“Senk ju vor träwelling” (III)
Geschwafel
Tags: Bahn, Nahverkehr| Wer hätte es gedacht – mein Lieblingsreiseunternehmen ist mal wieder einen Beitrag wert. Immerhin hat es keine ganze Woche gedauert, bis die Bahn mir wieder den letzten Nerv geraubt hat. Dabei ist es gar nicht mal die Penetranz, mit welcher ausnahmslos jeder RegionalExpress zur Zeit 5 Minuten Verspätung hat, wodurch das Erreichen der Anschlüsse bei diesem Wetter zur wahren Freude wird. |
Nein, das ist wirklich nicht so schlimm, ärgerlicher ist die Tatsache, daß jeder zweite Zug – egal ob RegionalExpress oder S-Bahn – mit einem Abteil weniger auskommen muß. Ich weiß nicht, wer in der Koordinationszentrale der DB Regio auf das schmale Brett gekommen ist, daß im Sommer weniger Leute Bahn fahren würde, aber derjenige ist definitiv im falschen Job.
Als Krönung bin ich Dauerverschnupft: Nicht wirklich verwunderlich bei diesem Wetter. Innen- und Außentemperaturen differieren enorm, bei mir im Keller könnte man von kalt sprechen, während ich das Büro eher als mollig warm temperiert definieren würde. Doch das sind Temperaturen, mit denen man noch Leben kann. Unschön sind die faszinierenden Momente in der fahrenden finnischen Sauna – auch S-Bahn genannt. Nach wie vor sind diese Züge nicht klimatisiert und verfügen nur über diese ameisengroßen Klappfensterchen an welchen die Außenluft nahezu unbemerkt vorbei rauscht. Angeblich soll eine Abkühlung nach dem Saunagang empfehlenswert sein.
Ich habe jedenfalls leichte Zweifel dran, daß die Luft im gut klimatisierten RegionalExpress mir nach dem saunieren in der S-Bahn wirklich gut tut. A pros pos gut klimatisiert: Auf der einen Seite ist es ja erfreulich, daß der RE mit gefühlten fröstelnden 16°C bei dem Wetter unterwegs ist – aber auch ein Hoch auf den Konstrukteur der Abteile. Dadurch durchströmt ein wohliges Aroma “Eau de Toilette” auch den letzten Winkel des Abteils und versüßt das “träwelling wis Deutsche Bahn“.
<ChandlerBing> in anbetracht deiner gebloggten lobeshymnen auf die Bahn, wie wä’s mit einer flucht nach Dortmund?
So unerfreulich das Pendeln mit dem öffentlichen Nahverkehr auch ist, eine Alternative stellt ein Umzug nach Dortmund nicht dar. Zunächst gefällt mir Dortmund als Stadt einfach nicht – sicher, es gibt schöne Ecken, die sind aber für einen Azubi nicht finanzierbar. Darüber hinaus befindet sich halt der Lebensmittelpunkt schlicht und einfach in Hamm. Ja Manuel, hier ist es wirklich schön (laß Deine manipulierte Präsentation stecken
) und so lange ich mich glücklich schätzen kann, im Umkreis von gut 75km einen Job zu haben, nehm ich “lieber” die Action-Adventures mit der Bahn in Kauf.
Und eigentlich rege ich mich auch nicht mehr wirklich über’s Pendeln auf, man nimmt es hin und stellt einfach fest, daß es suboptimal ist.


