SierraXTC am 11.07.06 um 00:27 Uhr
 Tags: Deutschland, feiern, Fußball, Italien, Medien, Sommer, Sonne, WM 2006Wirft man einen Blick in die Runde der Berufsjournalje, so zieht jede Redaktion, ebenso wie die gesammelte WM-Blogosphäre, für sich das Resumée aus der vergangenen FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006. In diesem Sinne darf ich natürlich nicht fehlen und werfe hier einen letzten Blick zurück auf die vergangenen vier Wochen, die Deutschland und die Welt in den Ausnahmezustand versetzten. So findet jede große Party auch ein Ende, wenngleich nach diesem Fest der Kater nicht ganz so schmerzhaft zu sein scheint.
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SierraXTC am 05.07.06 um 13:46 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, Italien, Länderspiel, WM 2006Eine weitere Nachbetrachtung muß auch nach dem gestrigen Spiel gegen Italien folgen. Wieder einmal fuhr das ZDF die größte Waffe im Kampf gegen einen unterhaltsamen Fußball-Abend auf: Bélà Rhéty durfte das Halbfinal-Spiel der Deutschen wieder einmal kaputt moderieren. Wie immer waren es zwei grundverschiedene Spiele, die der allgemein bekannt und beliebte ZDF-Kommentator und ich gesehn haben. Wie immer wurde schon in der fünften Minute mit der Spielanalyse begonnen, dessen Quintessenz sich bis zum Ende nach 120 Minuten im Sekundentakt änderte. Wie immer wurde Deutschland aus dem Tunier geredet, wie immer haben wir schlecht gespielt. Wann kommt die Euphorie eigentlich in den Kommentator-Kabinen an? Nie mehr? Ich kann es echt nicht mehr hören, mir graut jetzt schon vor dem ersten Kick nach der Fußball-WM und den dann abgegebenen Kommentaren.
Statistisches
Deutschland:
1 Lehmann – 3 Friedrich, 17 Mertesacker, 21 Metzelder, 16 Lahm – 5 Kehl, 19 Schneider (83. 22 Odonkor), 18 Borowski (73. 7 Schweinsteiger), 13 Ballack – 11 Klose (111. 10 Neuville), 20 Podolski
Italien:
Buffon – Zambrotta, Cannavaro, Materazzi, Grosso – Camoranesi (91. Iaquinta), Pirlo, Gattuso, Perrotta (104. Del Piero) – Totti, Toni (74. Gilardino)
Tore:
0:1 Grosso (119.)
0:2 Del Piero (120.)
Gelbe Karten:
Borowski, Metzelder – Camoranesi
Zuschauer:
65000 (ausverkauft) – FIFA-WM-Stadion Dortmund
Das Spiel
Die beiden Teams begannen das Spiel überraschend eher offensiv ehe sich auch die Nervösität legte und die Mannschaften sich den taktischen Vorgaben besannen. Obwohl im Mittelfeld deutlich mehr Platz den Teams zur Verfügung stand, als es zwischen Deutschland und Argentinien der Fall war konnten sich beide Offensivreihen nicht entscheidend in Szene setzen. Die Italiener hatten zwar mehr Spielanteile, wirkten aber in der Spielweise ideenlos im Angriff. Die Deutschen waren engagiert, störten die Italiener früh und zwangen sie zu Konzentrationsfehler aus denen einige Angriffe hervor gingen, die letztlich in dem starken italienischen Deckungsverbund verpufften.
In der zweiten Hälfte fanden die Deutschen immer mehr ins Spiel, da sich die Italiener zunehmend zurück zogen. Aus der zweiten Hälfte stammen dann auch die einzigen, zu vermeldenden Großchancen von “Klose” und “Podolski“, die beide am starken italienischen Torwart “Buffon” scheiterten. Chancen auf Seiten der Italiener fanden gar nicht statt oder die Angreifer verranten sich in der gut funktionierenden Abseitsfalle der Deutschen.
