SierraXTC am 13.12.11 um 22:43 Uhr

Prinzenrolle

Fußball

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Vereinswappen 1.FC Köln
Vereinswappen 1. FC Köln
Es juckt mir schon länger in den Fingern mich zu dem Transfer-Gebrabbel rund um Lukas Podolski zu äußern. Eigentlich bereits schon seit den Gerüchten um einen möglichen Transfer zu Galatasaray Istanbul im Sommer vor Abschluss der Transferperiode. Die Situation, dass solche Gerüchte brodeln liegen auf der Hand: Der FC ist von den Vorstellungen, mit denen man seinerzeit noch unter Michael Meier und Wolfgang Overath in Verbindung mit Christoph Daum den Spieler zurück holen konnte weit entfernt.

Irgendwann innerhalb dieses Grundrauschen rund um seine Person kommunizierte Poldi eben über die Diskrepanz zwischen den Luftschlössern, die seinerzeit von den Verantwortlichen gebaut wurden und der Realität seine Unzufriedenheit. Kann er machen – hätte er nicht machen brauchen, denn zu dem Zeitpunkt hielt ich diese Provokation gegenüber dem Verein für völlig aus der Luft gegriffen.

“Als der FC mich zurückholte, wurde mir gesagt: Am Anfang wollen wir die Liga halten, dann gute Transfers tätigen, um eine Mannschaft aufzubauen, die eine Zukunft hat. Die in drei bis vier Jahren auch mal um die internationalen Plätze spielen kann. Doch diese Entwicklung sehe ich nicht. Wir spielen wieder gegen den Abstieg”

Quelle: n-tv.de

Da frag ich mich nur, was hat Poldi eigentlich in den vergangenen Jahren im Umfeld nicht mitbekommen? Der Aspekt, dass sein Transfer – meinem Kenntnisstand nach – zum größten Teil durch Mäzen Franz Josef Wernze finanziert wurde? Oder hat er vergessen, dass unter der Amtszeit von Michael Meier der Schuldenstand vergrößert statt verkleinert wurde? Die Aussage von Poldi war einfach deplatziert, zumal seit Ende 2010 unter der nun neuen sportlichen Führung eine deutliche Abkehr von den typisch-kölschen Luftschlössern erkennbar ist.

Diese Aspekte sprechen auf den ersten Blick dennoch für Podolski – er spielt zurzeit eine der besten Spielzeiten seiner Profi-Laufbahn und kann – ja, wenn nicht sogar muss – als fast 100-facher Nationalspieler auch selbst zusehen, dass er in absehbarer Zeit auch im Vereinsfußball zu nennenswerten Erfolgen kommt. Dazu ist er mit 26 Jahren im besten Fußballer-Alter und steht kurz vor seiner dritten EM-Teilnahme. Das weiß Podolski auch augenblicklich selber, wodurch er schelmisch diverse Kommentare zu Wechselgerüchten, Angeboten anderer Vereine oder seine eigene Leistung kommentieren kann.

“Dann muss ich eben in der 2. Mannschaft spielen oder setze mich auf die Tribüne”

Quelle: kicker.de

Also geht er? Auf diese Antwort kann höchstens er selbst eine Antwort geben. Ich mutmaße jedoch mal, dass er bleibt – zumindest bis zum Ende der Saison 2011/2012. Das dürfte recht naheliegend sein: Podolskis großes nächste Ziel ist die kommende EM. Ärgerlicherweise möchten die Medien einen Zweikampf um den Platz Linksaußen in der Nationalmannschaft hochkocheln. Sicherlich ist André Schürrle talentiert und kann Podolski ein wenig kitzeln. Aber die Fakten in der aktuellen Saison sprechen klar für Poldi – bspw. Tore, Torvorlagen oder der Notenschnitt bei kicker.

