Aptana
Technikecke
Tags: PHP, programmieren, Web 2.0, Web-DesignEs gibt logischerweise viele Entwicklungsumgebungen für die Webentwicklung. Von vermeindlich einfachen WYSIWYG-Editoren, die ich persönlich meide, bis hin zu Integrationen in (semi-)professionelle Software-Entwicklungsumgebungen wie z.B. Zend oder eben auch eclipse. Als Java-geschädigter Entwickler bevorzuge ich – gegensätzlich zum Unix-Prinzip – eher eine Umgebung für alle Lösungen.
Zur Zeit darf ich mich wieder vermehrt der Webentwicklung mit PHP widtmen und meine erste Anlaufstelle war die inoffizielle Erweiterung für eclipse Namens PHPeclipse. Diese stieß in eclipse Europe (v3.3) aber schon beim Syntax-Hightlighting für Stylesheet-Dateien ans Ende der Fahnenstange. Die offiziellen PHP Development Tools vom eclipse Projekt setzen unter anderem Webdeveloper-Module vorraus, die auf der JavaEE-Umgebung von eclipse basieren, welche sich zur PlugIn-Development-Suite (zumindest bei Europe) höchst inkompatibel zeigen.
Mir war darüber hinaus noch ein weiteres Projekt Namens Aptana bekannt, welches auf die Software-Basis von eclipse aufsetzt und sich entweder als Modul in eclipse benutzen läßt, oder aber als eigenständiges IDE installierbar ist. Ich habe mich für letztere Variante entschieden, um mein eclipse dann doch nicht noch mehr zuzumüllen, als es zwingend notwendig erscheint. Der Vorteil liegt dennoch auf der Hand: Ein erfahrener eclipse-Nutzer findet sich in der graphischen Oberfläche recht schnell zurecht.
Aptana spezialisiert sich vornehmlich auf die Webentwicklung mit (X)HTML, CSS und JavaScript inklusive JavaScript-, respektive AJAX-Frameworks. PHP gehört dabei nicht zum Hauptaugenmerk des IDE. Jedoch läßt sich der PHP-Support einfach über ein offizielles Modul nachinstallieren. Vornehmlich zielt diese PHP-Unterstützung in der aktuellen Version jedoch eher rein auf Syntax-Highlighting ab, weniger auf die Verwaltung von PHP-Projekten, wie sie PHPeclipse deutlich besser beherrscht. Derzeit kann ich mit diesem Manko noch ganz gut leben, weswegen ich Aptana auch seit einigen Tagen eine Chance gegeben habe.
Der Vorteil der kostengünstigen OpenSource-Lösung verschmerzt bei mir noch das Missen der wirklich rundum gelungenen, aber kostenpflichtige Full-Feature-Lösung Zend. Jedoch stößt ein eclipse-Nutzer mit Kenntniss des Java-Editors recht schnell auf kleinere Mängel. Kopieren oder verschieben von Dateien zwischen den Projekten sitzt noch nicht drin. Die Code-Completition verfolgt dabei eher den Zend-Ansatz mit den DropDown-Menüs. Ein strg + leertaste ist in Aptana gewohnheitsmäßig schnell gedrückt, hilft aber nur bedingt, denn Code-Completition unterstützt Aptana für HTML, CSS, PHP zwarrecht gut, kann jedoch nur nichts mit inkludierten PHP-Klassen anfangen.
Ansonsten unterscheidet sich Aptana nicht wirklich wesentlich von eclipse in der Bedienung. Wie die Integration von AJAX-Frameworks wie MooTools und vielen weiteren gelungen ist, hab ich bisher noch nicht antesten können. Alles in allem gefällt mir diese Lösung jedoch zur Zeit zur Verwaltung von kleineren Webprojekten recht gut. Es gilt zwar die Augen weiterhin nach Feature Updates offen zu halten, aber für ein erstes offizielles Stable-Release ist Aptana in meinen Augen eine mehr als nur brauchbare Alternative zu anderen Code-Editoren.


