Archiv für August, 2011
SierraXTC am 16.08.11 um 21:22 Uhr
 Tags: Über michMan kommt von der Maloche nach Hause, schnürrt als erstes mal seine Laufschuhe und dreht ‘ne Runde um den Kanal. Kurz, aber knackig – nur soll das ausnahmsweise mal nicht das Thema sein. Gut, nach dem Sport noch eben die Wäsche machen. Neue Maschine anstellen, trockene Wäsche abhängen und eben bügeln. Ist ja schnell gemacht.
Soweit ist ja noch alles in Butter. Während ich also schön bei mir in der Butze steh und meine Hemden bügel, da geht hier auf einmal die Funzel aus. Wie getz? Watt is’ denn nu’ schon wieder los? Wer sich – haha, Wortwitz – dunkel erinnert weiß, dass ich vor geraumer Zeit schon mal Probleme mit der Elektrik hier in der Wohnung hatte. Hm, und nu? Naja, schauen wir mal, bei welcher Sicherung der FI fliegt. Ui, Waschmaschine im Keller. Unschön..
Naja, bißchen rumgetüddelt und siehe da, ‘n anderer Stromabnehmer an der Steckdose macht keine Mucken. Befürchtung ist also, dass das meine Waschmaschine den Geist aufgegeben hat. Erstmal den Vorbesitzer – also Muttern – anrufen, die ja auch grade schick im Urlaub weilt. Watt is’ zu tun? Wie bekomm ich denn das feuchte Gut aus der Trommel? Und vor allem, wie bekomm ich das Wasser aus dem Dingen? Is’ ja nicht so, dass ich mich mit sowas großartig beschäftige, wenn die Maschine ordnungsgemäß ihren Dienst verrichtet.
War auch alles keine Herausforderung für mich Genie und ‘ne Ausweichmöglichkeit meine Wäsche zu waschen hab ich ja auch. Großeltern und Muttern sei dank. Für mich gehört eine Waschmaschine wohl schon zu den wichtigsten Geräten im Haushalt, deswegen war ich auch echt glücklich, dass ich damals die Maschine für umme abgestaubt hab. Nur meint Muttern, dass das gute Stück auch schon locker über 20 Jährchen auf den Buckel hat und rät mir daher davon ab, noch Schotter in die Reparatur zu stecken. Äh ja, ich hab’s ja auch so dicke, dass ich mir mal eben ‘ne Waschmaschine kaufen könnte.
Fall’s wer ‘n guten Tipp hat bzgl. des Erstehens von Waschmaschinen, immer her damit!
Naja gut – Shit happens … aber haste Scheiße am Schuhe, haste Scheiße am Schuh, woll. Den Rest hat mir dann mein W-LAN Router gegeben. Stromausfall, gut und schön. Sowas kann der ab. Ist ja nicht zum ersten mal passiert. Aber warum fuppt hier nun auf einmal das W-LAN nicht mehr? Gut, das ist Tüddelkram mit dem ich mich wohl etwas besser auskenn, also kurz auf Fehlersuche gegangen und siehe da, die DD-WRT-Firmware hat ‘n feinen Reset hingelegt.
Muss ich nicht wirklich verstehen. Die größte Herausforderung war, irgendwie herauszufinden, wie denn die Standard-Einstellungen vom DD-WRT sind. Da kann so ein Smartphone durchaus hilfreich sein. Aber hier mal eben den W-LAN Router per LAN konfigurieren ist auch nicht bei mir seitdem mein Laptop – schon seit Jahren – den Dienst am RJ45-Anschluss verweigert. Könnte ja auch zu einfach sein. Da ich gewisse Kartons seit meinem Umzug immernoch nicht ausgepackt habe hieß das zunächst mal in den alten verborgenen Schätzen nach meinen langen LAN-Kabeln kramen. Immerhin tauchte dann auch eins auch und der Router lies sich vom Mac aus administrieren.
Naja, als Fazit kann ich dann mitnehmen, dass ich ‘n vermutliche kaputtes, schweres Dingen im Keller stehen hab, was ersetzt werden sollte und das Altgerät entsorgt werden darf. Mein W-LAN rennt wieder wie die Wutz und ich hab den Kaffee auf. Wobei, wer mich und meine äußerst ausgeglichene Art kennt, der darf durchaus verwundert sein, dass mich dieses Malheur heute nicht sonderlich echauffiert hat. Immerhin hatte ich mir ja auch sämtlichen vorherigen Frust schon abgelaufen.