Die Verlängerung begann mit zwei Aluminium-Treffer der Italiener. Erst traf “Gilardino” nur den Pfosten, ehe im zweiten Versuch “Zambrotta” einen Distanzschuß zu genau an die Latte schoß. Danach konnte die deutsche Mannschaft wieder ins Spiel finden. Letztlich wirkte nach 105 Minuten die Partie nach wie vor ausgeglichen. In der zweiten Hälfte der Verlängerung erhöhten die Italiener nochmals den Druck um einem Elfmeterschießen gegen die Deutschen aus dem Wege gehen zu können. Erst nach 119 Minuten erlaubte sich der deutsche Deckungsverband den ersten, aber entscheidenden Fehler seit dem zweiten Gegentor Costa Ricas und “Grosso” konnte unhaltbar für “Lehmann” zur 1:0 Führung einschießen. Danach mußte Deutschland natürlich nochmal alles nach vorne werfen um einen schnellen Ausgleich zu erzielen. Dies eröffnete eine Konterchance der Italiener, die diesmal “del Piero” zum unverdient hohen 2:0 Endstand abschloß.
Weisheiten
Wieder einmal konnte Deutschland in einer WM-Endrunde die Italiener nicht bezwingen. Eigentlich sah ich, vor allem in der zweiten Hälfte ein Übergewicht der Deutschen, die es eher verdient hätten in das Finale einzuziehen. Zumal auch rückblickend auf den bisherigen Tunierverlauf im gestrigen Spiel nicht die entschieden bessere Mannschaft weiter gekommen ist. Für das letztlich grandiose Tunier bisher kann man sich aber an dieser Stelle auch nichts mehr kaufen, so bleibt zu hoffen, daß in einem weiteren, schweren Spiel vielleicht zur Ehrenrettung der dritte Platz sicher gestellt wird. Vielleicht war es 2006 noch zu früh für dieses Team das noch sehr jung ist und in den letzten zwei Jahren aus ihren Fehlern, vor allem im defensiven Bereich gelernt zu haben scheint. Ohne einen “Lahm” oder “Frings“, wie sie zur Zeit in Form sind, wären wir vermutlich noch nicht mal so weit gekommen. So gehört aber Deutschland diesmal zu Recht nach dem schmeichelhaften Finaleinzug 2002 zum zweiten Mal in Folge zu den vier besten Teams der Welt. Das sollte in Hinblick auf die anstehende EM-Qualifikation, sowie die EM 2008 und letztlich in ferner Zukunft die WM 2010 eigentlich genug Selbstvertrauen geben um dieses Team weiter wachsen zu lassen. So kaputt geredet, wie der Fußball nach dem Vorrunden-Aus 2004 wurde, war er in Deutschland scheinbar nicht. Das Spielerpotential scheint vorhanden zu sein und aus einer erfolgreichen U21 rückt weiter talentierter Nachwuchs nach.
Dennoch .. ein bißchen schlecher Verlierer muß ich an dieser Stelle doch spielen: Der Schiedsrichter machte in meinen Augen leider einen schwächeren Eindruck als im Viertelfinale Lubos Michel. Viel zu viele Nicklichkeiten lies er durchgehen, die letztlich in einem nicht geahndeten Foul von Hinten an “Borowski” gipfelten. Gerade diese extreme Härte, die oftmals in Fouls endete vom italienischen Mittelfeld hätte man klarer unterbinden müssen. Ob das Handspiel im Strafraum von einem Italiener zu einem Strafstoß hätte führen müssen sei dahin gestellt, vielleicht war es ganz gut so, so konnte man davon ausgehen, daß der Schiedsrichter zumindest bei den schmerzverzerrten Darstellungen der sonst so knüppelharten Italiener im deutschen Strafraum nicht auf den Punkt zeigte. Weiterhin war die Freistoß-Entscheidung kurz vor Ende der ersten Halbzeit eine klare Fehlentscheidung: Wenn der Schiedsrichter den Zweikampf als Foulspiel des Italieners wertet, dann muß er auch den Elfmeter geben. Die Szene fand klar im Sechzehner statt, so verlegte Archundia Tellez den Ort des Geschehens über fünf Meter weiter vom italienischen Tor weg. Das ändert aber letzten Endes nichts an der Tatsache, daß die Deutschen zu keiner Zeit wirklich nah am Torerfolg waren. So ist das bittere Gesetz nun einmal: Wer keine Tore schießt kann auch kein Spiel gewinnen.
