Kategoriearchiv 'Fußball'
SierraXTC am 13.12.11 um 22:43 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
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Es juckt mir schon länger in den Fingern mich zu dem Transfer-Gebrabbel rund um Lukas Podolski zu äußern. Eigentlich bereits schon seit den Gerüchten um einen möglichen Transfer zu Galatasaray Istanbul im Sommer vor Abschluss der Transferperiode. Die Situation, dass solche Gerüchte brodeln liegen auf der Hand: Der FC ist von den Vorstellungen, mit denen man seinerzeit noch unter Michael Meier und Wolfgang Overath in Verbindung mit Christoph Daum den Spieler zurück holen konnte weit entfernt. |
Irgendwann innerhalb dieses Grundrauschen rund um seine Person kommunizierte Poldi eben über die Diskrepanz zwischen den Luftschlössern, die seinerzeit von den Verantwortlichen gebaut wurden und der Realität seine Unzufriedenheit. Kann er machen – hätte er nicht machen brauchen, denn zu dem Zeitpunkt hielt ich diese Provokation gegenüber dem Verein für völlig aus der Luft gegriffen.
“Als der FC mich zurückholte, wurde mir gesagt: Am Anfang wollen wir die Liga halten, dann gute Transfers tätigen, um eine Mannschaft aufzubauen, die eine Zukunft hat. Die in drei bis vier Jahren auch mal um die internationalen Plätze spielen kann. Doch diese Entwicklung sehe ich nicht. Wir spielen wieder gegen den Abstieg”
Da frag ich mich nur, was hat Poldi eigentlich in den vergangenen Jahren im Umfeld nicht mitbekommen? Der Aspekt, dass sein Transfer – meinem Kenntnisstand nach – zum größten Teil durch Mäzen Franz Josef Wernze finanziert wurde? Oder hat er vergessen, dass unter der Amtszeit von Michael Meier der Schuldenstand vergrößert statt verkleinert wurde? Die Aussage von Poldi war einfach deplatziert, zumal seit Ende 2010 unter der nun neuen sportlichen Führung eine deutliche Abkehr von den typisch-kölschen Luftschlössern erkennbar ist.
Diese Aspekte sprechen auf den ersten Blick dennoch für Podolski – er spielt zurzeit eine der besten Spielzeiten seiner Profi-Laufbahn und kann – ja, wenn nicht sogar muss – als fast 100-facher Nationalspieler auch selbst zusehen, dass er in absehbarer Zeit auch im Vereinsfußball zu nennenswerten Erfolgen kommt. Dazu ist er mit 26 Jahren im besten Fußballer-Alter und steht kurz vor seiner dritten EM-Teilnahme. Das weiß Podolski auch augenblicklich selber, wodurch er schelmisch diverse Kommentare zu Wechselgerüchten, Angeboten anderer Vereine oder seine eigene Leistung kommentieren kann.
“Dann muss ich eben in der 2. Mannschaft spielen oder setze mich auf die Tribüne”
Also geht er? Auf diese Antwort kann höchstens er selbst eine Antwort geben. Ich mutmaße jedoch mal, dass er bleibt – zumindest bis zum Ende der Saison 2011/2012. Das dürfte recht naheliegend sein: Podolskis großes nächste Ziel ist die kommende EM. Ärgerlicherweise möchten die Medien einen Zweikampf um den Platz Linksaußen in der Nationalmannschaft hochkocheln. Sicherlich ist André Schürrle talentiert und kann Podolski ein wenig kitzeln. Aber die Fakten in der aktuellen Saison sprechen klar für Poldi – bspw. Tore, Torvorlagen oder der Notenschnitt bei kicker.
Warum sollte Podolski also kurz vor der EM in ein Team wechseln, bei dem er erst in die Struktur hinein wachsen muss, ggfs. sogar zunächst noch auf der Bank Platz nehmen muss. Eventuell sich sogar zeitweise aus den Augen vom Nationaltrainer spielt. So schlau wird Podolski wohl selber sein. Also kann er sich gelegentlich in einem – nun ja durchschnittlichen Team – durch herausragende Leistungen weiter in den Vordergrund spielen und seinen Marktwert weiter ausbauen.