SierraXTC am 14.08.11 um 16:45 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
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Es ist bei weitem keine Enttäuschung, es ist Frust. Ich war wirklich richtig sauer nach dem desolaten 1:5 beim FC Schalke 04. Warum? Warum ich damit nicht gerechnet habe? Warum ich immernoch weltfremd vor jeder Saison das Positive im FC sehe? Tja, das ist wohl das typisch kölsche Fantum. Nun gut, in meinen Augen gab es durchaus Anlass optimistisch auf diese Saison zu blicken. Für das Auftakt-Programm hat es die DFL ausnahmsweise gut mit dem FC gemeint. |
Letzten Endes stand der FC am Ende der vergangenen Saison nicht schlecht dar: Sechstbeste Rückrundenmannschaft, trotz teilweise unterirdischer Leistungen in fremden Stadien. Ein Team, welches die Handschrift vom Trainer Schaefer trug. Ein neuer Konzepttrainer, der vielleicht nicht die Erfahrung mitbringt, aber das System vom neuen Sportdirektor tragen sollte. Ein Wunschspieler des Sportdirektors, der durchaus die Qualität im per se schwachen Mittelfeld heben könnte. Warum sollte man da nicht optimistisch sein?
Es kam der letztjährige Tabellen-Fünfzehnte, Auswärts ging’s zum letztjährigen Tabellen-Vierzehnten und mit dem FCK kommt nun auch ein Team, welches tendenziell auf dem Niveau des FC eingeschätzt werden konnte. Ein Auftakt mit 7 Punkten aus diesen drei Spielen wäre möglich gewesen. Es hätte einen ruhigen Saison-Start bedeutet und dem Trainer ein ruhigeres Arbeiten ermöglicht. Nein, das ist keine Utopie, das war durchaus realistisch: Der VfL hat sich im Pokal grenzenlos blamiert und stellt sicher keinen Aspiraten für internationale Plätze dar. Schalke befindet sich im Um- oder Aufbruch, was auch immer, dieses Team ist ebenfalls keine Ausnahmemannschaft und (zumindest) im heimischen Stadion liegt einem Schalke.
Die Zweifel, die einem bei der 1:2 Testspiel-Niederlage gegen Arsenal aufkamen wischt man schnell weg: Es war nur ein Testspiel, und so schlecht sah das im Gesamten nicht aus. Überzeugend war der Sieg gegen Wiedenbrück im Pokal nicht, aber er war souverän. Eine eigentlich ganz gute Ausgangslage um mit einigem Selbstvertrauen den Saison-Auftakt vor heimischen Publikum anzugehen. Immerhin war der FC stellenweise zuletzt zu Hause eine Macht.
Was dann kam, war unterirdisch: Ja klar kann man sagen, elendiger Pessimist, einfach in die gleiche Kerbe schlagen wie die kölschen Medien und nun alles schlecht schreiben. Als FC-Fan ist man Leid gewöhnt. Man ist auch Niederlagen und Niederlagen-Serien gewöhnt. Aber das, was in den vergangenen 180 Spielminuten passiert ist, ist ein Offenbarungseid gewesen.
Man rufe sich mal kurz in Erinnerung: 19.03.2011 – der FC geht sang und klanglos 6:2 in Hamburg unter. Nur wenige Tage später, am 24.04.2011 überrollt der Abstiegskandidat VfL Wolfsburg zu Hause den FC mit 4:1. Schon in der Rückrunde ist das Team auswärts bei Rückständen auseinander gebrochen. Muß man extra erwähnen, dass die Abwehr vom FC die zweitschlechteste der Liga war/ist? Und jetzt knüpft die Mannschaft genau da an.
Wenn man genau hinschaut, dann weiß jeder FC-Fan auch, dass man nur erstklassig spielt, weil Rensing eine überragende Rückrunde gespielt hat und durch seine Paraden die Mannschaft im Spiel – und letztlich in der Liga gehalten hat. Man kann reichlich konjunktive benutzen, was wäre gewesen, wenn Mondragon in der Rückrunde im Tor gestanden hätte und in der Rückrunde bei Rückständen im eigenen Stadion … lassen wir das.
Aber da war die Idee .. die Idee, mal abseits vom kölschen Klüngel vielleicht das machen, was im Moment in der Liga gang und gäbe ist: Konzeptarbeit. Mit Volker Finke wurde jemand verpflichtet, der da Struktur rein bringen könnte. Wenn Köln eben nicht Köln wäre …Mit Schaefer stand ein Trainer zur Verfügung, welcher dem Team zumindest einige Ansätze vermitteln konnte. Und das Stale Solbakken grundsätzlich langfristig denkt ist sicher auch nicht falsch.
„Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft.“
Udo Lattek
Trotzdem: Warum muss man unnötigerweise ‘n Fass aufmachen und dem Medienliebling als erste Amtshandlung die Binde wegnehmen? Unnötig: Egal ob man aus Norwegen kommt oder nicht, niemand im Verein wäre so naiv, Solbakken nicht auf die rheinischen Medien vorzubereiten. Ganz gleich, ob Poldi nun ein toller Spielführer ist oder nicht, ich mach doch nicht einfach ‘n Nebenkriegsschauplatz auf, der mich in meiner Position schwächen kann. Keine Frage, wenn in der Winterpause der FC auf Platz 9 gestanden hätte, Solbakken Fuß gefaßt hätte, dann hätte er .. ach ja, die Konjunktive wieder.
Nichtsdestotrotz: Ich würde es gerne sehen, wenn Finke und Solbakken die Möglichkeit bekommen Ihre Idee bis zum Ende durchzuziehen. Aber ich befürchte, die beiden werden bei einer weiteren Niederlage sehr schnell aus Ihren Ämtern geschrieben. Denn bei aller Fan’schaft, die individuell unbestritten vorhandene Klasse der Spieler im Team reicht nicht aus um die Klasse zu halten, wenn aus Einzelkämpfern nicht endlich ein Team wird, das auch nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, wenn es zurück liegt.
Ganz realistisch muss man festhalten, dass es vermessen wäre anzunehmen, dass der FCK nicht auch die Schwächen der Kölner Hintermannschaft ausnutzen kann. Von 3 Punkten am Samstag ist der FC meilenweit entfernt. Das wird eine ganz schwere Saison, den Grundstein dafür hat sich das Team in den vergangen Spielen selbst gelegt. Es bleibt nun abzuwarten, wie das Umfeld reagiert. Untypisch, so dass Finke und Solbakken etwas aufbauen können, oder typisch Kölsch, in dem die Unruhe geschürt wird und mittelfristig gar überhastete Trainerwechsel stattfinden. Dann muss man – angesichts der finanziellen Lage befürchten, dass am Rhein die Lichter ausgehen können. Ob das zielführend ist sollte man sich im Geisbockheim und in den Verlagshäusern rund um den Dom genau überlegen.
„Et hätt noch immer jot jejange.“
kölsches Sprichwort
SierraXTC am 11.08.11 um 13:34 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielEin Freundschaftsspiel – und wie immer, so wie jedes Freundschaftsspiel, zu einem höchst ungünstigen Augenblick – glaubt man zumindest den Verantwortlichen der DFL. Sechs Auswechslungen waren möglich, wieviel Wert mag so ein Freundschaftsspiel haben? Für einen ehemaligen Nationalspieler anscheinend kein sonderlich Hohen. Ganz ehrlich, ob nun in China ‘n Sack Reis umgefallen wäre oder Deutschland sang und klanglos gegen Brasilien untergegangen wäre, es wär vermutlich auf’s selbe hinaus gekommen.
Statistisches
Deutschland:
Neuer (3,5) – Träsch (2,5), Hummels (2,5) (88. Boateng (-)), Badstuber (3), Lahm (2) – Schweinsteiger (3,5) (85. Rolfes (-)) – T. Müller (3), M. Götze (1,5) (88. Cacau (-)), Kroos (2,5), Podolski (4,5) (46. Schürrle (2)) – Gomez (4,5) (46. Klose (3))
Brasilien:
Julio Cesar – Dani Alves, Lucio, Thiago Silva, André Santos – Ralf, Ramires (86. Luiz Gustavo) – Fernandinho (69. Ganso), Robinho (86. Renato Augusto), Neymar – Pato (77. Fred)
Tore:
1:0 (61.) Schweinsteiger (FE)
2:0 (67.) Götze
2:1 (71.) Robinho (FE)
3:1 (80.) Schürrle
3:2 (90.+2) Neymar
Gelbe Karten:
– Ganso
Zuschauer:
54.767 – Mercedes-Benz-Arena
Das Spiel
Schwungvoll ging’s los – zumindest hatte man den Eindruck. Mental waren die Deutschen von der ersten Minute auf dem Platz. Das konnte man von Brasilien vielleicht nicht unbedingt behaupten. Der Ball zirkulierte schick durch die eigenen Reihen und die Zauberer vom Zuckerhut standen andächtig daneben. Die Ballzirkulation endete aber irgendwo im Niemandsland vor dem brasilianischen Strafraum. Und über die Ecken der Deutschen hüllt man besser den Mantel des Schweigens. Naja, irgendwann tauchte dann doch noch jemand vor Julio Cesar auf – aber das war auch die einzige Schrecksekunde in den ersten 45 Minuten. Denn nach 20 Minuten wurden auch die in den gelben Laibchen spielenden auf den Ball aufmerksam. Dadurch kam zumindest Bewegung ins Mittelfeld – man hielt sich nunmehr nicht nur 5-10 Meter in der brasilianischen Hälfte auf, nein, ebenso fand man auch 5-10 Meter in der deutschen Hälfte Platz.
