Archiv für den Juni 24th, 2010
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SierraXTC am 24.06.10 um 16:19 Uhr

Ausstieg in Fahrtrichtung Links (XIII)

Fußball, Geschwafel, Nationalelf, WM 2010

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24. Juni 2010:

SierraXTC am 24.06.10 um 09:49 Uhr

Ghana – Deutschland [WM]

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Dieses Gefühl sollte sich bis zum Anpfiff nicht ändern – und in der Tat, ich war durchaus nervös.

Statistisches

Ghana

Kingson – Paintsil, Jonathan Mensah, John Mensah, Sarpei – Annan – Asamoah, K.-P. Boateng – Tagoe (64. Muntari) – A. Ayew (92. Adiyiah) – Gyan (82. Amoah)

Deutschland:

Neuer (2) – Lahm (2), Mertesacker (4), A. Friedrich (2), Boateng (3,5) (73. Jansen (-)) – Khedira (3,5), Schweinsteiger (2,5) (81. Kroos (-)) – T. Müller (3) (67. Trochowski (-)), Podolski (3) – Özil (3) – Cacau (5)

Tore:

0:1 (60.) Özil

Gelbe Karten:

A. Ayew – T. Müller

Zuschauer:

83391 – Soccer City

Das Spiel

Offensichtlich war nicht nur ich nervös: Der Beginn der Deutschen war vom unsicheren Auftreten geprägt. Erst mit zunehmender Spieldauer übernahm die deutsche Elf die Kontrolle. Nur die Nervösität wandelte sich in Zögerlichkeit. In der Folge fehlte die Sicherheit im Passspiel, sowie der Zug zum Tor. Hin und wieder trug eine der gelegentlichen Ballstaffetten die Kirsche mal vor’s Tor von Ghana, jedoch fehlte jegliche Präzision im Abschluss. So machte man den Gegner unnötig stark, in dem dieser durch einige geschickte Konter das defensive Mittelfeld ins Schwimmen bringen konnte. Dafür war aber die Viererkette mit Manuel Neuer dahinter hoch konzentriert. Zumindest alle, bis auf Per Mertesacker. Irgendwann hatte Cacau einen lichten Moment und spielte einen Traumpass auf Özil, der frei vor Kingston auftauchte. Eine 150% Großchance zur Führung vergab Özil leichtfertig, als er den Torhüter anschoss, statt ihn einfach aussteigen zu lassen. Ansonsten war das Spiel geprägt von Krampf (Deutschland) und Unvermögen (Ghana).
Nach der Pause ging es wie gewohnt weiter: Deutschland bemüht und Ghana stand nur hinten drin. Die Chancen wurden jedoch auch nicht zwingender, so das erst nach rund einer Stunde gerade der Özil die Erleichterung brachte und Deutschland mit einem schönen Schuss aus rund 20 Metern die Kirsche im Netz versenkte. Danach war das Spiel gänzlich kaputt. Deutschland lief verwirrt dem Ball hinterher, den Ghana nicht zu kontrollieren wusste. Zwingende Chancen ergaben sich auf keiner Seite und man schien sich, trotz oder gerade wegen des Zwischenstands bei Australien gegen Serbien, in einem Nichtangriffspakt zu verlieren.

Weisheiten

Wenn’s um die Wurst geht, dann reisst sich die Mannschaft zusammen, bemüht sich und kommt irgendwie auch zum Erfolg. Eigentlich könnte an dieser Stelle die “Analyse” auch enden.

Betrachtet man jedoch die deutsche Gruppe, deren gegnerischen Mannschaften im Vorfeld als vermeintlich stark eingestuft wurden, lässt sich resümieren: In dieser Gruppe nicht das Achtelfinale zu erreichen, wäre ein absolutes Armutszeugnis gewesen. Australien, vor allem Serbien und erst recht Ghana waren definitiv keine Prüfsteine von hohem Niveau. Erschreckend, das gerade die letzten beiden Spiele, insbesondere der Kick gestern Abend, so mühsam waren.
Vorne fehlt es an Torgefahr: Die Chancen sind da, die Angriffe werden in vielen Fällen über gelungene Kombinationen gut eingeleitet. Aber der Abschluss ist mangelhaft, all dies überdeckte zu Beginn noch der der grandiose 4:0 Erfolg. Nur für den weiteren Tunierverlauf wäre etwas mehr Zielwasser hilfreich.
Der Rest – sofern gefordert und in sich sicher – spielt souverän. Selten glanzvoll, aber effektiv. Wurde aber vor allem in der Defensive bisher kein einziges Mal ernsthaft geprüft. Neuer bekam in 270 Minuten eigentlich nur einen einzigen Ball vors Tor und den konnte er beim besten Willen nicht abwehren. Das zeigt eigentlich schon, wie unterirdisch die Offensivaktionen der Gegner waren.

Mit England wartet ein – in meinen Augen – bequemer Gegner auf die Mannschaft. Man unterschätzt den Gegner nicht unterbewußt, weiß sofort, worum es geht und wird mit dem Spiel der Engländer vermutlich weniger Probleme bekommen, als mit den Mauertaktiken von Serbien und Ghana. Eine realistische Chance ins Viertelfinale einzuziehen sehe ich. Bei der aktuellen Chancenauswertung steht es vermutlich nach 120 Minuten 0:0 und wir müssen den Engländern mal wieder zeigen, wie man Elfmeter schießt. Wär nur in sofern Schade, als dann viel Kraft für das Spiel gegen Argentinien verloren geht. ;)

Honk des Tages:

Entfällt ausnahmsweise, da ich weder dem Kommentator zugehört hab, noch der Schiri unnötig aufgefallen ist und auch sonst keiner ‘nen Elfmeter verschossen hat.

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