Auch wenn wir jetzt nicht mehr Weltmeister werden können, alle “Hochrechnungen” dahin sind und der Aberglaube gewichen ist, so war es eine tolle Leistung, ein tolles Tunier, was hoffentlich mit einer weiteren tollen Leistung am Samstag Abend erfolgreich abgeschlossen wird. Wie ich hörte singen sogar die Sportfreunde Stiller schon jetzt: ‘54 – ‘74 – ‘90 – 2010
SierraXTC am 04.07.06 um 15:04 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, Italien, WM 2006Hier also die vermutlich vorletzte Prognose zu den ausstehenden Halbfinal-Partien heute Abend in Dortmund und morgen Abend in München. Jeder, der verbliebenen vier Teilnehmer der WM-Endrunde darf sich Gewiss sein, nach heute Abend noch mindestens einmal die Euphorie und Stimmung in den deutschen WM-Stadien genießen zu können. Natürlich möchten Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal (in alphabetischer Reihenfolge) nach Berlin fahren und dort in letzter Konsequenz den Weltmeister-Titel feiern.
Portugal – Frankreich
Der Weltmeister von 1998 hat eher überraschend den Weltmeister von 2002, Brasilien, im Viertelfinale bezwingen können. Durch die ansprechenden Leistungen nach der Vorrunde gegen Spanien und Brasilien wird man die Franzosen sicherlich nicht mehr unterschätzen. Trotz allem hadern die Franzosen mit ihrer Angriffsstärke, man zeigte zwar ein gutes Angriffs- und Konterspiel gegen Brasilien, kam aber zu keinen zwingenden, hochkarätigen Torchancen. Sowas erspielt sich auf der anderen Seite gerne Portugal heraus, bleibt aber trotzdem genauso schwach im Abschluß wie die Franzosen. Daher und durch die bisweilen sehr konzentrierte Abwehrleistung beider Teams erwarte ich kein torreiches Halbfinalspiel, das vielleicht sogar noch über eine Verlängerung hinaus durch Elfmeterschießen entscheiden werden muß. Im Elfmeterschießen seh ich, dank “Ricardo” die Portugiesen eine “Nasenlänge vorraus”. Auch im gesamten Verlauf des Spiels glaub ich, daß die Portugiesen näher an dem einen Tor sein werden, sich aber vor den schnellen Kontern der Franzosen trotzdem fürchten sollten. Die Equipe Tricolore hat bisher das nötige Quentchen Glück gehabt, daß ein Ball auch mal ins Tor trudelt. Ich würd es eher den Portugiesen gönnen und wünschen, daß sie das WM-Finale bestreiten, nur ist die WM leider kein Wunschkonzert.
