SierraXTC am 12.05.11 um 19:50 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
Einmal im Jahr – aus keinem besonderen Anlass an und für sich – kann man sagen beschenk ich mich selbst. Muss halt auch mal sein. Da nunmal nicht jedes Jahr ‘n Auto drin sitzt ist das Geschenk dieses Jahr nur unwesentlich kleiner ausgefallen.
Mein privater Schatz an FC-Merchandise besteht bisher auch ausschließlich aus Geschenken, die mir gemacht wurden (und nicht ich mir gemacht habe). Auf Grund dessen, dass ich bei Preisen von rund € 100,- für so ‘n – wie es heute liebevoll bezeichnet wurde – Putzlappen eher schwer zuschlagen mochte, gab’s in der Sammlung noch kein Trikot.
Die Saison 2010/2011 ist nun quasi bald vorbei und die neuen Trikots für die nächste Spielzeit stehen vor der Tür. Zeit, die alten Trikots rauszukloppen, damit das Lager leer wird. Genau das macht der FC-Fanshop im Moment. € 20,- weniger für’s Trikot ist schon mal ‘n Wort. Nachdem man noch ‘n Gutschein für die Beflockung drauf gelegt hat (sonst zum Schnäppchen von € 12,- zu haben) fiel die Entscheidung deutlich leichter. So landete für knapp € 58,35 das alte Trikot inklusive Beflockung, Liga-Logo und Versand im Einkaufswagen.

Und – um den Facepalm für Euch komplett zu machen: Es gab natürlich keine andere Rückennummer, die ich haben wollte: Wie auch – Poldi ist ja im Moment auch die Identifikationsfigur des Vereins, da kann Overath noch so viele Meriten haben, zur Zeit regiert der Prinz.
Leider gab es Ende der 80er keine Namen auf den Trikots – mal davon ab, dass es die Trikots der glorreichen Zeit des FC unter Daum mit Illgner, Steiner, Icke, Litti und Co. fast eh nirgends mehr gibt. Das wäre auch eher etwas zum Einrahmen als zum Tragen.
Aber über ein Poldi-Trikot war ich schon letztes Jahr schwer am grübeln, da die Nationalmannschaft Ihre Trikots auch nur zu Schnäppchenpreisen raushaut konnte ich dann doch schweren Herzens wiederstehen.

Eine persönliche Anmerkung zu obigem Bild sei mir gestattet – gerade den vielen Gladbach-Sympathisanten in Familien- und Bekanntenkreis gegenüber: Der Schal wurde mir geschenkt – vermutlich mit dem Hintergedanken, dass ich sowas gut heißen würde. Aber – auch wenn sich das für’n wahren FC-Fan vielleicht nicht gehört, so gebe ich doch zu, dass ich lieber dem VfL die 6 Punkte pro Jahr gegen den Abstieg schenke als gegen seelenlose Retortenclubs wie die Pillendreher von der anderen Rheinseite oder gegen Wolfsburg oder Hoffenheim zu spielen.
Rut und wies ist unser Fahn,
Rut und wies du bis Jesetz,
Text ‘Rut un Wiess’ – Bläck Föss
Und da es nunmal ‘Rut un Wiess‘ heißt und das Heimtrikot für die kommende Saison 2011/2012 so schön schlicht ‘Wiess‘ ist … fang ich schon mal an zu sparen für den nächsten Trikot-Ausverkauf im Mai 2012. Vielleicht passend zum DFB-Pokalsieg? .. Man wird ja noch mal träumen dürfen..
P.S.: Yank€€ .. kommst Du nochmal zurück oder sollte ich mir für ein Stadionbesuch, für den ich ja endlich anständig ausgestattet sein dürfte, jemand anderes suchen?
