Tags: Deutschland, Fußball, Länderspiel, WM 2010Gottlob, diesmal durfte nicht Bélà Réthy kommentieren und auch Tom Bartels hatte Sendepause. Die ARD schickte die Geheimwaffe Gerd Gottlob ins Rennen und … auch dieser Joker stach nicht. Wir zahlen nun schon so viele GEZ-Gebühren, von denen auch Ereignisse wie die Fußball-WM finanziert werden und wir sind schon ein Stück weit froh, das Spiele noch im Free-TV übertragen werden. Aber: nehmt € 10,- aus der GEZ-Kasse und investiert diese endlich in brauchbare Kommentatoren. Das sind unterirdische Leistungen, die dem Zuschauer/-hörer da geboten werden.
Statistisches
Uruguay:
Muslera – Fucile, Lugano, Godin, Caceres – Maxi Pereira, Perez (77. Gargano), Arevalo Rios, Cavani (88. Abreu) – Suarez, Forlan
Deutschland:
Butt (2) – Boateng (3), Mertesacker (2), A. Friedrich (2), Aogo (3,5) – Khedira (3,5) , Schweinsteiger (1,5) – T. Müller (1), Özil (4) (90. Tasci (-)), Jansen (2,5) (81. Kroos (-)) – Cacau (3,5) (73. Kießling (-))
Tore:
0:1 (19.) T. Müller
1:1 (28.) Cavani
2:1 (51.) Forlan
2:2 (56.) Jansen
2:3 (82.) Khedira
Gelbe Karten:
Perez (2) – Aogo (1), Cacau (2), Friedrich (2)
Zuschauer:
36254 – Port Elizabeth
Das Spiel
Deutschland spielte – ohne Nervösität und ohne Respekt vor dem Gegner. Sie spielten den Fußball, der sie in den Spielen gegen Australien, England und Argentinien ausgezeichnet hat. Dabei war das eigene Engagement aber überschaubar. Man hatte das Spiel im Griff, schoss das 1:0 und … streikte. Anders kann man sich das Spiel nicht erklären. Man hatte keine Lust bei dem Wetter augenscheinlich mehr zu tun, als man tun müsste. So brachte man durch erschreckende Fehlpässe Uruguay unnötig ins Spiel. Selbige hatten eigentlich auch keine wirkliche Lust in Halbzeit eins, musste dann aber doch mal das Tor treffen, damit sie nicht immer den Ball spielen mussten. Unerklärlich in meinen Augen diese Leistung in Halbzeit eins: Deutschland war klar überlegen, aber statt den Gegner einfach weiter auszuspielen, sah man Fehler, den diese Spieler schon in der D-Jugend nicht mehr gemacht haben.
Folgerichtig ging das Gegurke in Halbzeit zwei weiter und folgerichtig fiel die Führung für Uruguay. Siehe da, das Team wachte auf, besonn sich darauf, das zu machen, was man konnte und spielte Uruguay wieder ein paar Minuten an die Wand. So ging es die ganze Zeit: Deutschland tat nicht mehr als nötig und Uruguay konnte nicht mehr tun als sie dort zeigten. Bevor das Fehlpass-Festival in die Verlängerung gegangen wäre erlöste uns Khedira mit einem Kopfball, nachdem so ziemlich alle im Strafraum von Uruguay völlig desorientiert umherliefen. Zumindest so der Plan .. aber Forlan hatte in der letzten Szene des Spiels doch etwas dagegen zu verlieren, nahm nach einem wiedereinmal absolut unnötigen Freistoß von der Strafraumgrenze Maß und traf – dann doch nur die Latte.
Weisheiten
Tja, mit dieser Leistung hätte man auch nicht gegen Spanien gewonnen. Dieses Spiel zeigte nur eins: Das Team gehört mittlerweile wieder zu den ganz großen Mannschaften. Man kann Gegner einfach von jetzt auf gleich ein wenig an die Wand spielen und mit wenig Einsatz große Ergebnisse erzielen. Aber schön war das beileibe nicht mit anzusehen. Ich vermute Jogi brodelte innerlich nicht nur durch den grippalen Infekt.
Wir können aber mitnehmen, das sich die Mannschaft gut verkauft hat. Das sie aber noch einige Zeit der Entwicklung benötigt um sich von Gegner, vor denen sie einen riesigen Respekt habe, nicht vorführen zu lassen. Es wäre schön, wenn diese Entwicklung von Jogi Löw begleitet wird. Seine Handschrift ist deutlich zu erkennen und konnten schon einige Spieler 2006 eine Perspektive aufweisen, so kann sich nun das gesamte Team, insbesondere da es noch sehr jung ist, vier Jahre lang den nötigen Feinschliff holen um dann wieder unter die weltbesten vier Teams 2014 zu kommen.
Honk des Tages
Uruguays Torhüter Muslera war das Highlight des Abends. Da hat er wohl nicht den besten Tag erwischt gehabt, so wie er durch den Strafraum geirrt ist.


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