Betongleitwände
Geschwafel
Tags: Auto, Autobahn| Seit etwa 20.000km bewundere ich nun die Bauarbeiten auf der A2 – den Ausbau auf sechs Spuren auf knapp 9km zwischen der Anschlussstelle Hamm und dem Kamener Kreuz. Dabei fällt insbesondere ins Auge, das die Abgrenzung der einzelnen Richtungsfahrbahnen in der Mitte nicht mehr wie früher durch Leitplanken |
geschieht. Warum eigentlich? Denn anscheinend ist es nicht so einfach, so ‘n paar Betongleitwände sauber zu gießen. In kleineren, als auch größeren Teilen mussten nun schon mehrfach einzelne Elemente neu gegossen werden. Sehr schick war heute auch das in sich zusammengefallene Element in Höhe von Bönen, da darf man wohl auch nochmal ran.
Irgendwie erschließt sich mir nicht ganz der Vorteil. Die Fertigung scheint mir teuerer und aufwändiger als die Montage von Leitplanken zu sein. Ob ich einen Aufprall mit 100km/h auf eine dieser Betongleitwände einer flexiblen Leitplanke vorziehen sollte kann ich auch nicht wirklich sagen – zumal ich auch keinen Bedarf habe, es ausprobieren zu wollen. Und zu guter Letzt sind diese Beton-Elemente eben so dermaßen unflexibel, dass eine geänderte Verkehrsführung durch Baustellen nicht mehr “mal eben so” möglich ist.
Bei den meisten Betonschutzwandsystemen verschieben sich bei einem Fahrzeuganprall die Ortbetonwände oder Schutzwände aus Fertigteilen je nach Wirkungsbereich um einige, jedoch wesentliche, Zentimeter, sofern sie nicht hinterfüllt sind. (..) Der Durchbruch auf die Gegenfahrbahn wird damit verhindert. (..) Nach Unfällen lassen sich Betonschutzwand vergleichsweise schnell wieder ersetzen – die Betonkörper selbst sind Opfermaterial im Sinne einer Knautschzone, die die Aufprallenergie absorbiert, und werden nach einem Unfall routinemäßig entsorgt – und einrichten.
Gerade die Aussage “sofern sie nicht hinterfüllt sind” irritiert mich: Der mit Sand und Kiesel aufgefüllte Raum zwischen den beiden Betongleitwänden kann doch dann nicht mehr diese Verformung beim Aufprall bieten, oder? Gut, das mit dem Durchbruch auf die Gegenfahrbahn ist klar und sicherlich ein gewichtiger Aspekt, denn so manch ein 40-Tonner hat auf der Gegenfahrbahn wohl schon für unliebsame Begegnungen gesorgt. Wobei wiederum das “vergleichsweise schnelle Ersetzen” von mir angezweifelt wird, so wie die Arbeiter auf der A2 mit den Elementen rumhampeln.
Nun ja, ich hoffe, das ich den grauen Kästen nie näher als 50cm komme, von daher sollte es mir eigentlich egal sein – aber man hat halt nun reichlich Zeit während man durch die Baustelle schleicht, um sich über das, was dort auf der A2 fabriziert wird, Gedanken zu machen. Wenn man mal etwas googlt, dann zeigt sich auch keine wirklich eindeutige Meinung, welches System vorteilhafter ist.
TAZ-Artikel von 2008
Wikipedia – Betonschutzwand
Wikipedia – Schutzplanke