* Anlehnung an die Mitteilung zum neuen Heimtrikot 2011/12 vom FC Köln
SierraXTC am 08.05.11 um 18:52 Uhr
 Tags: Fußball, Köln
| Angesichts der Erwartungshaltung im Verein, im Umfeld und unter den Fans ist das gestern erreichte Ziel – der Klassenerhalt – eigentlich beschämend. Aber: Es ist ein Grund zu feiern nach dieser Saison, denn ein Verein wie der FC, der gehört nunmal in die erste Bundesliga. Das man überhaupt zittern musste darf man wohl dem – von mir zu Saisonbeginn noch positiv als Konstanz beurteilten Festhalten an Zvonimir Soldo – “verdanken”: Selbstbewußtsein gab’s gar nicht, Offensiv wurde mit Nova ein wichter Baustein im Team demontiert |
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und dann wundert man sich noch, dass die ehemalst sehr gute Abwehr nicht regelmäßig über sich hinaus wächst. Mit dem Griff zu Frank Schaefer und dem Absägen von Manager Meyer hat man immerhin endlich mal ein ordentliches Händchen bewießen. Erst unter Schaefer bekam das Spiel des Team ein erkennbares Gesicht. Das Konzept mit einem jungen, modernen Fußball-Lehrer schlug diese Saison ja bei überdurchschnittlich vielen Vereinen ein.
Umso mehr nervt es mich, dass das Wirken von Schaefer abrupt von Medien, Verein und Fans kaputt gemacht wurde. Das es nicht nur immer nach oben gehen würde, war Schaefer klar, auch als die einmalige Siegesserie im heimischen Stadion lief. Er sprach – wie sich gezeigt hat mit Recht – vom schwersten Abstiegskampf überhaupt. Trotzdem ist es unverständlich wie ein Team, was Anfang März schon gesichert schien, doch noch bis zum 33. Spieltag zittern muss. Vor allem wie man Mitkonkurrenten selbst stark machte (1:5 gegen Gladbach, 1:3 gegen den VfB und 1:4 gegen Wolfsburg) war erschreckend.
Aber das ist eigentlich typisch für die launische Diva vom Rhein wenn man die vergangenen Jahre betrachtet: Wenn es um nichts geht, dann sind die Beine schwer wie Blei und erst wenn einem das Wasser wieder bis zum Hals steht kann sich das Team ordentlich den Hintern aufreissen und zeigt dann auch, was es kann. Ziel kann es für die Verantwortlichen eigentlich nur sein, genau diese Laune dem Team auszutreiben, denn eigentlich kann der aktuelle Anspruch nur sein, sich im Niemandsland der Tabelle zu verstecken – keine Sorgen nach unten und nach oben reicht’s eigentlich nur mit viel Glück und merkwürdigen Konstellationen – so wie es sie dieses Jahr gegeben hat.
Daran Glauben schenken, dass Hannover, Mainz oder Freiburg nochmal so eine Saison spielen kann ich nicht – ebenso wenig wie man neue Abstiegs-Konkurrenten in Mannschaften wie Stuttgart und Bremen finden wird. Ich bin nach wie vor von der Qualität der Mannschaft des FC überzeugt, zumal mit Rensing, Eichner und Peszko das Team in der Winterpause um vernünftige Transfers bereichert wurde. Es fragt sich nur, wer das Training nächste Saison leitet – ich hoffe der kursierende Name Skibbe verschwindet alsbald wieder aus der Gerüchteküche.
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Auf alle Fälle steht dem Team und Finke noch etwas Arbeit bevor, es wäre jedenfalls schön, wenn man im letzten Spiel vor heimischen Publikum die Saison auch würdig zuende bringt, immerhin ist Platz 11 rechnerisch noch drin – und das wär ja für die ganzen Chaostage ein versöhnlicher Abschluss. Und mit einem Sieg gegen Schalke lässt man immerhin auch einen Champions League Halbfinalisten hinter sich. |
Ja, ich hör schon auf Erwartungen zu schüren …
SierraXTC am 21.11.10 um 18:14 Uhr
 Tags: Bundesliga, Fußball, KölnDie Bundesliga-Tabella – je nach Motivationsziel mal eine Momentaufnahme und mal ein realistisches Spiegelbild der Mannschaftsqualität. Nur, was genau ist denn die aktuelle Bundesliga-Tabelle davon?
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Mir erscheint es nämlich nach wie vor utopisch, das es anscheinend eine Verschiebung der “Machtverhältnisse” in Fußball-Deutschland gegeben hätte. Man darf mich gerne auf ein Bier bei den folgenden Worten festnageln, aber ich glaube nicht daran, das Teams wie Mainz, Hannover, Freiburg und Frankfurt sich bis zum Saisonende um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb streiten.