“Horst Heldt sagte, dass man weder den Verein noch den Spieler kontaktiert habe. Deswegen sollte das man nicht so ernst nehmen. Hauptsache man bleibt im Gespräch.”
Nehmen wir an, Podolski wird seinen Vertrag beim FC nicht verlängern und unter den gegebenen Umständen nach der EM den Verein verlassen. Wer profitiert davon? Klar, Podolski selber. Der FC? Mitnichten! Die Transferrechte liegen – meinem Kenntnisstand nach – bei Wernze und nicht beim Verein. Dadurch bekommt der FC nicht mehr Geld zum Schuldenabbau, geschweige denn, dass sich der Verein durch die Einnahmen personell verstärken kann.
Aber wenn: Wohin könnte Podolski wechseln? Wohl nicht in die Türkei – nichts für Ungut, aber die Tendenz dort die erhofften Erfolge im Vereinsfußball zu erzielen dürfte eher gering sein. Auch nach Lokomotive Moskau dürfte Podolski nicht wechseln: Ums große Geld muss es ihm nicht gehen, denn er ist in der Nationalmannschaft noch lange nicht außen vor und ein Weg à la Kuranyi erscheint unter diesen Gegebenheiten nicht sinnvoll. Zuletzt brachte sich der FC Schalke selbst ins Gespräch. Ein übliches Unterfangen in solchen Situationen, aber auch da halte ich es eher wie Solbakken:
“Lukas kann in jeder Mannschaft dieser Welt spielen. Er spielt das beste halbe Jahr seiner Karriere. Er kann auf jeden Fall in einem besseren Verein als Schalke 04 spielen”
Natürlich, völlig abwegig ist es sicher nicht: Aber – auch Schalke fehlt Geld – und Schalke hat im Offensivbereich derzeit noch ein Überangebot an hochklassigen Spielern. Sollte Schalke Farfán für einen Podolski-Transfer abgeben und evtl. auch Rául, dann geht S04 – wenngleich der Kader besser besetzt ist als der vom FC – dennoch einiges an Klasse ab. Auch der Drops Dortmund dürfte gelutscht sein:
“Das sind ja reizende Aussagen von Herrn Klopp. Vielleicht ist er etwas traurig, weil ich ihm schon zweimal abgesagt habe.” (..) “Andererseits hat er aber auch Recht: Ich bin dem BVB tatsächlich zu teuer, weil ja nun die Champions-League-Einnahmen fehlen. Wo sie doch als Gruppenletzter ausgeschieden sind, kann ich verstehen, dass sich das nicht lohnt…”
Unterm Strich bleiben da nicht mehr viele Bundesligisten, die den eigenen Ansprüchen von Podolski genügen und die auch finanziell solch einen Transfer stemmen können. Realistischer erscheint derzeit daher ein Wechsel ins Ausland.
So dürfen sich die Medien weiterhin auf unterhaltsame Schlagzeilen, basierend rein auf Gerüchten, freuen. Das Theater geht also weiter – und es wird auch nicht beendet sein, sollte – wieder erwarten – Podolski im Winter den Vertrag verlängern. Die Situation in Köln wird schwer in kurzer Zeit so zu verändern sein, dass sie den Erwartungen Podolskis entspricht.
Ett hätt noch immer joot jejange
Abwarten, Tee trinken. Das ist das typische Geschäft der Medien mit dem Produkt Fussball. An dieser Stelle kann man noch ein gutes Dutzend Phrasen einwerfen, unterm Strich ist das, was zählt. Als FC-Fan ist klar, was man sich wünscht, aber das ein Spieler, der sich aktuell in einer Top-Verfassung befindet, Begehrlichkeiten weckt bleibt ebenso nicht aus. Freuen wir uns also auf weitere Akte im Drama “Podolski“.
