World of Warcraft (XVIII)
Gesellschaftsspiele, World of Warcraft
Tags: Computer, Games| Ja, es gibt doch nochmal einen Beitrag von mir zu WoW. Ich muss gestehen, das ich Anfang Oktober nochmal kurz für rund 2 Wochen rückfällig geworden bin. Aber auch dieser kurze Rückfall hat meine Entscheidung nur bestärkt. Also, warum dann nochmal das Thema WoW aufgreifen? |
Passend zum Weihnachtsgeschäft wirft Blizzard die 3. Erweiterung von WoW auf den Markt. Und vieles, was es im Vorfeld zu lesen gab muss sich nun bewähren. So habe ich grade den Artikel auf buffed.de zu Cataclysm gelesen und dieser bestätigt meine Einschätzung vom Sommer 2009 und zeigt mir, das WoW zwar nett, aber nicht besonders spannend ist.
Wie komme ich zu dieser Annahme, wo ich doch weder zur Zeit online aktiv bin, geschweige denn Cataclysm getestet habe? Ich stütze mich dabei auf meine im Spiel gemachten Erfahrung zu der Erweiterung Wrath of the lichking und eben dem “Testbericht” von buffed.de. Das alleine reicht mir persönlich um zu dem Schluss zu kommen, das es für einen ehemaligen Spieler eher nach wie vor uninteressant ist, den brach liegenden Account wieder zu reaktivieren.
Wie gesagt, das Ganze ist rein subjektiv. Dazu muss ich jedoch zumindest ein klitzekleinwenig ausholen: Wie zu vermuten hatte ich durchaus auch Zeiten, in denen mir das Spiel viel Spaß gemacht hat. Aber – so ich denn mal am PC spiele, so spiele ich doch aus dem Grundinteresse einer gewissen Herausforderung gegenüber. Diese war – ab spätestens – Patch 3.2 für mich nicht mehr gegeben (Jaja, ich weiß, das ich den LK nicht gelegt habe – aber es geht mir dabei eher um den gesamten Eindruck.).
Und ja, tatsächlich steigt der Anspruch. Er steigt nicht unbedingt in Vashj’ir und Hyjal, die kaum komplizierter sind als die Sturmgipfel oder Eiskrone zur WotLK-Veröffentlichung. In Tiefenheim und Uldum geht es aber bereits deutlich härter zu. Im Schattenhochland schließlich war in der Cataclysm-Beta Grüppchenbildung dringend zu empfehlen.
Widerspricht meiner vorgefertigten Meinung ja schon, aber: Leveln ist nur ein kurzer – zwar wiederkehrender – Bereich im Spiel. Während man, dank Wotlk-Talentbaum und Erbstücken zur 2. Erweiterung jegliche heroischen NPCs ganz einfach mal solo im Schnelldurchgang metzeln konnte ist ein Anheben des Schwierigkeitsgrads auf den ersten Blick ganz nett. Das wird sich aber mit zunehmender Spielzeit in Cataclysm genauso wieder relativieren, wie es schon zu BC- und Wotlk-Zeiten war. Auch da wird man mit Patch 4.2 oder höher vermutlich mit dem x-ten Twink auf wenig Herausforderung stoßen: Gecraftete Items und Erbstücke gibt es weiterhin und Blizzards-Nerfkeule schwingt immer wie ein Damoklesschwert über dem Spiel. Also: Same procedure ..
Eine kreative Freiheit bei der Wahl der Talente sucht Ihr ebenso vergebens wie den Pfad der Titanen (..) Ihr habt statt zwei Glyphenarten drei, könnt statt sechs Glyphen neun einsetzen. Das ist weder spannend noch fordernd. (..) Vereinfachungen gibt es auch bei Items.
Schlußfolgerung: Es wird weiterhin einfacher. Der Talentbaum ist schon Pre-Cataclysm abgestumpft. Es war – in Kombination mit der Ausrüstung – eines der letzten Theorycrafting-Betätigungsfelder. So fummelt man hier und da ‘n bißchen an sekundären “Stats” rum, sieht zu, das man auf sein “Cap” kommt und metztelt fröhlich weiter. Gähn, same procedure ..
So vielversprechend die Instanzen wirken, so angreifbar ist die Beuteverteilung. In guter WotLK-Tradition müssen Fans von Tier-Sets nämlich nicht zwingend auch raiden.
Damit sind wir beim Killerargument, warum Raiden in WoW unsinnig geworden ist: Nach wie vor (wie schon während der gesamten Wotlk-Ära) werden T-Sets verschleudert. Warum also Endgame und Raidinstanzen, wenn sich die Spieler nach wie vor Ihre lila Items durch den x-hundersten Instanz-Lauf abfarmen können? Ergo hat Blizzard die Kritik der Spieler an der 2. Erweiterung überhaupt nicht verstanden. Ich tendiere nach wie vor dazu, das meine Prognose, alte T-Set Teile gegen Geld im Blizzard-Shop kaufen zu können mittelfristig Realität wird. Dazu wird die “Königsdisziplin” – 25 mehr oder minder begabte Spieler bei Bosskämpfen eine einigermaßen einheitliche Choreographie abzuhalten – weiter verwässert. Da ist der Spagat zwischen pushen von Gilden und Endcontent-Raids in meinen Augen einfach gescheitert.
Diese Entwicklung ist bezeichnend für das übergreifende Konzept für die Klassen: Mit Cataclysm wird alles einfacher. Das hilft Einsteigern, unterfordert aber mitunter die Profis.
Dies ist das eigentliche Fazit des Artikels auf buffed – was sich einfach so mitten in dem langen Text versteckt. Sprich, die von mir eigentlich gewünschte Herausforderung schwindet weiter: Ob im PvE-Endcontent (trotz Crowd Control), generell im – in WoW nie ausbalancierten – PvP, der weiteren Abwertung von Handwerk oder eben dem hinterher Werfen von epischen Items: Alles in allem in Wotlk schon mal da gewesen und schon dort hat es nie den Flair von Classic/BC erreicht.
Ich weiß nicht, ob der buffed-Artikel nun “Lust” auf die Erweiterung machen sollte. Bei mir führte es eigentlich nur dazu, endgültig Amen zu sagen und auf Diablo 3 zu warten. Die wenigen positiven Aspekte des Artikels können einen nun wirklich nicht mehr dazu veranlassen zu Cataclysm zu greifen.




