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Portugal:
Ricardo – Bosingwa, Pepe, Ricardo Carvalho, Paulo Ferreira – Petit (73. Helder Postiga) – Joao Moutinho (31. Raul Meireles), Deco – Simao, Cristiano Ronaldo, Nuno Gomes (67. Nani)
Deutschland:
1 Lehmann (1) – 3 A. Friedrich (2), 17 Mertesacker (2), 21 Metzelder (2,5), 16 Lahm (1,5) – 15 Hitzlsperger (2) (73. 18 Borowski (-)), 6 Rolfes (2) – 7 Schweinsteiger (1) (83. 4 C. Fritz (-)), 13 Ballack (1), 20 Podolski (4) – 11 Klose (2) (89. 2 Jansen (-))
Tore:
0:1 Schweinsteiger (22.)
0:2 Ballack (26.)
1:2 Nuno Gomes (40.)
1:3 Klose (61.)
2:3 Helder Postiga (87.)
Gelbe Karten:
Petit, Pepe, Helder Postiga – A. Friedrich, Lahm
Zuschauer:
39730 (St. Jakob-Park)
Das Spiel
In den Anfangsminuten hielten beide Teams das Tempo sehr hoch. Dabei konnte sich das deutsche Team eine Feldüberlegenheit erspielen und sie hielten die Portugiesen sehr gut vom eigenen Strafraum fern. Diese forsche Spielweise wurde nach etwas mehr als zwanzig Minuten nach einem traumhaften Doppelpaßspiel zwischen Podolski und Ballack durch den heran rauschenden Schweinsteiger zur Führung belohnt. Kurz darauf konnte wiederum Schweinsteiger einen Freistoß präzise auf den Kopf von Klose zirkeln, der zum 2:0 einköpfen konnte. Diese Führung nahm das deutsche Team jedoch wieder zum Anlaß die gleichen Fehler, wie in den bisherigen Spielen zu begehen: Man ließ sich wieder von den Gegnern zu sehr in die eigene Hälfte zurück drängen und als logische Konsequenz konnte Nuno Gomes noch kurz vor der Pause zum 2:1 verkürzen. Die wenigen Minuten bis zum Seitenwechsel standen die Deutschen unter gehörigem Druck.
Nach der Pause begannen die Mannen von Löw Hansi Flick wieder deutlich engagierter und wurden nach ungefähr einer Stunde für ihren guten Einsatz belohnt. Wieder war es Schweinsteiger, der einen Freistoß in den portugiesischen Strafraum brachte, wo sich Ballack durchsetzen und zum 3:1 einköpfen konnte. Dies war wohl das endgültige Signal für die Portugiesen einen Zahn zu zulegen. Der Druck wuchs von Minute zu Minute, wenngleich das Spiel der Portugiesen nach vorne eher harmlos wirkte. Der Antritt bis zum Strafraum war schnell und brachte die deutsche Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen, jedoch waren Ronaldo und Co. im Abschluß erschreckend schwach. Besser machte es der Joker Helder Postiga der kurz vor Abpfiff noch den 3:2 Anschlußtreffer erzielte. Die letzten Minuten sah sich das deutsche Team, wie kurz vor der Halbzeit, einem enorm hohen Druck ausgesetzt, aber mit Glück und vereinten Kräften konnte das Ergebnis über die Zeit gerettet werden.
Weisheiten
Schön und erfolgreich, zumindest grob dreißig bis vierzig Minuten. Da kann man nichts beanstanden. Das ist großer Sport gewesen und erinnerte an die glorreichen Spiele zwischen Juni und November 2006. Aber zwischendrin stand die Mannschaft zu tief. Viel zu tief. Wie schon gegen Polen, wie schon gegen die Kroaten, wie schon gegen Österreich. Die Gegner jetzt werden nicht einfacher und man konnte doch von Glück sprechen, daß die Portugiesen diese “Nicht-Taktik” “nur” zweimal auszunutzen wußten. Da ist jedenfalls noch Verbesserungsbedarf. Ansonsten kann man durchaus optimistisch ins Halbfinale gehen, wenn die gleiche Einstellung und das gleiche Engagement wie in den ersten 20 Minuten auch dort wieder von Beginn an gezeigt wird. Sogar technisch brillianter Fußball, wenn man sich die Vorabeit zum 1:0 betrachtet, wurde gezeigt.
Einzig möchte ich bitte, sich nicht immer wieder um den verdienten Lohn der Arbeit zu bringen und sich ein paar unnötige Gegentore einschenken zu lassen. Das macht mein Herz auf Dauer nicht mit.
Honk des Tages:
Ich kann mich nur schwer entscheiden – zum einen Helder Postiga, der kaum auf dem Feld mehr für unfaire Aktionen denn für Torgefahr gesorgt hat, bis zum 3:2, woran er irgendwie Schuld trägt. Zudem hatte auch der Schiedsrichter irgendwie einen nicht so besonders souveränen Tag erwischt. Viel zu viele Kleinigkeiten die falsch geahndet wurden summierten sich und lassen mich zu dem Schluß kommen, daß der Schiedsrichter überfordert war mit dem temporeichen Geschehen auf dem Platz. Da hat die UEFA – ebenso wie die FIFA – dringend Nachholbedarf bei der Verbesserung der Schiedsrichterleistungen bei großen Tunieren.