SierraXTC am 02.12.11 um 22:47 Uhr
 Tags: Dänemark, Deutschland, Fußball, Holland, Länderspiel, Portugal
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“Hammer-Los” – egal, was noch an weiteren Superlativen von den Medien gefunden werden, sie werden wissen, diese Auslosung wieder übermäßig aufzubauschen für die notwendigen Auflagen. Noch bevor die deutsche Mannschaft einer Gruppe zugelost wurde twitterte ich:
“#em2012 – Also Gruppe B scheint mir im Augenblick etwas unbequem zu sein”
Das es dann zu dieser Konstellation kam bewerte ich nach wie vor als unbequem – aber würde es deswegen nicht mit Superlativen versehen. |
Sicher: Man kann als Topfavorit durch’s Tunier spazieren ohne dabei im äußersts günstigen Fall auf keinen Top-Favoriten zu treffen. Aber mal ehrlich: Wer will das? Es sind die Besten der Besten, Sir – es ist ein Tunier, dem nur wenige Spieler es vergönnt ist, es mehr als einmal spielen zu dürfen. Möchte man dort – bei allem Respekt – auf Aserbaidschan oder San Marino treffen, nur damit man mit dem Pokal nach Hause geht?
Das in Polen und der Ukraine eben kein Fallobst auf einen wartet ist klar, wenn sich grade die 14 besten Nationalmannschaften aus Europa für dieses Turnier qualifiziert haben. Und – ohne Witz – auch die Ukraine und Polen sind jetzt nicht wirklich dafür bekannt schlechte Nationalmannschaften zu stellen.
Egal welche der anderen 10 Mannschaften dem deutschen Team zugelost worden wären – es wäre vielleicht “vom Papier her” vermeindlich leichter gewesen, aber man kennt es doch – die Motivation eine der renommierten Mannschaften zu schlagen ist immer einen Tacken höher. Daher 5€ ins Phrasenschwein:
Wer den Titel holen möchte muss alle schlagen (können)
In erster Linie wird das ein Fest für jeden Fan des Fußballs – spannende Spiele zwischen Mannschaften, die ziemlich auf Augenhöhe miteinander konkurrieren können. Klar möchte man – wie auch im Vereinsfußball – seine Mannschaft siegen sehen, aber auch 2004 – trotz des frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft – fand ich das Tunier hoch attraktiv und interessant.
Nehmen wir doch mal hypothetisch an, dass die Teams in Gruppe B so gute Tage erwischt haben, dass am Ende die Deutschen die Heimreise antreten müssen – ja, so what? Muss man sich dann grämen gegen Portugal ausgeschieden zu sein? Wär ja nicht das erste Mal – oder gegen Dänemark ein wichtiges EM-Spiel verloren zu haben? Wär ja nicht das erste Mal? Ja, grämen werd ich mich, wenn uns die Niederländer mal wieder zeigen, wo der Frosch die Locken hat, aber – nun ja … so schlecht sind sie ja auch nicht.
Ich find die Auslosung wirklich toll – denn, so sehr ich es der Mannschaft auch gönne und wünsche den Titel zu holen, bin ich in sofern zu begeistern, wenn ich klasse Spiele sehe, die sich nicht auf Rasenschach beschränken oder durch übertriebene Härte unansehnlich werden. Und mal unter uns Pastorentöchtern: Wer in der Gruppe in die Endrunde einzieht, der hat sich schon richtig viel Respekt erspielt um dann auch offiziell zu einem Topfavoriten auf den Titel gelten zu dürfen. Der braucht in der Endrunde bei keinem Spiel mit zu viel Ehrfurcht vor dem Gegner auf den Platz gehen.
Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig
Paul Breitner
Bis zur EM ist noch reichlich Zeit. Der ein oder andere Spieler wird in den jeweiligen Teams noch zum EM-Kontingent hinzustoßen, vor Verletzungen ist keiner gefeit – wirklich niemand. Von daher schmunzel ich immer über Prognosen, die so weit im Vorfeld abgegeben werden. Fußball ist einfach ein sehr schnelllebiges Geschäft.
Trotzdem spricht doch mal nichts dagegen, die bisherigen Erfolge in Selbstvertrauen umzumünzen und dieses dann mit in das Turnier zu nehmen. Ich hatte selbst eigentlich auch vor, ein paar Worte zum Länderspiel gegen Holland schreiben zu wollen, aber bei aller Lobhudelei – am Ende kackt die Ente.