Warum sollte Podolski also kurz vor der EM in ein Team wechseln, bei dem er erst in die Struktur hinein wachsen muss, ggfs. sogar zunächst noch auf der Bank Platz nehmen muss. Eventuell sich sogar zeitweise aus den Augen vom Nationaltrainer spielt. So schlau wird Podolski wohl selber sein. Also kann er sich gelegentlich in einem – nun ja durchschnittlichen Team – durch herausragende Leistungen weiter in den Vordergrund spielen und seinen Marktwert weiter ausbauen.

“Horst Heldt sagte, dass man weder den Verein noch den Spieler kontaktiert habe. Deswegen sollte das man nicht so ernst nehmen. Hauptsache man bleibt im Gespräch.”

Nehmen wir an, Podolski wird seinen Vertrag beim FC nicht verlängern und unter den gegebenen Umständen nach der EM den Verein verlassen. Wer profitiert davon? Klar, Podolski selber. Der FC? Mitnichten! Die Transferrechte liegen – meinem Kenntnisstand nach – bei Wernze und nicht beim Verein. Dadurch bekommt der FC nicht mehr Geld zum Schuldenabbau, geschweige denn, dass sich der Verein durch die Einnahmen personell verstärken kann.

Aber wenn: Wohin könnte Podolski wechseln? Wohl nicht in die Türkei – nichts für Ungut, aber die Tendenz dort die erhofften Erfolge im Vereinsfußball zu erzielen dürfte eher gering sein. Auch nach Lokomotive Moskau dürfte Podolski nicht wechseln: Ums große Geld muss es ihm nicht gehen, denn er ist in der Nationalmannschaft noch lange nicht außen vor und ein Weg à la Kuranyi erscheint unter diesen Gegebenheiten nicht sinnvoll. Zuletzt brachte sich der FC Schalke selbst ins Gespräch. Ein übliches Unterfangen in solchen Situationen, aber auch da halte ich es eher wie Solbakken:

“Lukas kann in jeder Mannschaft dieser Welt spielen. Er spielt das beste halbe Jahr seiner Karriere. Er kann auf jeden Fall in einem besseren Verein als Schalke 04 spielen”

Natürlich, völlig abwegig ist es sicher nicht: Aber – auch Schalke fehlt Geld – und Schalke hat im Offensivbereich derzeit noch ein Überangebot an hochklassigen Spielern. Sollte Schalke Farfán für einen Podolski-Transfer abgeben und evtl. auch Rául, dann geht S04 – wenngleich der Kader besser besetzt ist als der vom FC – dennoch einiges an Klasse ab. Auch der Drops Dortmund dürfte gelutscht sein:

“Das sind ja reizende Aussagen von Herrn Klopp. Vielleicht ist er etwas traurig, weil ich ihm schon zweimal abgesagt habe.” (..) “Andererseits hat er aber auch Recht: Ich bin dem BVB tatsächlich zu teuer, weil ja nun die Champions-League-Einnahmen fehlen. Wo sie doch als Gruppenletzter ausgeschieden sind, kann ich verstehen, dass sich das nicht lohnt…”

Quelle: kicker.de

Unterm Strich bleiben da nicht mehr viele Bundesligisten, die den eigenen Ansprüchen von Podolski genügen und die auch finanziell solch einen Transfer stemmen können. Realistischer erscheint derzeit daher ein Wechsel ins Ausland.

So dürfen sich die Medien weiterhin auf unterhaltsame Schlagzeilen, basierend rein auf Gerüchten, freuen. Das Theater geht also weiter – und es wird auch nicht beendet sein, sollte – wieder erwarten – Podolski im Winter den Vertrag verlängern. Die Situation in Köln wird schwer in kurzer Zeit so zu verändern sein, dass sie den Erwartungen Podolskis entspricht.

