Tags: Deutschland, Fußball, Länderspiel, WM 2010Argentinien hat sich – zumindest in meinen Augen – bis dato recht souverän durch das Tunier gespielt. Sicherlich waren keine überragenden Meisterleistungen dabei, aber die sieht man bei einer WM sowieso nur in ganz seltenen Ausnahmefällen. Aber dennoch: Maradonna hat sein Team immer gut aufgestellt und die Gauchos spielen effektiven Fußball. Daher sah ich die Mannschaft auch nach den ersten Spielen als einen der klaren Titelfavoriten – und das, obwohl ich seit dem 29. Juni 1986 die argentinische Fußballnationalmannschaft nicht leiden kann und speziell seit dem 22. Juni 1986 auch keine Sympathien für “die Hand Gottes” hegen kann. Von daher war meine Prognose zu Samstag: Schön, dass es die junge Nationalmannschaft bis ins Viertelfinale geschafft hat – aber dort wird das Wintermärchen 2010 wohl enden.
Statistisches
Argentinien:
Romero – Otamendi (70. Pastore), Demichelis, Burdisso, Heinze – Mascherano – Maxi Rodriguez, di Maria (75. Aguero) – Messi – Higuain, Tevez
Deutschland:
Neuer (2,5) – Lahm (1), Mertesacker (2), A. Friedrich (1), Boateng (2) (72. Jansen (-)) – Khedira (2,5) (77. Kroos (-)), Schweinsteiger (1) – T. Müller (1,5) (84. Trochowski (-)), Özil (3,5), Podolski (2) – Klose (2)
Tore:
0:1 (3.) T. Müller
0:2 (67.) Klose
0:3 (74.) A. Friedrich
0:4 (88.) Klose
Gelbe Karten:
Otamendi (1), Mascherano (2) – T. Müller (2)
Zuschauer:
64100 – Green Point
Das Spiel
Deutschland begann stark – verdammt stark – überraschend stark. So überraschend, dass die Argentinier gar nicht wußten, was da auf einmal mit ihnen passiert. Und schon mußte Romero den Ball aus dem Netz holen. Nach einem Freißstoß konnte die Sensation Müller per Kopf einnetzen. Ganz unhaltbar war der Ball aber nicht. In der Folge setzten die Deutschen den Gegner weiter unter Druck und spielten gefällige Angriffe aufs argentinische Tor. Dennoch konnte die Führung zu dieser Zeit nicht ausgebaut werden. Nach dem ersten Schock kam Argentinien langsam zurück und fand sich dank eines Freistoß irgendwann auch mal in der Nähe von Neuer wieder. Auch diesmal zappelte der Ball im Netz, aber diesmal entschied der Linienrichter auf Abseits. Deutschland verwaltete und Argentinien verzweifelte.
Nachdem die letzten Offensivbemühungen der Argentinier abgeklungen waren und die Elf von Maradonna stehend K.O. war, fingen Jogis Löw nochmal an, den Ball zu zirkulieren. Müller, Podolski und Klose zerlegten die recht unsouverän wirkende argentinische Hintermannschaft, ehe sich Schweinsteiger dazu entschied, das man das wohl auch alleine könnte. Mit Ball spazierte Schweini durch den 16er und legte mustergültig auf Friedrich auf, der zu aller Überraschung genau wußte, was man mit dem Sportgerät anfangen konnte. Mit einem sehenswerten Treffer markierte Klose noch sein 14. WM-Tor, ehe sich das Team für eine Gala-Vorstellung gegen einen haushohen Favoriten feiern lassen durfte.
Weisheiten
Ja nee – hätt ich nicht gedacht. 13 Tore in 5 Spielen. Grandiose Auftritte in der Endrunde mit Siegen gegen namhafte Gegner. Dabei war keine Unsicherheit mehr zu spüren. Sicheres Zuspiel und immense Laufbereitschaft waren die Basis für eine schöne Vorstellung. Aber genug der lobenden Worte. Der Vorteil der bisherigen Spiele lag doch sehr darin, wenig Chancen schon aus dem Mittelfeld heraus zugelassen zu haben. Da machen Khedira und Schweinsteiger wirklich einen guten Job. Aber eine Offensivqualität habe ich den Engländern eh nie unterstellt und die Ideenlosigkeit hat mich bei Messi und Tevez eigentlich eher überrascht.
Auch wenn nun der Boulevard jubelt und die ausländische Presse uns feiert: Die Gegner werden – € 5.- ins Phrasenschwein – auch nicht leichert. Aber ein Blick auf die Schweiz reicht, um zu zeigen, dass Spanien zu schlagen ist. Ich denke schon, dass mit einer ähnlich konzentrierten Leistung Jogis Jungs auch den Europameister schlagen können. Im Vergleich zu 2008 schätze ich Spanien als nicht mehr so stark ein.
Für meinen Teil hat das Team mehr erreicht, als manch einer ihm vielleicht zugetraut hat. Schöne und erfolgreiche Spiele und das Erreichen des Halbfinale sind durchaus ansehnlich. Ob’s letztlich reichen wird, ist abzuwarten, aber wer Argentinien so vom Platz fegt, der muss sich vor keiner Mannschaft verstecken.
Honk des Tages:
Bélà Réthy … mir fehlen langsam die Worte um das beschreiben zu können, was der an Kappes in 90 Minuten Übertragung verzapft.
Favoritensterben
Von daher prophezeihe ich: Im WM-Finale steht mindestens eine südamerikanische Mannschaft
Für meine Prophezeihung sieht es aber ganz schön knapp aus. Ob Uruguay wirklich die Niederlande schlagen kann sei mal dahin gestellt. Rein vom Spaßfaktor wäre ein Finale Deutschland – Niederlande sicherlich ganz interessant. Das ist zwar noch ein weiter Weg, aber wäre vielleicht ein schöner Abschluss für 4 Wochen Südafrika. In diesem Sinne zur Einstimmung:


Bitte kommentieren Sie!
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>