So schwungvoll wie Halbzeit eins begann, begann auch Halbzweit 2 – nur schienen die Brasilianer durch den Pausentee aufgeputscht zu sein. Irgendwann spielte Deutschland mal einen vielversprechenden Angriff in den Strafraum und schwupps, da schnupperte Kroos auch mit der Nase an den Graswurzeln. Den – naja, nett gemeinten Elfmeter verwandelte Chefchen Schweini Schweinsteiger recht sicher zur durchaus verdienten Führung. Das Deutschland auch zielgerichtet kombinieren kann zeigte der neue Super-Bubi Götze. Eine nette Aktion führte zum zu diesem Zeitpunkt schon eher schmeichelhaftem 2:0. Im Gegenzug schaute sich auch Dani Alves mal die Graswurzel im deutschen Strafraum konkreter an und wurde mit einem Strafstoß belohnt. Das lustige Budenschießen, was in der ersten Halbzeit gar nicht stattfand, ging munter weiter. Schweinsteiger der alte Wadenbeißer setzt sich galant im Sechzehner durch und Schürrle findet den Abschluß. Im Gegenzug fällt Neuer nochmal sachte wie ‘ne Bahnschranke und so darf Naymar doch jubeln.
Weisheiten
Also mal unter uns, das System.. oder zumindest die subjektive Auslegung der Spieler des Systems.. in Halbzeit eins war das eher unterirdisch. Links standen sich Poldi, Lahm und Kroos gegenseitig auf den Puschen, rechts machten Götze, Müller und hin und wieder Träsch sich selbst die Räume eng. Ja nee, so nicht Freunde. Also mir gefiels bei weitem nicht so gut wie dem Gerd Gottlob, der sich bei jeder wirkungslos verpufften Ballstaffette unserer Nationalmannschaft equicklich erfreute. Offensive Auslegung der Außen und des Mittelfelds ist gut, aber ich glaub da muß entweder das Spielerpersonal noch etwas geschult werden, oder gänzlich ausgetauscht werden.
Es weiß nun jeder, ich bin EffZeh-Fan und Poldi ist ja unser Prinz. Aber man muss realistisch sehen, dass Podolski zurzeit besser auf der Bank platz nimmt im Nationaldress. In den ersten 45 Minuten, auch dank der Überzahlsituationen, lief das Spiel völlig an ihm vorbei und er war – so machte es den Eindruck – auch nicht Willens, entsprechend im Raum zu rotieren. Das konnte Schürrle besser – der aber auch davon profitierte, dass im Sturmzentrum ein deutlich beweglicherer und agilerer Spieler in der zweiten Hälfte auf dem Platz stand.
Ja, der Gomez da in Halbzeit 1 … der war irgendwie, naja, nicht so wirkungsvoll. Aber generell muss ich beim Lesen der Fachmedien und Boulevardpresse feststellen: Ich muss wieder ‘n anderes Spiel gesehn haben. Die öffentliche Meinung scheint zu sein: Alles super, alles toll. Und der Schweini, ‘n ganz Großen. Nun, für mich war Schweinsteiger eher die größte Enttäuschung des Abends und die Körpersprache vor dem Elfmeter sprach nicht gerade dafür, dass er die Kirsche sicher versenkt.
Und das alle Welt nun von Super-Bubi Götze fasziniert ist .. herrje, der Jung kann watt, unbestritten. Der hat grad auch ‘n super Lauf. Aber der ist erst 19. Wo sind denn die so hochgejubelten Heilsbringer wie Marin heute? Die wurden seinerzeit ähnlich hochgejubelt. Nur, das mit dem Ball flach halten, das schafft vielleicht mittlerweile die Nationalmannschaft, die Presse wird es wohl nie schaffen.
Honk des Tages
Unanfechtbar: Gerd Gottlob – eine gequirlte Hühnerkacke hat der gequatscht, unglaublich. Schön seine Kommentare zu den Aktionen von Manuel Neuer. Alles super, hat er alles richtig gemacht, vor allem war Neuer auch immens gefordert. Nee, bloß unseren Super-Keeper nicht kritisieren – denn dann hätte er auch gesehn, dass Neuer den Schuß von Naymar durchaus hätte halten können – in meinen Augen. Und die dusselige Lobhudelei auf Ballack hätte er sich ebenfalls schenken können. Ich frage mich wirklich, wie man 90 Minuten so fernab dem tatsächlichen Geschehen auf dem Platz kommentieren kann. Geht Herr Gottlob bei Herrn Rhéthy in die Schule?
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