Ett hätt noch immer joot jejange

Abwarten, Tee trinken. Das ist das typische Geschäft der Medien mit dem Produkt Fussball. An dieser Stelle kann man noch ein gutes Dutzend Phrasen einwerfen, unterm Strich ist das, was zählt. Als FC-Fan ist klar, was man sich wünscht, aber das ein Spieler, der sich aktuell in einer Top-Verfassung befindet, Begehrlichkeiten weckt bleibt ebenso nicht aus. Freuen wir uns also auf weitere Akte im Drama “Podolski“.

SierraXTC am 11.11.11 um 11:11 Uhr

11.11. 11:11 Uhr (V)

Geschwafel

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Die 5te Jahreszeit beginnt – und wie immer bin ich nicht in Köln (vielleicht ändert sich das irgendwann auch mal) – stattdessen sitze ich mit ‘nem Hinkebein zu Hause. Ich wünsche allen Jecken auf’m Alter Markt viel Spaß.

Kölle Alaaf

SierraXTC am 06.11.11 um 00:22 Uhr

Tatsachenentscheidungen

Fußball

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Ich weiß nicht, woran es genau liegt. Seit Jahr und Tag hat der EffZeh ein eher schlechtes Bild – insbesondere wohl auch beim DFB. Ärgerlich, da es gerade dazu führt, dass in Spielen gegen den FC gepfiffen wird. Ein Phänomen, was nicht erst seit dieser Saison zu beobachten ist – aber in dieser Saison einen unrühmlichen Höhepunkt erlangt. In gerade einmal 12 Spielen.
Vereinswappen 1.FC Köln
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  • 1. Spieltag:

In der 79. Minute verweist Schiedsrichter Manuel Gräfe den Kölner Novakovic wegen einer vermeindlichen Schwalbe mit Gelb-Rot des Feldes. Ob die Entscheidung nun gerechtfertig war sei dahin gestellt. Entscheidend ist, dass dieser Platzverweis in einer Phase kam, in der der FC nach dem Rückstand wieder ins Spiel gefunden hat. Danach brach die Zuordnung zusammen und der VfL Wolfsburg schenkte dem FC noch zwei weitere Treffer ein. – Ohne den Platzverweis und mit Konjunktiv wäre ein Punkt zum Auftakt noch möglich gewesen.

  • 2. Spieltag:

Der FC führt auf Schalke mit 1:0. Kurz vor der Halbzeit entscheidet Schiedsrichter Winkmann nach einem vermeindlichen Handspiel McKennas auf Elfmeter. Diese Entscheidung sehen doch einige Gelehrte als deutliche Fehlentscheidung an. In der Folge ist der FC völlig konsterniert und geht sang und klanglos unter. Reine Spekulation, ob der FC ohne diese Fehlentscheidung so untergegangen wäre, da das Team – auch nach der Niederlage gegen Wolfsburg – nicht besonders gefestigt war.

  • 4. Spieltag:

Ein Chaos-Spiel – an dem der Schiedsrichter Meyer direkt beteiligt war. Mit geführten 3 Fehlentscheidungen und gefühlten deutlich mehr Entscheidungen gegen den FC wurde das Spiel durch den Scheidsrichter maßgeblich beeinflußt. Ein zu unrecht gegebener Elfmeter gegen den FC und zwei nicht gegebene Elfmeter – einen für den HSV, einen für den FC – sprechen eine deutliche Sprache. Unterm Strich ein glücklicher Sieg, der souveräner hätte ausfallen können gegen konsternierte HSVler.

  • 5. Spieltag:

Scheidsrichter Weiner pfeifft ein Spiel des FC – ganz sicher keine glückliche Wahl: Weiner fällt doch des öfteren unverständliche Entscheidungen gegen den FC. Innerhalb von 5 Minuten entschied Weiner durch zwei Elfmeter gegen die Kölner bereits das Spiel. Highlight ist die rote Karte gegen Miso Brecke wegen rohem Spiel. Über diese Entscheidung darf man mehr als nur zweifeln. Insbesondere über das Urteil des DFB, Brecko anschließend für 3 Spiele zu sperren. Gegen Nürnberg wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, aber nicht, wenn man statt gegen elf gegen zwölf Mann spielt. Zwei Elfmeter und eine rote Karte gegen den FC sprechen Bände.