Verstecken brauchen sich Lahm und Co. nicht. Die Resultate der vergangenen zwei Jahre sprechen für sich – der Respekt vor dem Team bei den anderen Mannschaften ist sicherlich nicht zu unrecht da. Die Medien sprechen ja gerne auch mal von einer “goldenen Generation“. So wäre es sicherlich nicht unverdient, wenn mal wieder ein Pokal nach Deutschland geht – aber auch die “goldene Generation” der Portugiesen ist ohne einen nennenswerten Titel geblieben und bleiben doch jedem Fußball-Freund in Erinnerung. Es ist halt blöd, wenn man zu einer Zeit spielt, in der die Dichte an der Spitze sehr hoch ist.
Ich freu mich jedenfalls auf vier spannende Vorrunden-Gruppen, bei denen sicherlich einige fußballerische Perlen geboten werden. Wenn’s unterm Strich für’s Halbfinale reicht für uns, dann fänd ich das schon sehr respektabel. Unmöglich – trotz der wirklich hochkarätigen Gegner – find ich dieses “Ziel” nicht. Immerhin stapel ich damit ja schon um Längen tiefer, als die Jungs um den Bundes-Jogi, die ja schon gerne den Titel holen möchten.
SierraXTC am 06.11.11 um 00:22 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
| Ich weiß nicht, woran es genau liegt. Seit Jahr und Tag hat der EffZeh ein eher schlechtes Bild – insbesondere wohl auch beim DFB. Ärgerlich, da es gerade dazu führt, dass in Spielen gegen den FC gepfiffen wird. Ein Phänomen, was nicht erst seit dieser Saison zu beobachten ist – aber in dieser Saison einen unrühmlichen Höhepunkt erlangt. In gerade einmal 12 Spielen. |
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In der 79. Minute verweist Schiedsrichter Manuel Gräfe den Kölner Novakovic wegen einer vermeindlichen Schwalbe mit Gelb-Rot des Feldes. Ob die Entscheidung nun gerechtfertig war sei dahin gestellt. Entscheidend ist, dass dieser Platzverweis in einer Phase kam, in der der FC nach dem Rückstand wieder ins Spiel gefunden hat. Danach brach die Zuordnung zusammen und der VfL Wolfsburg schenkte dem FC noch zwei weitere Treffer ein. – Ohne den Platzverweis und mit Konjunktiv wäre ein Punkt zum Auftakt noch möglich gewesen.
Der FC führt auf Schalke mit 1:0. Kurz vor der Halbzeit entscheidet Schiedsrichter Winkmann nach einem vermeindlichen Handspiel McKennas auf Elfmeter. Diese Entscheidung sehen doch einige Gelehrte als deutliche Fehlentscheidung an. In der Folge ist der FC völlig konsterniert und geht sang und klanglos unter. Reine Spekulation, ob der FC ohne diese Fehlentscheidung so untergegangen wäre, da das Team – auch nach der Niederlage gegen Wolfsburg – nicht besonders gefestigt war.
Ein Chaos-Spiel – an dem der Schiedsrichter Meyer direkt beteiligt war. Mit geführten 3 Fehlentscheidungen und gefühlten deutlich mehr Entscheidungen gegen den FC wurde das Spiel durch den Scheidsrichter maßgeblich beeinflußt. Ein zu unrecht gegebener Elfmeter gegen den FC und zwei nicht gegebene Elfmeter – einen für den HSV, einen für den FC – sprechen eine deutliche Sprache. Unterm Strich ein glücklicher Sieg, der souveräner hätte ausfallen können gegen konsternierte HSVler.
Scheidsrichter Weiner pfeifft ein Spiel des FC – ganz sicher keine glückliche Wahl: Weiner fällt doch des öfteren unverständliche Entscheidungen gegen den FC. Innerhalb von 5 Minuten entschied Weiner durch zwei Elfmeter gegen die Kölner bereits das Spiel. Highlight ist die rote Karte gegen Miso Brecke wegen rohem Spiel. Über diese Entscheidung darf man mehr als nur zweifeln. Insbesondere über das Urteil des DFB, Brecko anschließend für 3 Spiele zu sperren. Gegen Nürnberg wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, aber nicht, wenn man statt gegen elf gegen zwölf Mann spielt. Zwei Elfmeter und eine rote Karte gegen den FC sprechen Bände.
Zwar gewinnt der FC wie man so schön sagt kaltschnäuzig gegen Hoffenheim, jedoch entscheidet sich Scheidsrichter Sippel in der 43. Minute gegen den FC und wertet den Zweikampf zwischen Peszko und Vorsah nicht als Foul des Hoffenheimers und verweigert dadurch – wieder einmal – einen Strafstoß.
