaft unterbrechen, gestern Abend schienen die Wechsel der englischen Mannschaft jedoch eher gut zu tun. Zumindest wurde es lebendiger auf dem Platz.
Weisheiten
So nett unser “Fußball”-Nachwuchs ja auch ist: Mit Pander, Kießling, Castro, Rolfes, Helmes, Trochowski, Tasci, Hilbert, Schlaudraff, Madlung und Co. stehen zwar vielversprechende Talente in Lauerstellung, aber die erste Mannschaft, welche bei der WM 2006 auflief (mit Podolski, Schweinsteiger, Lahm, Mertesacker, Jansen und Co.) hat ihren Zenit noch lange nicht erreicht, die meisten Akteure sind nur seit Ewigkeiten verletzt oder im Dauerstreß. Ich weiß nicht, ob sowas für die Medienveranstaltung Fußball noch sinnvoll ist, wenn ChampionsLeague- oder Länder-Spiele ohne die interessanten Spieler auskommen müssen, weil die extreme Belastung die Spieler scheinbar körperlich überfordert.
So taktisch gut die Mannschaft z.T. in Wembley sich präsentierte, so wenig verstand ich, wer da überhaupt auf dem Platz stand und was für ein “System” da gespielt werden sollte. Gut, der Erfolg gibt letztlich recht – gerade in einem Prestige-Derby wo man sich nun an die Brust heften darf, das “große England” mit einer B- oder C-Mannschaft kontrolliert zu haben.
Irgendwo ist in der Entwicklung des deutschen Fußballs wohl ein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden und nach und nach ernten die Verantwortlichen auch die Früchte Ihrer Arbeit, aber man sollte sich vielleicht nicht zu sehr von einem 2:1 auf der Insel blenden lassen. Siege über Wales, Irland oder die Tschechei zählen zur Zeit jedoch deutlich mehr. Aber ich denke, man kann zuversichtlich in die Zukunft blicken, wenn man irgendwann wieder auf das Stammpersonal zurück greifen kann und Ausfälle mit durchaus gutem Material kompensieren kann. Trotzdem nochmalig die Warnung: Ein guter Frühling macht aus einem Pander noch lange keinen Ballack