  • 7. Spieltag:

Zwar gewinnt der FC wie man so schön sagt kaltschnäuzig gegen Hoffenheim, jedoch entscheidet sich Scheidsrichter Sippel in der 43. Minute gegen den FC und wertet den Zweikampf zwischen Peszko und Vorsah nicht als Foul des Hoffenheimers und verweigert dadurch – wieder einmal – einen Strafstoß.

  • 8./9. Spieltag:

Ausgleichende Gerechtigkeit? Man weiß es nicht, jedenfalls kommt der FC glücklich bei den Entscheidungen dieser Spieltage heraus – zwei Tore wegen vermeindlichen Abseits nicht gegeben, ebenso einen Elfmeter nicht gegeben. Erfolgstechnis sprang indes nur ein Erfolg gegen Hannover 96 heraus, der aber nicht unverdient war.

  • 12. Spieltag:

Weiner – wieder einmal Weiner … was sich Schiedsrichter Weiner zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Bremen erlaubt hat war sehr grenzwertig. In einer spielentscheidenden Phase nach dem Bremer Anschlusstreffer verweigert Weiner – mal wieder – einen berechtigten Elfmeter gegen den FC nach Naldos deutlichem Handspiel. Im direkten Gegenzug entscheidet Weiner merkwürdigerweise auf ein Foul von Sereno im Strafraum mit roter Karte und anschließendem Elfmeter. Sereno mag Rosenberg gefoult haben, keine Frage, aber der Ball und die Spielsituation waren dermaßen weit weg, dass man niemals davon sprechen kann, dass Sereno eine Torchance klar vereitelt hätte. Was sich Weiner wieder einmal innerhalb von 5 Minuten geleistet hat ist unglaublich gewesen.

  • Fazit:

Fünf Elfmeter gegen den FC – wovon bei weitem die Wenigsten berechtigt waren. Drei nicht gegebene Elfmeter im Gegenzug. Krasse Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Phasen und 2 rote, eine gelb-rote Karte gegen den FC für Fouls, die bei anderen Vereinen nicht mal gepfiffen werden.

Man sagt ja: Fehlentscheidungen gleichen sich über die Saison aus, aber es zeigt sich doch, dass im Zweifel gegen den FC gepfiffen wird. Das kann natürlich unterirdische Vorstellungen des Teams nicht entschuldigen, aber gerade in dieser Saison stehen die Schiedsrichter enorm unter Beobachtung, da nicht nur bei Spielen vom FC sehr merkwürdige Entscheidungen getroffen werden. Ärgerlich ist es aber dennoch.

Nur, damit man mich hier nicht falsch versteht: Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen und direkt zu fällen und Fehler sind eben menschlich, genau das ist auch das Salz in der Suppe. Auf technische Unterstützung möchte ich dabei gerne auch in Zukunft verzichten. Nur schmeckt einem eben die Suppe nicht mehr, wenn sie versalzen ist. Aber was macht denn noch Spaß, wenn man sich als Fan nicht mehr über die versalzene Suppe aufregen darf? ;)

SierraXTC am 28.09.11 um 18:50 Uhr

“DAS ENDE
ist noch nicht vorbei”

Multi-/Media

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Die Ärzte - DAS ENDE ist noch nicht vorbei
image by Die Ärzte

Die “Beste Band der Welt” geht kommendes Jahr wieder auf Tour und für mich war klar, dass ich dabei sein werde: Mein bisher erstes und auch einziges Konzert hat sich dabei nachhaltig festgebrannt, so dass ich die Band live unbedingt nochmal erleben wollte.