Ausgleichende Gerechtigkeit? Man weiß es nicht, jedenfalls kommt der FC glücklich bei den Entscheidungen dieser Spieltage heraus – zwei Tore wegen vermeindlichen Abseits nicht gegeben, ebenso einen Elfmeter nicht gegeben. Erfolgstechnis sprang indes nur ein Erfolg gegen Hannover 96 heraus, der aber nicht unverdient war.
Weiner – wieder einmal Weiner … was sich Schiedsrichter Weiner zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Bremen erlaubt hat war sehr grenzwertig. In einer spielentscheidenden Phase nach dem Bremer Anschlusstreffer verweigert Weiner – mal wieder – einen berechtigten Elfmeter gegen den FC nach Naldos deutlichem Handspiel. Im direkten Gegenzug entscheidet Weiner merkwürdigerweise auf ein Foul von Sereno im Strafraum mit roter Karte und anschließendem Elfmeter. Sereno mag Rosenberg gefoult haben, keine Frage, aber der Ball und die Spielsituation waren dermaßen weit weg, dass man niemals davon sprechen kann, dass Sereno eine Torchance klar vereitelt hätte. Was sich Weiner wieder einmal innerhalb von 5 Minuten geleistet hat ist unglaublich gewesen.
Fünf Elfmeter gegen den FC – wovon bei weitem die Wenigsten berechtigt waren. Drei nicht gegebene Elfmeter im Gegenzug. Krasse Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Phasen und 2 rote, eine gelb-rote Karte gegen den FC für Fouls, die bei anderen Vereinen nicht mal gepfiffen werden.
Man sagt ja: Fehlentscheidungen gleichen sich über die Saison aus, aber es zeigt sich doch, dass im Zweifel gegen den FC gepfiffen wird. Das kann natürlich unterirdische Vorstellungen des Teams nicht entschuldigen, aber gerade in dieser Saison stehen die Schiedsrichter enorm unter Beobachtung, da nicht nur bei Spielen vom FC sehr merkwürdige Entscheidungen getroffen werden. Ärgerlich ist es aber dennoch.
Nur, damit man mich hier nicht falsch versteht: Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen und direkt zu fällen und Fehler sind eben menschlich, genau das ist auch das Salz in der Suppe. Auf technische Unterstützung möchte ich dabei gerne auch in Zukunft verzichten. Nur schmeckt einem eben die Suppe nicht mehr, wenn sie versalzen ist. Aber was macht denn noch Spaß, wenn man sich als Fan nicht mehr über die versalzene Suppe aufregen darf?
SierraXTC am 14.08.11 um 16:45 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
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Es ist bei weitem keine Enttäuschung, es ist Frust. Ich war wirklich richtig sauer nach dem desolaten 1:5 beim FC Schalke 04. Warum? Warum ich damit nicht gerechnet habe? Warum ich immernoch weltfremd vor jeder Saison das Positive im FC sehe? Tja, das ist wohl das typisch kölsche Fantum. Nun gut, in meinen Augen gab es durchaus Anlass optimistisch auf diese Saison zu blicken. Für das Auftakt-Programm hat es die DFL ausnahmsweise gut mit dem FC gemeint. |
Letzten Endes stand der FC am Ende der vergangenen Saison nicht schlecht dar: Sechstbeste Rückrundenmannschaft, trotz teilweise unterirdischer Leistungen in fremden Stadien. Ein Team, welches die Handschrift vom Trainer Schaefer trug. Ein neuer Konzepttrainer, der vielleicht nicht die Erfahrung mitbringt, aber das System vom neuen Sportdirektor tragen sollte. Ein Wunschspieler des Sportdirektors, der durchaus die Qualität im per se schwachen Mittelfeld heben könnte. Warum sollte man da nicht optimistisch sein?
