Tags: Deutschland, EM 2008, Fußball, LänderspielSatz mit X….
Japp, datt war mal nüschte – da war die Luft an der Spitze für einige wohl zu dünn. Nur gut, daß diesmal die ARD das Spiel übertragen durfte, 90 Minuten das rumgeheule wie schlecht doch alles ist, hätte ich vermutlich nicht ertragen.
Statistisches
Deutschland:
1 Lehmann (1) – 3 A. Friedrich (3,5), 17 Mertesacker (3,5), 21 Metzelder (3,5), 16 Lahm (2,5) (46. 2 Jansen (2))- 8 Frings (3), 15 Hitzlsperger (3,5) (58. 22 Kuranyi (5)) – 7 Schweinsteiger (3), 13 Ballack (4), 20 Podolski (3,5) – 11 Klose (3) (79. 11 Gomez (-))
Spanien:
Casillas – Sergio Ramos, Puyol, Marchena, Capdevila – Marcos Senna – Silva (66. Santi Cazorla), Xavi, Iniesta – Fabregas (63. Xabi Alonso) – Fernando Torres (78. Guiza)
Tore:
0:1 Fernando Torres (33.)
Gelbe Karten:
Ballack, Kuranyi – Cassilla, Fernando Torres
Zuschauer:
51428 (Ernst-Happel-Stadion)
Das Spiel
Von Beginn an zeigten sich beide Mannschaften konzentriert. Deutschland stand in der Defensive sehr gut, so daß den Spaniern kaum Anspielstationen blieb. In der Offensive kamen dann auch vereinzelte Szenen zu stande, die jedoch spätestens Spaniens Keeper Cassillas vereitelte. Mit zunehmender Spielzeit ließ sich das deutsche Team – wie so oft bei diesem Tunier – das Heft aus der Hand nehmen und wurde zunehmend hinten reingedrängt. Während als erstes Metzelder den blendend aufgelegten Lehmann prüfte, folgten ein ums andere mal Chancen der Spanier, die Fernando Torres in der 33. Minute letztlich auszunutzen wußte. In dieser Phase gelang der deutschen Mannschaft nichts und es ist Lehmann zu verdanken gewesen, das die Mannschaft noch im Spiel war.
Nach dem Pausentee zeigte sich ein unverändertes Bild, wiederum dominierten die Spanier nach belieben und zeigten den Deutschen ihre Defezite auf. Erst nach 60 Minuten besann sich das Team um Ballack wieder Fußball zu spielen und hatte eine kurze Sturm- und Drangphase, wo man auch Schwächen bei den Spaniern erkennen konnte. Letzlich blieb aber auch dieses Aufbäumen ergebnislos und so spielten die Spanier die Führung souverän nach Hause.
Weisheiten
Nun, das Positive ist die Finalteilnahme – das können nicht so viele andere Teams bei dieser EM von sich behaupten. Aber wirklich zu überzeugen wußte das Team auch nicht so recht. Nur zwei gute Leistungen gegen Polen und Portugal reichen nicht aus um den Titel zu gewinnen. Spanien war von Beginn an heiß und wollte den Titel, das Gefühl konnte mir unsere Mannschaft nicht vermitteln.
Irgendwie war das Team weit von dem Offensivfußball von 2006 entfernt – was aber, so würde ich bilanzieren, durchaus daran liegen mag, daß die Mannschaft nicht wirklich optimal in das Tunier gehen konnte. Diverse Verletzungen, wenig Spielpraxis und zum Teil auch mangelnde Fitness haben sich dann doch im Tunierverlauf wieder gespiegelt – aber mental war man (meistens) zumindest auf der Höhe. Es macht sich immer bemerkbar, wenn man mit Spieler in ein Spiel geht, die nicht zu 100% fit sind – so wie Ballack und wohl auch noch Frings. Da es aber zentrale Säulen des deutschen Spiel waren und die Reserve nicht über die Klasse dieser Spieler verfügt mußten sie auf die Zähne beißen und spielen.
Aber alles in allem wird das keine Entschuldigung sein. Fast alle Spieler, bis auf wenige Ausnahmen blieben in vielen Spielen ihr wahres Leistungsvermögen schuldig. Durch die Bank weg klappte vorne wenig (Klose) bis gar nichts (Gomez und Kuranyi), im Mittelfeld war von Aussetzern (Schweinsteiger) bis schlechter Defensivarbeit (Podolski) alles zu finden und was sich die Innenverteidiger in machen Situationen gedacht haben mögen, wird immer ein Rätsel bleiben.
Zwei Dinge sollte Jogi Löw aus diesem Tunier mitnehmen: Podolski im linken Mittelfeld ist eine Option – kein Dauerzustand und 4-5-1 ist ebenfalls eine Option – kein Dauerzustand. Man muß sich schon etwas auf die Gegner einstellen und nicht ein System, was gegen Portugal funktionierte gegen taktisch anders eingestellte Türken ebenfalls spielen. Ich baue einfach darauf, das sich das Team in der WM-Qualifikation nun den nötigen Feinschliff für das nächste Tunier holt.
Eine Mannschaft, die – vermute ich – ohne Neuville auskommen wird, vielleicht erkennt auch Kuranyi, daß die Kombination zwischen ihm und der Nationalmannschaft vermutlich auch nicht mehr funktionieren wird. Bleibt die Hoffnung, daß viele gestandene Größen wie Fritz, Mertesacker und Co wieder zu alter Form finden und mit Spielern wie Marin und Helmes hoffnungsvoller Nachwuchs heran reift.
Auf ein weiteres Sommermärchen 2010.
Honk des Tages:
Silva – und irgendwo auch Podolski. Die Situation der Beiden, die zum ungeahndeten Kopfstoß von Silva führte, war vielleicht der negative Höhepunkt des EM-Finales. Vielleicht wär nochmal was gegangen, wenn die generell überforderten Schiedsrichter Silva zum duschen geschickt hätte, aber das ist alles Spekulation.


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