Netterweise hab ich auch noch ‘n paar Leute zum Mitkommen motivieren können und konnte überhaupt noch Tickets ergattern. Kaum zu glauben, wie schnell die Konzerte teilweise ausverkauft waren, bzw. die Innenraum-Plätze ausgebucht waren. Nun ja, ich bin auch keine 29 Jahre mehr, von daher tut’s ausnahmsweise auch mal Unterrang in der Hoffnung, dass die Plätze ganz gut sind.

Dabei sein ist das Wichtigste – Dabei bin ich:

  • Freitag, 25.05.2012 – Oberhausen – König-Pilsener-Arena
  • Mittwoch, 27.06.2012 – Köln – Lanxess Arena

Die Ärzte .. Das ENDE - ist noch nicht vorbei

Das wird ein Fest! :lol:

SierraXTC am 14.08.11 um 16:45 Uhr

Desolat

Fußball

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Vereinswappen 1.FC Köln
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Es ist bei weitem keine Enttäuschung, es ist Frust. Ich war wirklich richtig sauer nach dem desolaten 1:5 beim FC Schalke 04. Warum? Warum ich damit nicht gerechnet habe? Warum ich immernoch weltfremd vor jeder Saison das Positive im FC sehe? Tja, das ist wohl das typisch kölsche Fantum. Nun gut, in meinen Augen gab es durchaus Anlass optimistisch auf diese Saison zu blicken. Für das Auftakt-Programm hat es die DFL ausnahmsweise gut mit dem FC gemeint.

Letzten Endes stand der FC am Ende der vergangenen Saison nicht schlecht dar: Sechstbeste Rückrundenmannschaft, trotz teilweise unterirdischer Leistungen in fremden Stadien. Ein Team, welches die Handschrift vom Trainer Schaefer trug. Ein neuer Konzepttrainer, der vielleicht nicht die Erfahrung mitbringt, aber das System vom neuen Sportdirektor tragen sollte. Ein Wunschspieler des Sportdirektors, der durchaus die Qualität im per se schwachen Mittelfeld heben könnte. Warum sollte man da nicht optimistisch sein?

Es kam der letztjährige Tabellen-Fünfzehnte, Auswärts ging’s zum letztjährigen Tabellen-Vierzehnten und mit dem FCK kommt nun auch ein Team, welches tendenziell auf dem Niveau des FC eingeschätzt werden konnte. Ein Auftakt mit 7 Punkten aus diesen drei Spielen wäre möglich gewesen. Es hätte einen ruhigen Saison-Start bedeutet und dem Trainer ein ruhigeres Arbeiten ermöglicht. Nein, das ist keine Utopie, das war durchaus realistisch: Der VfL hat sich im Pokal grenzenlos blamiert und stellt sicher keinen Aspiraten für internationale Plätze dar. Schalke befindet sich im Um- oder Aufbruch, was auch immer, dieses Team ist ebenfalls keine Ausnahmemannschaft und (zumindest) im heimischen Stadion liegt einem Schalke.

Die Zweifel, die einem bei der 1:2 Testspiel-Niederlage gegen Arsenal aufkamen wischt man schnell weg: Es war nur ein Testspiel, und so schlecht sah das im Gesamten nicht aus. Überzeugend war der Sieg gegen Wiedenbrück im Pokal nicht, aber er war souverän. Eine eigentlich ganz gute Ausgangslage um mit einigem Selbstvertrauen den Saison-Auftakt vor heimischen Publikum anzugehen. Immerhin war der FC stellenweise zuletzt zu Hause eine Macht.

Was dann kam, war unterirdisch: Ja klar kann man sagen, elendiger Pessimist, einfach in die gleiche Kerbe schlagen wie die kölschen Medien und nun alles schlecht schreiben. Als FC-Fan ist man Leid gewöhnt. Man ist auch Niederlagen und Niederlagen-Serien gewöhnt. Aber das, was in den vergangenen 180 Spielminuten passiert ist, ist ein Offenbarungseid gewesen.