Logischerweise betrachte ich die aktuelle Situation natürlich in Hinblick auf den FC: Was ist der glückliche Erfolg von heute eigentlich wert? Von der Tabelle her war es eines dieser Sechs-Punkte-Spiele, das definitiv nach der Heimklatsche durch Gladbach auch nicht hätte verloren werden dürfen. Nur sind Stuttgart, Schalke, Bremen und Wolfsburg eigentlich auch nicht die klassischen Konkurrenten im Abstiegskampf. Im Prinzip geht die Abstiegsregion im Augenblick bis Platz 12. |
Bremen und Gladbach trennen lediglich 5 Punkte, das ist nicht wirklich viel. Also könnte man sich an den aktuellen Mitkonkurrenten orientieren und die Situation würde gar nicht mal so brenzlig aussehen. Wie heißt es so schön: “Man ist dran an den anderen“
Bereinigt man die Tabelle um die “unnormal” dort stehenden Teams, so sieht es schon wieder ganz anders aus:
| 14. |
1. FC Nürnberg |
18 |
| 15. |
1. FC Kaiserslautern |
14 |
| 16. |
FC St. Pauli |
14 |
| 17. |
1. FC Köln |
11 |
| 18. |
Borussia Mönchengladbach |
10 |
und schon trennt den FC zu einem Relegationsplatz nicht mehr nur das schlechtere Torverhältnis, sondern gleich ganze 3 Punkte – wobei das Spiel von Pauli gerade noch läuft. Es spricht jedoch einiges dagegen, das die Tabelle nochmal komplett durcheinander gewürfelt wird, dafür haben die Teams wie Stuttgart, Schalke und Co. schon zu viele Punkte liegen lassen. Aber mit dem Abstieg werden diese Mannschaften nun wohl nichts zu tun haben am Ende der Saison und sich vermutlich irgendwo zwischen Platz 6 und 10 einfinden.
Entsprechend sollte im Rheinland – nicht nur in Köln – die Realität Einzug erhalten und man sollte als Ziel der kommenden Wochen ausgeben, den Abstand zu den eigentlichen Konkurrenten nicht größer werden zu lassen. Ich wage zu bezweifeln, das Wolfsburg und Dortmund als Gegner dafür geeignet sind ..
Demnach waren die 3 Zähler heute zwar ganz nett und auch wichtig, aber viel Wert ist der Erfolg noch nicht ..
SierraXTC am 13.10.10 um 08:46 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielJa, ich weiß: Letzten Freitag spielte die deutsche Nationalmannschaft schon ein EM-Qualifikationsspiel. Gegen den vermutlich stärksten Gruppengegner, die Türkei. Und nein, ich hatte Gründe mich zu verweigern: Bélà Réthy! Von daher musste ich auch auf eine Zusammenfassung verzichten. Zwar wurde das Spiel gegen Kasachstan wieder im ZDF übertragen, aber immerhin hat Réthy sich und uns den 4000km Flug nach Astana erspart.
Statistisches
Kasachstan:
Sidelnikov – Azovski, Abdulin, Popov, Kirov – Nurgaliyev (63. Averchenko), Irismetov (68. Rozhkov), Geteriyev, Schmidtgal – Zhumaskaliyev, Khiznichenko (79. Finonchenko)
Deutschland:
Neuer (2) – Lahm (4,5), Mertesacker (3,5), Badstuber (4,5), Westermann (5) – Khedira (5,5), Kroos (2) – T. Müller (5) (70. Marin (-)), Özil (6) (79. Cacau (-)), Podolski (4,5) – Klose (4) (55. Gomez (6))
Tore:
0:1 (48.) Klose
0:2 (76.) Gomez
0:3 (79.) Podolski
Gelbe Karten:
Abdulin, Irismetov –
Zuschauer:
20.000 – Astana-Arena
Das Spiel
Ich hab keine Ahnung, was die deutsche Nationalmannschaft da in den ersten 45 Minuten gemacht hat: Stoppfehler, Fehlpässe – insbesondere von Khedira – en masse, Querpässe bis zum erbrechen und lächerliches Unvermögen vorm Tor. Respekt vor den Kasachen, denn die standen schön auf dem Platz und machten “die Räume eng“. So ideenlos wie gegen die Kasachen hab ich aber die deutsche Mannschaft seit 2006 nicht mehr gesehn. Die Kasachen wiederum konnten sogar schnell von Defensive auf Offensive umschalten – etwas, das die Deutschen während der WM 2010 eigentlich perfekt beherrschten. Zwischenzeitlich sah ich schon den Geist Erich Ribbecks über der Astana-Arena schweben.