Es kam der letztjährige Tabellen-Fünfzehnte, Auswärts ging’s zum letztjährigen Tabellen-Vierzehnten und mit dem FCK kommt nun auch ein Team, welches tendenziell auf dem Niveau des FC eingeschätzt werden konnte. Ein Auftakt mit 7 Punkten aus diesen drei Spielen wäre möglich gewesen. Es hätte einen ruhigen Saison-Start bedeutet und dem Trainer ein ruhigeres Arbeiten ermöglicht. Nein, das ist keine Utopie, das war durchaus realistisch: Der VfL hat sich im Pokal grenzenlos blamiert und stellt sicher keinen Aspiraten für internationale Plätze dar. Schalke befindet sich im Um- oder Aufbruch, was auch immer, dieses Team ist ebenfalls keine Ausnahmemannschaft und (zumindest) im heimischen Stadion liegt einem Schalke.
Die Zweifel, die einem bei der 1:2 Testspiel-Niederlage gegen Arsenal aufkamen wischt man schnell weg: Es war nur ein Testspiel, und so schlecht sah das im Gesamten nicht aus. Überzeugend war der Sieg gegen Wiedenbrück im Pokal nicht, aber er war souverän. Eine eigentlich ganz gute Ausgangslage um mit einigem Selbstvertrauen den Saison-Auftakt vor heimischen Publikum anzugehen. Immerhin war der FC stellenweise zuletzt zu Hause eine Macht.
Was dann kam, war unterirdisch: Ja klar kann man sagen, elendiger Pessimist, einfach in die gleiche Kerbe schlagen wie die kölschen Medien und nun alles schlecht schreiben. Als FC-Fan ist man Leid gewöhnt. Man ist auch Niederlagen und Niederlagen-Serien gewöhnt. Aber das, was in den vergangenen 180 Spielminuten passiert ist, ist ein Offenbarungseid gewesen.
Man rufe sich mal kurz in Erinnerung: 19.03.2011 – der FC geht sang und klanglos 6:2 in Hamburg unter. Nur wenige Tage später, am 24.04.2011 überrollt der Abstiegskandidat VfL Wolfsburg zu Hause den FC mit 4:1. Schon in der Rückrunde ist das Team auswärts bei Rückständen auseinander gebrochen. Muß man extra erwähnen, dass die Abwehr vom FC die zweitschlechteste der Liga war/ist? Und jetzt knüpft die Mannschaft genau da an.
Wenn man genau hinschaut, dann weiß jeder FC-Fan auch, dass man nur erstklassig spielt, weil Rensing eine überragende Rückrunde gespielt hat und durch seine Paraden die Mannschaft im Spiel – und letztlich in der Liga gehalten hat. Man kann reichlich konjunktive benutzen, was wäre gewesen, wenn Mondragon in der Rückrunde im Tor gestanden hätte und in der Rückrunde bei Rückständen im eigenen Stadion … lassen wir das.
Aber da war die Idee .. die Idee, mal abseits vom kölschen Klüngel vielleicht das machen, was im Moment in der Liga gang und gäbe ist: Konzeptarbeit. Mit Volker Finke wurde jemand verpflichtet, der da Struktur rein bringen könnte. Wenn Köln eben nicht Köln wäre …Mit Schaefer stand ein Trainer zur Verfügung, welcher dem Team zumindest einige Ansätze vermitteln konnte. Und das Stale Solbakken grundsätzlich langfristig denkt ist sicher auch nicht falsch.
„Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft.“
Udo Lattek
Trotzdem: Warum muss man unnötigerweise ‘n Fass aufmachen und dem Medienliebling als erste Amtshandlung die Binde wegnehmen? Unnötig: Egal ob man aus Norwegen kommt oder nicht, niemand im Verein wäre so naiv, Solbakken nicht auf die rheinischen Medien vorzubereiten. Ganz gleich, ob Poldi nun ein toller Spielführer ist oder nicht, ich mach doch nicht einfach ‘n Nebenkriegsschauplatz auf, der mich in meiner Position schwächen kann. Keine Frage, wenn in der Winterpause der FC auf Platz 9 gestanden hätte, Solbakken Fuß gefaßt hätte, dann hätte er .. ach ja, die Konjunktive wieder.
Nichtsdestotrotz: Ich würde es gerne sehen, wenn Finke und Solbakken die Möglichkeit bekommen Ihre Idee bis zum Ende durchzuziehen. Aber ich befürchte, die beiden werden bei einer weiteren Niederlage sehr schnell aus Ihren Ämtern geschrieben. Denn bei aller Fan’schaft, die individuell unbestritten vorhandene Klasse der Spieler im Team reicht nicht aus um die Klasse zu halten, wenn aus Einzelkämpfern nicht endlich ein Team wird, das auch nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, wenn es zurück liegt.