Deutschland – Italien
Beide Teams gehen durch einen Ausfall geschwächt in das Halbfinale. Bei Deutschland fehlt, dank der italienischen Medien, “Frings“, der für das Halbfinale gesperrt ist und danach sechs Monate unter Bewährung steht. Dieses Strafmaß ist an sich ein Witz. Entweder wird “Frings” gesperrt, oder er wird nicht gesperrt – so sieht es u.a. auch Christian Gödecke in seinem Spiegel Online-Kommentar. Auf italienischer Seite fehlt “Nesta” weiterhin verletzungsbedingt. Ob sich das Fehlen von “Frings” wirklich so stark bemerkbar macht, auch wenn er eine zentrale Säule im deutschen Spiel geworden ist, glaub ich persönlich nicht. Zum einen muß, wer Weltmeister werden will, jeden Spieler zu jeder Zeit ersetzen können und in jeder Situation seinen Gegner schlagen können. Auch bei vorherigen, erfolgreichen, Weltmeisterschaften wurden wichtige deutsche Spieler (zu unrecht) aus dem Tunier genommen und man zeigte trotzdem, oder gerade deswegen, großartige Leistungen. Derzeit scheint es im deutschen Team zu stimmen und derzeit, so scheint es, wird man sich für “Frings” den Hintern aufreißen um ihm, dem Team, den deutschen Fans, allen das WM-Finale in Berlin zu ermöglichen. Das es bis dahin alles andere als leicht wird, das wird jeder wissen. Die Spielweise der Italiener ist unschön, aber leider Gottes effektiv. So ein Schiedsrichter nicht auf provozierte Unsportlichkeiten sich einläßt und die Deutschen die vorhandenen Schwächen in der italienischen Abwehr konsequent ausnutzen steht einem Weiterkommen nicht viel im Wege. Vielleicht noch die eigene Unkonzentriertheit in der eigenen Abwehr. Zeit für eine “Revanche”, nicht nur für das 4:1 von Florenz von März 2006, sondern für die bisher verlorenen WM-Spiele gegen Italien ist gekommen. Eine Serie wird heute Abend reißen.
SierraXTC am 02.07.06 um 21:54 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, Italien, WM 2006.. wird nach heute über alle Zeit auf dem kommenden WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Italien liegen. Nachdem die FIFA gestern verkündete, daß Ermittlungen gegen deutsche Spieler eingestellt wurden und nur noch die Funktionäre im Blickpunkt ständen, tauchten völlig überraschend im italienischen Fernsehn Bilder auf, in welchen der argentinische Spieler “Cruz” von einer – bis dato nicht näher identifizierbaren – Faust getroffen worden sei. Eben jener “Cruz“, der sagt:
Ich habe keinen Faustschlag bekommen, zumindest habe ich nichts gespürt.
Ebene jene Faust, die nun ob sie “Cruz” getroffen hat oder nicht, soll nun dem deutschen Mittelfeldakteur “Thorsten Frings” nachgewiesen worden sein. Darauf hin lief natürlich der italienische Fußballbund – dessen Mitspieler allesamt regelmäßig für Fair-Play-Trophäen nominiert werden *sigh* – mit erhobenem Zeigerfinger zur FIFA und fordert Gerechtigkeit ein. Nein, sie weisen nicht nur auf einen möglichen Fehler hin, sondern sie fordern direkt die Bestrafung. Ähnlich, wie sie gerne auch auf dem Platz für ihre Schwalben vom Schiedsrichter Bestrafungen des Gegners in Form von Karten fordern.
Nun greift die FIFA, pflichtbewußt wie sie das ganze Tunier über ist, diese Forderung zu recht auf und so besteht die Möglichkeit, daß der vielleicht wichtigste Part im deutschen Mittelfeld gegen Italien nicht von “Thorsten Frings” besetzt wird.
Nun, wer sich seiner Stärke bewußt ist, dem ist egal ob Deutschland mit oder ohne “Frings” spielt. Dieser Stärke ist sich nur Deutschland selber zur Zeit scheinbar bewußt. Wer Angst hat, der petzt gerne und fordert – ganz im Sinne des Fair-Play – Bestrafungen ein. Eine Unart, die schon zu Recht von den Schiedsrichtern auf dem Platz nicht geduldet wird. Sollte “Frings” einem der so freundlichen, argentinischen Gäste nach dem Spiel völlig unberechtigterweise seine Faust zu nah ins Gesicht gehalten haben, so – meine Güte – sperrt ihn doch. Wird Italien auf Grund dessen vielleicht die Chance bekommen, das Spiel zu gewinnen, so müssen die Italiener mit diesem Makel leben, nicht wir. Wird Italien dennoch nach Dienstag Abend nur um Platz Drei spielen, dürften sie sich der Lächerlichkeit Preis gegeben haben.
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