Netterweise hat Jogi in der Halbzeit-Ansprache etwas geschwäbelt und wohl der Mannschaft ein wenig den Allerwertesten aufgerissen. Immerhin brachte Klose den Ball im Tor unter und das Spiel wurde zum (vermeindlichen) Selbstläufer. Wenn da nicht zwei gute Aktionen der Kasachen gewesen wären. S konnte Deutschland zwischenzeitlich wahrlich glücklich sein, nicht den Ausgleich hingenommen haben zu müssen. Das Gomez ungünstig im Weg stand und den Ball ins Tor schoß erleichterte dann die Situation. Warum Podolski für den Antritt zum 3:0 jedoch 79 Minuten gebraucht hat erschließt sich mir nicht. Solch eine Aktion wäre auch schon in Halbzeit eins möglich gewesen.
Weisheiten
(..) Zuvor hatte die deutsche Nationalmannschaft zwar erwartungsgemäß das Spiel gegen die vom deutschen Trainer Bernd Storck betreuten Kasachen bestimmt, vor dem Tor aber reihenweise gute Chancen nicht genutzt. (..)
Was Lukas Rilke von Spiegel Online dort gesehn hat erschloss sich mir nicht. Ich war echt enttäuscht, was das Team dort gezeigt hat. Insbesondere die Fehlpässe von Khedira in der ersten Halbzeit konnte auch sein Lattentreffer kurz vor der Pause nicht wieder gut machen. Von Khedira kam gefühltermaßen kein Ball bei einem Mitspieler an. Sein “königlicher” Mitspieler Özil tauchte während der gesamten 90 Minuten vollständig ab. Die linke Seite – auch wenn Podolski an allen drei Toren beteiligt war – war völlig harmlos, Westermann und Podolski hatten überhaupt kein Gespür für die Laufwege des anderen. Rechts mühte sich Müller, während sich Lahm oft tief in der eigenen Hälfte versteckte. Das war mal nicht viel und vermochte so grade gegen Kasachstan auszureichen. Die einzigen Spieler auf normalem Niveau waren Kroos, der in meinen Augen ein wirklich gutes Spiel gemacht hat, und Neuer.
Naja – Pflichterfüllung nennt man das nun. Vor wenigen Jahren wäre das wohl wieder eines dieser Spiele gewesen, bei denen ein Rudi Völler in einem Interview aus sich heraus gegangen wäre. Da Löw für die letzten Länderspiele 2010 fleißiges Rotieren voraus gesagt hat, werden vermutlich optisch diese Spiele auch kein Weihnachtsgeschenk mehr.
Honk des Tages
Gute Frage – nehmen wir es mal sportlich und benennen einfach mal Gomez, der sich ärgerlicherweise geschickter als erwartet angestellt hat. Vielleicht müssen nun doch die hämischen Sprüche verstummen.
SierraXTC am 08.09.10 um 08:59 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, LänderspielDer Ball rollt wieder. Nach großen Tunieren bin ich persönlich immer von der Nationalmannschaft übersättigt. Daher auch die eher geringe Resonanz auf solch unnötige Testländerspiele, wie im August. Nach dem mühsamen Start in den Nationalelf-Alltag am Freitag gegen Belgien gab es nun – wenn man dem ARD-Kommentator (Steffen Simon??) Glauben schenken mag – wieder eines dieser wunderbaren, weltbesten Länderspiele.
Statistisches
Deutschland:
Neuer (5) – Riether (3), Mertesacker (-) (11. Westermann (2,5)), Badstuber (1,5), Lahm (1,5) – Schweinsteiger (2) (78. Cacau (-)), Khedira (2,5) – T. Müller (2,5) (62. Marin (2,5)), Özil (3), Podolski (1) – Klose (1,5)
Aserbaidschan:
K. Agayev – Medvedev, R. F. Sadygov, Yunisoglu (56. V. Huseynov), Allahverdiyev – S. Abbasov, Shukurov, Nadyrov (85. Abdullayev), Melikov, Chertoganov (64. R.A. Sadygov) – Dzavadov
Tore:
1:0 Westermann (28.)