Ganz realistisch muss man festhalten, dass es vermessen wäre anzunehmen, dass der FCK nicht auch die Schwächen der Kölner Hintermannschaft ausnutzen kann. Von 3 Punkten am Samstag ist der FC meilenweit entfernt. Das wird eine ganz schwere Saison, den Grundstein dafür hat sich das Team in den vergangen Spielen selbst gelegt. Es bleibt nun abzuwarten, wie das Umfeld reagiert. Untypisch, so dass Finke und Solbakken etwas aufbauen können, oder typisch Kölsch, in dem die Unruhe geschürt wird und mittelfristig gar überhastete Trainerwechsel stattfinden. Dann muss man – angesichts der finanziellen Lage befürchten, dass am Rhein die Lichter ausgehen können. Ob das zielführend ist sollte man sich im Geisbockheim und in den Verlagshäusern rund um den Dom genau überlegen.
„Et hätt noch immer jot jejange.“
kölsches Sprichwort
SierraXTC am 11.08.11 um 13:34 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielEin Freundschaftsspiel – und wie immer, so wie jedes Freundschaftsspiel, zu einem höchst ungünstigen Augenblick – glaubt man zumindest den Verantwortlichen der DFL. Sechs Auswechslungen waren möglich, wieviel Wert mag so ein Freundschaftsspiel haben? Für einen ehemaligen Nationalspieler anscheinend kein sonderlich Hohen. Ganz ehrlich, ob nun in China ‘n Sack Reis umgefallen wäre oder Deutschland sang und klanglos gegen Brasilien untergegangen wäre, es wär vermutlich auf’s selbe hinaus gekommen.
Statistisches
Deutschland:
Neuer (3,5) – Träsch (2,5), Hummels (2,5) (88. Boateng (-)), Badstuber (3), Lahm (2) – Schweinsteiger (3,5) (85. Rolfes (-)) – T. Müller (3), M. Götze (1,5) (88. Cacau (-)), Kroos (2,5), Podolski (4,5) (46. Schürrle (2)) – Gomez (4,5) (46. Klose (3))
Brasilien:
Julio Cesar – Dani Alves, Lucio, Thiago Silva, André Santos – Ralf, Ramires (86. Luiz Gustavo) – Fernandinho (69. Ganso), Robinho (86. Renato Augusto), Neymar – Pato (77. Fred)
Tore:
1:0 (61.) Schweinsteiger (FE)
2:0 (67.) Götze
2:1 (71.) Robinho (FE)
3:1 (80.) Schürrle
3:2 (90.+2) Neymar
Gelbe Karten:
– Ganso
Zuschauer:
54.767 – Mercedes-Benz-Arena
Das Spiel
Schwungvoll ging’s los – zumindest hatte man den Eindruck. Mental waren die Deutschen von der ersten Minute auf dem Platz. Das konnte man von Brasilien vielleicht nicht unbedingt behaupten. Der Ball zirkulierte schick durch die eigenen Reihen und die Zauberer vom Zuckerhut standen andächtig daneben. Die Ballzirkulation endete aber irgendwo im Niemandsland vor dem brasilianischen Strafraum. Und über die Ecken der Deutschen hüllt man besser den Mantel des Schweigens. Naja, irgendwann tauchte dann doch noch jemand vor Julio Cesar auf – aber das war auch die einzige Schrecksekunde in den ersten 45 Minuten. Denn nach 20 Minuten wurden auch die in den gelben Laibchen spielenden auf den Ball aufmerksam. Dadurch kam zumindest Bewegung ins Mittelfeld – man hielt sich nunmehr nicht nur 5-10 Meter in der brasilianischen Hälfte auf, nein, ebenso fand man auch 5-10 Meter in der deutschen Hälfte Platz.
