Tags: Bahn, NahverkehrIch hab mich schon lang nicht mehr über mein Lieblings-Verkehrsmittel ausgekotzt. Das könnte daran liegen, daß ich diesen Monat gnädige Abwechslung in Form von Autofahrten und Park&Ride-Möglichkeiten hatte. Aber – der Monat ist ja noch nicht vorbei und die Bahn muß sich ja zu den obligatorischen fünf bis zehn Minuten Verspätung mindestens einen Bock pro Monat im Nahverkehr leisten.
Überfüllte Züge, Verspätungen, verpaßte Anschlüsse, teurer Fahrkarten – das alles ist man ja als treuer Bahnkunde gewöhnt. An Streiks und veraltete Schienen-Netze, die neuerdings aufwendig geflickt werden – natürlich auf Kosten der Fahrgeschwindigkeit – wird sich der Kunde in Zukunft auch irgendwann gewöhnen. Als nette Abwechslung bietet man Bahnfahrern auf den RegionalExpress-Linien ins Ruhrgebiet dann neuerdings auch gerne mal Zeitreisen in längst vergangene Epochen als Mehrwert bringende Aktion auf seiner Reise.
So geschehen heute morgen: Für mich eh schon etwas überraschend, daß der RE6 seit August ohne Ausnahme in dem Zeitfenster von maximal 10 Minuten Verspätung blieb, die ich auf dem Weg zur Arbeit/Berufsschule hab, ehe ich Anschlüsse verpasse oder vom Lehrer einen auf’n Deckel bekomme. Nun ja, Triebwagenschaden war wohl der Grund für die Verspätung heute morgen, sowas passiert übrigens auch nicht gerade selten. Jedenfalls stürmten alle Pendler von Gleis 10 zu Gleis 12 in die schnuckelige, uralte RegionalBahn. So’n Teil, womit vermutlich Kaiser Wilhelm I. noch gefahren sein muß. In den Zug, der normalerweise nur die wenigen Pendler der Kuhdörfer – man verzeihe mir – aufsammelt, stiegen nun also alle Pendler die sich sonst auf 2 Züge verteilen.
Da der Zug in Hamm startet war ich mit einem Sitzplatz gesegnet – aber auch mit einer finnischen Sauna. Zu den mehreren hundert Mitreisenden gesellte sich die Hitze eines Klima-Anlage Backofens, der auf voller Pulle ballerte. Da muß wohl jemandem kalt gewesen sein. Vielleicht erinnert sich noch jemand an diese alten Wagons, wo man selbst die Temperatur regulieren kann. Solche Tropen-Tours zum Start in den Arbeitstag sind ein wahres Vergnügen.
Die zwei Fahrten mit ‘m Auto zur Arbeit haben mich wohl schon wieder zu sehr verwöhnt … aber das is auch bequem und entspannend. Vor allem, wenn man so schön früh anfangen und damit auch früh wieder gehen kann.
‘n Laptop hab ich ja nun – wird mal wieder Zeit andere, aufgeschobene Träume zu realisieren *g*


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