2:0 Podolski (45. + 1)
3:0 Klose (45. + 2)
4:0 R. F. Sadygov (53., Eigentor)
4:1 Dzavadov (57.)
5:1 Badstuber (86.)
6:1 Klose (90. + 2)
Gelbe Karten:
Fehlanzeige
Zuschauer:
unbekannt – Rhein-Energie-Stadion
Das Spiel
Wie üblich – und nach wie vor in meinen Augen recht logisch zu diesem Zeitpunkt der Saison – mühte sich das Team in dieses Spiel. Dabei gingen die Aserbaidschaner recht forsch zur Sache. Vor allem im Sinne von aggressiv. So durfte sich Mertesacker bereits nach 11 Minuten nach einer Verletzung im Gesicht nach einem Foulspiel schon wieder schonen. Auch die nächsten, deutlich spürbaren Fouls wurden zwar abgepfiffen, aber eben nicht geahndet. Irgendwann verließ die Aserbaidschaner aber der Mut zur Aggressivität und die deutsche Elf hatte sich überlegt, das so ein Törchen vielleicht nicht schaden würde. Der ein oder andere sehenswerte Angriff wurde vor’s gegnerische Tor getragen, jedoch parierte zumeist Agayev recht souverän. Nach knapp einer halben Stunde erlöste Westermann das Team. Danach ging es weiter in Richtung Agayev der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch fix zweimal den Ball aus dem Tor tragen durfte, nachdem zunächst sehenswert Podolski eingenetzt hatte und dann noch schnell Klose hinterher.
Nach der Pause spielte die desorientierte Abwehr Aserbaidschans auch noch für Deutschland, als man schon selbst die Bälle im eigenen Netz versenkte. Was sich aber Manuel Neuer nach einer der seltenen Ecken für die Gäste erlaubte war die Lachnummer des Abends. Irgendwie – so erschien es – übermotiviert segelte er am kurzen Pfosten dem Ball entgegen, statt ihn aber sicher über dem Kopf des Gegners abzufangen, klatschte er den Ball nach vorne ab, auf den Rücken von Melikov, von dem aus der Ball irgendwie ins Netz trudelte. Sehenswert, aber völlig unnötig. Danach nahm das deutsche Team auch ein wenig das Tempo raus und spielte ein paar nette Ballstaffetten ohne sich groß zu mühen. Gegen Ende des Spiels zeigte Badstuber, warum der Gegner eher Kreisliga- als Profi-Mannschaft war, als er unglaublich frei im 16er zum Kopfball heran rauschen konnte. Und als alle schon im Geiste in der Kabine waren erhöhte Klose noch auf 6:1.
Weisheiten
Nach der letzten Qualifikationsrunde hatte ich zumindest nicht unbedingt erwartet, dass dieser Gegner verhältnismäßig leicht zu bezwingen war. Positiv war sicherlich, das man nachgesetzt hat und ein wenig am Tore-Konto geschraubt hat. Von Fußballglanz wie gegen England oder Argentien war das Team aber meilenweit entfernt, auch wenn der ARD-Kommentator anderer Meinung war und vermutlich Podolski am Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hätte, so verzückt war er von ihm.
Das man schlecht ins Spiel kommt, wenn man 89 Minuten fast gar nichts zu tun hat und dann bei einer Szene selten bescheiden aussieht, gut, das ist ärgerlich für Neuer. Aber es war auch völlig unnötig. Seine Qualität ist sicher unbestritten, aber er erlaubt sich leider auch oft genug noch solche Aussetzer.
Honk des Tages
Die Wahl war schwierig, aus Neuer, Schiri und ARD-Kommentator den Honk zu wählen. Aber letzten Endes war es doch der Schiri, der selten merkwürdige Entscheidungen traf. Ich hoffe, das er nicht die Spiele gegen die Türkei oder Belgien pfeifft, wo Fehlentscheidungen deutlich schwerer wiegen könnten.
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