So schwungvoll wie Halbzeit eins begann, begann auch Halbzweit 2 – nur schienen die Brasilianer durch den Pausentee aufgeputscht zu sein. Irgendwann spielte Deutschland mal einen vielversprechenden Angriff in den Strafraum und schwupps, da schnupperte Kroos auch mit der Nase an den Graswurzeln. Den – naja, nett gemeinten Elfmeter verwandelte Chefchen Schweini Schweinsteiger recht sicher zur durchaus verdienten Führung. Das Deutschland auch zielgerichtet kombinieren kann zeigte der neue Super-Bubi Götze. Eine nette Aktion führte zum zu diesem Zeitpunkt schon eher schmeichelhaftem 2:0. Im Gegenzug schaute sich auch Dani Alves mal die Graswurzel im deutschen Strafraum konkreter an und wurde mit einem Strafstoß belohnt. Das lustige Budenschießen, was in der ersten Halbzeit gar nicht stattfand, ging munter weiter. Schweinsteiger der alte Wadenbeißer setzt sich galant im Sechzehner durch und Schürrle findet den Abschluß. Im Gegenzug fällt Neuer nochmal sachte wie ‘ne Bahnschranke und so darf Naymar doch jubeln.
Weisheiten
Also mal unter uns, das System.. oder zumindest die subjektive Auslegung der Spieler des Systems.. in Halbzeit eins war das eher unterirdisch. Links standen sich Poldi, Lahm und Kroos gegenseitig auf den Puschen, rechts machten Götze, Müller und hin und wieder Träsch sich selbst die Räume eng. Ja nee, so nicht Freunde. Also mir gefiels bei weitem nicht so gut wie dem Gerd Gottlob, der sich bei jeder wirkungslos verpufften Ballstaffette unserer Nationalmannschaft equicklich erfreute. Offensive Auslegung der Außen und des Mittelfelds ist gut, aber ich glaub da muß entweder das Spielerpersonal noch etwas geschult werden, oder gänzlich ausgetauscht werden.
Es weiß nun jeder, ich bin EffZeh-Fan und Poldi ist ja unser Prinz. Aber man muss realistisch sehen, dass Podolski zurzeit besser auf der Bank platz nimmt im Nationaldress. In den ersten 45 Minuten, auch dank der Überzahlsituationen, lief das Spiel völlig an ihm vorbei und er war – so machte es den Eindruck – auch nicht Willens, entsprechend im Raum zu rotieren. Das konnte Schürrle besser – der aber auch davon profitierte, dass im Sturmzentrum ein deutlich beweglicherer und agilerer Spieler in der zweiten Hälfte auf dem Platz stand.
Ja, der Gomez da in Halbzeit 1 … der war irgendwie, naja, nicht so wirkungsvoll. Aber generell muss ich beim Lesen der Fachmedien und Boulevardpresse feststellen: Ich muss wieder ‘n anderes Spiel gesehn haben. Die öffentliche Meinung scheint zu sein: Alles super, alles toll. Und der Schweini, ‘n ganz Großen. Nun, für mich war Schweinsteiger eher die größte Enttäuschung des Abends und die Körpersprache vor dem Elfmeter sprach nicht gerade dafür, dass er die Kirsche sicher versenkt.
Und das alle Welt nun von Super-Bubi Götze fasziniert ist .. herrje, der Jung kann watt, unbestritten. Der hat grad auch ‘n super Lauf. Aber der ist erst 19. Wo sind denn die so hochgejubelten Heilsbringer wie Marin heute? Die wurden seinerzeit ähnlich hochgejubelt. Nur, das mit dem Ball flach halten, das schafft vielleicht mittlerweile die Nationalmannschaft, die Presse wird es wohl nie schaffen.
Honk des Tages
Unanfechtbar: Gerd Gottlob – eine gequirlte Hühnerkacke hat der gequatscht, unglaublich. Schön seine Kommentare zu den Aktionen von Manuel Neuer. Alles super, hat er alles richtig gemacht, vor allem war Neuer auch immens gefordert. Nee, bloß unseren Super-Keeper nicht kritisieren – denn dann hätte er auch gesehn, dass Neuer den Schuß von Naymar durchaus hätte halten können – in meinen Augen. Und die dusselige Lobhudelei auf Ballack hätte er sich ebenfalls schenken können. Ich frage mich wirklich, wie man 90 Minuten so fernab dem tatsächlichen Geschehen auf dem Platz kommentieren kann. Geht Herr Gottlob bei Herrn Rhéthy in die Schule?
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