Man rufe sich mal kurz in Erinnerung: 19.03.2011 – der FC geht sang und klanglos 6:2 in Hamburg unter. Nur wenige Tage später, am 24.04.2011 überrollt der Abstiegskandidat VfL Wolfsburg zu Hause den FC mit 4:1. Schon in der Rückrunde ist das Team auswärts bei Rückständen auseinander gebrochen. Muß man extra erwähnen, dass die Abwehr vom FC die zweitschlechteste der Liga war/ist? Und jetzt knüpft die Mannschaft genau da an.

Wenn man genau hinschaut, dann weiß jeder FC-Fan auch, dass man nur erstklassig spielt, weil Rensing eine überragende Rückrunde gespielt hat und durch seine Paraden die Mannschaft im Spiel – und letztlich in der Liga gehalten hat. Man kann reichlich konjunktive benutzen, was wäre gewesen, wenn Mondragon in der Rückrunde im Tor gestanden hätte und in der Rückrunde bei Rückständen im eigenen Stadion … lassen wir das.

Aber da war die Idee .. die Idee, mal abseits vom kölschen Klüngel vielleicht das machen, was im Moment in der Liga gang und gäbe ist: Konzeptarbeit. Mit Volker Finke wurde jemand verpflichtet, der da Struktur rein bringen könnte. Wenn Köln eben nicht Köln wäre …Mit Schaefer stand ein Trainer zur Verfügung, welcher dem Team zumindest einige Ansätze vermitteln konnte. Und das Stale Solbakken grundsätzlich langfristig denkt ist sicher auch nicht falsch.

„Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft.“

Udo Lattek

Trotzdem: Warum muss man unnötigerweise ‘n Fass aufmachen und dem Medienliebling als erste Amtshandlung die Binde wegnehmen? Unnötig: Egal ob man aus Norwegen kommt oder nicht, niemand im Verein wäre so naiv, Solbakken nicht auf die rheinischen Medien vorzubereiten. Ganz gleich, ob Poldi nun ein toller Spielführer ist oder nicht, ich mach doch nicht einfach ‘n Nebenkriegsschauplatz auf, der mich in meiner Position schwächen kann. Keine Frage, wenn in der Winterpause der FC auf Platz 9 gestanden hätte, Solbakken Fuß gefaßt hätte, dann hätte er .. ach ja, die Konjunktive wieder.

Nichtsdestotrotz: Ich würde es gerne sehen, wenn Finke und Solbakken die Möglichkeit bekommen Ihre Idee bis zum Ende durchzuziehen. Aber ich befürchte, die beiden werden bei einer weiteren Niederlage sehr schnell aus Ihren Ämtern geschrieben. Denn bei aller Fan’schaft, die individuell unbestritten vorhandene Klasse der Spieler im Team reicht nicht aus um die Klasse zu halten, wenn aus Einzelkämpfern nicht endlich ein Team wird, das auch nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, wenn es zurück liegt.

Ganz realistisch muss man festhalten, dass es vermessen wäre anzunehmen, dass der FCK nicht auch die Schwächen der Kölner Hintermannschaft ausnutzen kann. Von 3 Punkten am Samstag ist der FC meilenweit entfernt. Das wird eine ganz schwere Saison, den Grundstein dafür hat sich das Team in den vergangen Spielen selbst gelegt. Es bleibt nun abzuwarten, wie das Umfeld reagiert. Untypisch, so dass Finke und Solbakken etwas aufbauen können, oder typisch Kölsch, in dem die Unruhe geschürt wird und mittelfristig gar überhastete Trainerwechsel stattfinden. Dann muss man – angesichts der finanziellen Lage befürchten, dass am Rhein die Lichter ausgehen können. Ob das zielführend ist sollte man sich im Geisbockheim und in den Verlagshäusern rund um den Dom genau überlegen.

„Et hätt noch immer jot jejange.“

kölsches Sprichwort
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