SierraXTC am 08.09.10 um 08:59 Uhr

Deutschland – Aserbaidschan [EM-Quali]

Fußball, Nationalelf

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Der Ball rollt wieder. Nach großen Tunieren bin ich persönlich immer von der Nationalmannschaft übersättigt. Daher auch die eher geringe Resonanz auf solch unnötige Testländerspiele, wie im August. Nach dem mühsamen Start in den Nationalelf-Alltag am Freitag gegen Belgien gab es nun – wenn man dem ARD-Kommentator (Steffen Simon??) Glauben schenken mag – wieder eines dieser wunderbaren, weltbesten Länderspiele.

Statistisches

Deutschland:

Neuer (5) – Riether (3), Mertesacker (-) (11. Westermann (2,5)), Badstuber (1,5), Lahm (1,5) – Schweinsteiger (2) (78. Cacau (-)), Khedira (2,5) – T. Müller (2,5) (62. Marin (2,5)), Özil (3), Podolski (1) – Klose (1,5)

Aserbaidschan:

K. Agayev – Medvedev, R. F. Sadygov, Yunisoglu (56. V. Huseynov), Allahverdiyev – S. Abbasov, Shukurov, Nadyrov (85. Abdullayev), Melikov, Chertoganov (64. R.A. Sadygov) – Dzavadov

Tore:

1:0 Westermann (28.)
2:0 Podolski (45. + 1)
3:0 Klose (45. + 2)
4:0 R. F. Sadygov (53., Eigentor)
4:1 Dzavadov (57.)
5:1 Badstuber (86.)
6:1 Klose (90. + 2)

Gelbe Karten:

Fehlanzeige

Zuschauer:

unbekannt – Rhein-Energie-Stadion

Das Spiel

Wie üblich – und nach wie vor in meinen Augen recht logisch zu diesem Zeitpunkt der Saison – mühte sich das Team in dieses Spiel. Dabei gingen die Aserbaidschaner recht forsch zur Sache. Vor allem im Sinne von aggressiv. So durfte sich Mertesacker bereits nach 11 Minuten nach einer Verletzung im Gesicht nach einem Foulspiel schon wieder schonen. Auch die nächsten, deutlich spürbaren Fouls wurden zwar abgepfiffen, aber eben nicht geahndet. Irgendwann verließ die Aserbaidschaner aber der Mut zur Aggressivität und die deutsche Elf hatte sich überlegt, das so ein Törchen vielleicht nicht schaden würde. Der ein oder andere sehenswerte Angriff wurde vor’s gegnerische Tor getragen, jedoch parierte zumeist Agayev recht souverän. Nach knapp einer halben Stunde erlöste Westermann das Team. Danach ging es weiter in Richtung Agayev der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch fix zweimal den Ball aus dem Tor tragen durfte, nachdem zunächst sehenswert Podolski eingenetzt hatte und dann noch schnell Klose hinterher.
Nach der Pause spielte die desorientierte Abwehr Aserbaidschans auch noch für Deutschland, als man schon selbst die Bälle im eigenen Netz versenkte. Was sich aber Manuel Neuer nach einer der seltenen Ecken für die Gäste erlaubte war die Lachnummer des Abends. Irgendwie – so erschien es – übermotiviert segelte er am kurzen Pfosten dem Ball entgegen, statt ihn aber sicher über dem Kopf des Gegners abzufangen, klatschte er den Ball nach vorne ab, auf den Rücken von Melikov, von dem aus der Ball irgendwie ins Netz trudelte. Sehenswert, aber völlig unnötig. Danach nahm das deutsche Team auch ein wenig das Tempo raus und spielte ein paar nette Ballstaffetten ohne sich groß zu mühen. Gegen Ende des Spiels zeigte Badstuber, warum der Gegner eher Kreisliga- als Profi-Mannschaft war, als er unglaublich frei im 16er zum Kopfball heran rauschen konnte. Und als alle schon im Geiste in der Kabine waren erhöhte Klose noch auf 6:1.

Weisheiten

Nach der letzten Qualifikationsrunde hatte ich zumindest nicht unbedingt erwartet, dass dieser Gegner verhältnismäßig leicht zu bezwingen war. Positiv war sicherlich, das man nachgesetzt hat und ein wenig am Tore-Konto geschraubt hat. Von Fußballglanz wie gegen England oder Argentien war das Team aber meilenweit entfernt, auch wenn der ARD-Kommentator anderer Meinung war und vermutlich Podolski am Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hätte, so verzückt war er von ihm.
Das man schlecht ins Spiel kommt, wenn man 89 Minuten fast gar nichts zu tun hat und dann bei einer Szene selten bescheiden aussieht, gut, das ist ärgerlich für Neuer. Aber es war auch völlig unnötig. Seine Qualität ist sicher unbestritten, aber er erlaubt sich leider auch oft genug noch solche Aussetzer.

Honk des Tages

Die Wahl war schwierig, aus Neuer, Schiri und ARD-Kommentator den Honk zu wählen. Aber letzten Endes war es doch der Schiri, der selten merkwürdige Entscheidungen traf. Ich hoffe, das er nicht die Spiele gegen die Türkei oder Belgien pfeifft, wo Fehlentscheidungen deutlich schwerer wiegen könnten.

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