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ComputerGestern Abend, 2040 Uhr im Seminargebäude der Industrie- und Handelskammer: Im Vorbereitungskurs wird sinngemäß folgende ominöse Aufgabe gestellt:
Berechnen Sie den Zeitaufwand für den Download einer 450MB großen Datei mit dsl 20.000
Nun, seit der Jahrtausendwende gibt es von offiziellen Gremien eine entsprechende Definition, welche Wertigkeit welcher Präfix hat, alles im “Amendment 2 to IEC International Standard IEC 60027-2: Letter symbols to be used in electrical technology – Part 2: Telecommunications and electronics” nieder geschrieben. Gültig sind somit nur die Dezimalpräfixe. Es hält sich halt nur kaum jemand dran.
Wie also ist nun die korrekte Antwort für die obige Aufgabe? Wenn es nach dem offiziellen Standard geht, dann wird alles in Zehnerpotenzen berechnet. Ist ja auch irgendwo logisch, wenn überall das Maßsystem zur Basis 10 greift, dann ist nur nachvollziehbar, dass auch in der Informatik der Präfix “Kilo” dem Wert “1000” entspricht. Das hat aber anscheinend im Kreis der IHK keine Gültigkeit. Denn:
Weil Informatiker so sehr ans Dualsystem gewöhnt sind, beziffern sie seit Jahrzehnten Datenmengen mit einem ähnlich aufgebauten Maßsystem – in Zweierpotenzen.
Auch wenn der IEC-Standard bei Maßeinheiten zur Basis 2 von – Entschuldigung, völlig lächerlichen Präfixen wie – kibi oder mebi spricht, folgen wir in diesem Falle einfach mal den IHK-Vorgaben. Also, rechnen wir in Zweierpotenzen. Ist ja nicht weiter schlimm, wenn zumindest irgendwie “definiert” wird, welche Maßeinheit für den Nutzerkreis Gültigkeit besitzt. Also entsprechen 1 MB dann 1048576 Bytes und 1 kBit sind 1000000 Bit. Wie jetzt? Ja, genau: Wie jetzt? Das passt hinten und vorne nicht. Entweder ich arbeite mit dem Binärpräfix oder mit dem Dezimalpräfix, aber ganz bestimmt kombiniere ich nicht beide miteinander, abhängig von der Einheit. Witzigerweise wurde im Vorbereitungskurs aber so (vor-)gerechnet:

Also hat der Kurs mich im Endeffekt bei genauerem drüber nachdenken mehr verwirrt, als vorbereitet. Entscheidend bleibt eigentlich nur die Aussage: “Es muss der Weg zur Lösung erkennbar sein“, demnach ist das “korrekte” Ergebnis zumindest “zweitrangig“, wenn aus dem Lösungsweg hervor geht, dass man in der Lage ist, grundsätzlich die Berechnung korrekt durchzuführen. Bis Ende November kann ich mir dann überlegen, mit welcher Potenz ich zumindest in der Prüfung arbeiten werde.
P.S.: Ich bin nostalgisch, ich mag die 1024 – auch wenn es eigentlich falsch ist.