Tags: Deutschland, Länderspiel, WM 2010Wie kann man bloß Länderspiele der Nationalmannschaft auf die Mittagszeit legen? So war heute immerhin Public Viewing in der Firma angesagt. Nett, aber weitestgehend stimmungslos – da auch trostlos. Immerhin hat sich mein Chef geoutet und mag meine Kölner wohl nicht. Nicht so gut – ebenso wenig, wie die Tatsache, dass merkwürdigerweise schon wieder Bélà Réthy ein Spiel kommentieren durfte. Ein Dank ans ZDF, die neben der sonoren Stimme uns nun noch mit einem Bild von Ihm während der Übertragung beglückten.
Statistisches
Deutschland:
Neuer (2,5) – Lahm (2), Mertesacker (3,5), A. Friedrich (3), Badstuber (4,5) (77. Gomez (-)) – Khedira (3,5), Schweinsteiger (2,5) – T. Müller (3,5) (70. Marin (-)), Özil (4) (70. Cacau (-)), Podolski (3) – Klose (5)
Serbien
Stojkovic – Ivanovic, Vidic, Subotic, Kolarov – Stankovic – Kuzmanovic (75. Petrovic), Ninkovic (70. Kacar) – Krasic, Jovanovic (79. Lazovic) – Zigic
Tore:
0:1 (38.) Jovanovic
Gelbe Karten:
Klose, Khedira, Lahm, Özil, Schweinsteiger – Ivanovic, Kolarov, Subotic, Vidic
Gelb-Rote Karten:
Klose
Zuschauer:
42000 – Port Elizabeth
Das Spiel
Deutschland begann wie gegen Australien, nur deutlich konzentrierter. Zu Beginn lagen die Spielanteile deutlich bei den Deutschen, während sich die Serben sehr geschickt darauf konzentrierten die Räume eng zu machen und das schnelle Pass-Spiel der Deutschen in ihrer eigenen Hälfte zu unterbinden. Kam die deutsche Elf doch zu gelegentlichen, schnellen Vorstößen war der Zug zum Tor durch eigenes Unvermögen versperrt. Nachdem der Unparteiische den Spielfluß durch sein vermeindliches ADHS erheblich zerstört hatte und beide Teams ordentlich aus dem Rythmus gebracht hatte passierte mal weiter nichts. Außer, das der Schiri weiter UNO spielte und fleißig Karten legte. Da gelb irgendwann zu eintönig war, fand er einen anders farbigen Karton in seinen Taschen und zeigte diesen mal Klose. Im Gegenzug ließ sich Badstuber überlaufen und zum ersten Mal stimmte die Zuordnung in der Innenverteidigung gar nicht – folgerichtig fiel das 0:1 mit der ersten und in Halbzeit eins auch einzigen Chance der Serben. Vom Mut der Verzweiflung gepackt schossen sich die Deutschen vor der Pause noch warm und trafen zumindest sehenswert die Latte durch Kheidira.
In Halbzeit zwei wollte Poldi zeigen, das er aus allen Lagen schießen kann. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn er das gleiche Zielwasser getrunken hätte, wie gegen Australien. So aber landeten die Bälle im Nirvana von Port Elizabeth. Dennoch: Deutschland konzentrierte sich auf sein Spiel, ließ den Ball laufen, kam zu schnellen Vorstößen, aber nutzte die Chancen nicht. Selbst den geistigen Aussetzer eines Serben den Ball geschickt im eigenen Elfer mit der Hand zu spielen wußte Poldi im anschließenden Elfer nicht zu nutzen. Ärgerlich, wer seine Chancen nicht nutzt, der wird nunmal bestraft. Mit den nun zunehmenden Wechseln und dem weiterhin andauernden Ego-Trip des Schiris war es mit dem letzten bißchen Spielfluß nun ganz vorbei. Badstuber ließ sich noch das ein oder andere Mal den Klassenunterschied von Krasic aufzeigen, ehe nach 94 Minuten der Schiri ein Erbarmen hatten und das Spiel abpfiff.
Weisheiten
Ganz ehrlich, von dem, was ich nun so höre und lese, stellt sich bei mir wieder mal die Frage, wie eine Auffassung von einem Spiel so unterschiedlich sein bloß kann. Deutschland hat – mit Ausnahmen in Halbzeit 2 – im wesentlichen nicht viel anders gespielt als gegen Australien. Chancen waren da, schnelle Vorstöße auch. Das Umschalten des Tempos war da, die Räume wurden weit gemacht und – mit Ausnahmen – war die Defensive durchaus besser als ich sie vor der WM vermutet hatte.
Der Gegner wartete aber ärgerlicherweise nicht mit einer Kreisliga-artig anmutenden Verteidigung auf, sondern stellte sich geschickt auf dem Feld auf und spielte schlauen Rasenschach ohne dabei irgendwie die Dame in Gefahr zu bringen. Für ein Team, was auf Sieg spielen mußte, zeigte Serbien erschreckend wenig. Ein Angriff in der ersten Hälfte und einige Chancen in Hälfte zwei sind nicht grade viel – aber entscheidend war die Effizienz. Diese fehlte den Deutschen maßgeblich.
So viele Chancen, wie vergeben wurden, werden nun mal bestraft. Wer diese Dinger und den Elfmeter nicht rein macht – auch zu zehnt – der geht eben am Ende mit leeren Händen vom Platz. Unglücklich, ja – verdient, nein. Deutschland war über die gesamte Zeit betrachtet einfach das bessere, weil eben das aktiviere Team. Von daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, das die Deutschen “ach so schlecht” waren. Schlecht – das waren sie zu Zeiten von Erich Ribbeck. Heute waren sie nur nicht clever genug. Von daher hab ich wenig “bammel” vor Ghana. Klar, die sind ebenso unbequem und schwer zu schlagen, aber das ist mit der Spielweise und dem Team durchaus möglich.
Wie das so ist, wenn der Bauer nicht schwimmen kann, dann liegts an der Badehose. Es soll nicht entschuldigend sein, für die versemmelten Großchancen, aber – um beim Kreisliga-Vergleich zu bleiben – ähnliches Niveau wie die australische Defensive hatte der Acker in Port Elizabeth. Etwas “holprig” vielleicht für eine WM. Und dann noch der Schiedsrichter. So kleinkariert hat schon lange keiner mehr gepfiffen, wenn ich zugeschaut hab. Aber wer ein so dermaßen niedriges Maß anlegt, der muss nunmal Karten zeigen, wenn er konsequent sein will. Konsequent war er – von daher um so unverständlicher. Da stimm ich Schweinsteiger nun mal zu: In Europa lacht man normalerweise über solch eine Regelauslegung. Kann man wenig machen, ist nunmal FIFA und nicht UEFA und eben auch selber Schuld, wenn man schon sieht, was der Schiri für ein *sry* Korinthenkacker ist, dann geht man nicht von hinten in einen Zweikampf.
Zusammenfassend war die Mannschaft heute nicht clever. Auch wenn man irgendwo in der Presse das Team wieder “rausschreiben” will – zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt – es ist nunmal nicht nur schwarz-weiß. Mit ‘nem Sieg gegen Ghana ist man sicher weiter und wenn Ghana morgen nicht grade 10:0 die Australier abschießt ist auch bei einem Unentschieden ein Weiterkommen (afair) möglich. Also, alles in der Hand, kein Streß – Mund abwischen, weiter geht’s.
Honk des Tages
Nein, es ist nicht der Schiri – es ist – leider – Poldi. Gib die Kirsche Schweini oder semmel ihn einfach rein … so aber, war das nix.


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