
Tags:
Last.fm
|
|
Ja – Last.fm gibt es noch und auch ich bin noch stetig am scrobblen. Aber ich muß feststellen, das Interesse an diesem eigentlich innovativen Web2.0-Dienst schwindet zunehmend. Je mehr Features und Updates in den Dienst integriert |
werden, desto mehr bekomm ich das Gefühl, daß die Usability auf der Strecke bleibt. Durch den verkündeten Aufkauf von Last.fm durch den Medien-Konzern CBS kommen, neben vielen offenen Fragen für mich als Nutzer, nun scheinbar auch Videos mit in das Portal.
Aber, der Reihe nach: Das Febuar-Update ging damals schon spurlos an mir vorbei. Den Sinn der Playlist, von interaktiven Charts und noch mehr “more social” geht mir seit je her ab. Ich hab mein amaroK, was scrobbled und mir “Recommandations” anzeigt. Ich brauch weiß Gott nicht mehr regelmäßig auf meine Profil-Seite gehen und mich dort umschauen. Zumal, wie gesagt, mich dieses Social-Network nicht weiter tangiert und ich eigentlich bisher nur an den persönlichen Statistiken interessiert war. Nett fand ich noch das Gimmick des Event-Kalenders, des Freundeskreises und der Gruppen, sowie den Wiki-mäßigen Informationen über Künstler. Aber darüber hinaus waren alle anderen Möglichkeiten, die Last.fm mir als kostenlosem Nutzer bietet für mich overkill.
Seit einigen Tagen hab ich meine Profil-Seite – und auch ab und zu mein Dashboard – wieder im Browser im Blick. Natürlich in “Frickle-Ware 2.0” weil die überladene AJAX-Seite Opera an den Rand des Wahnsinns treibt. Neben den ganzen Gimmicks ist und bleibt der Server generell IMHO träge.
Darüber hinaus finde ich mich mittlerweile in der Aufteilung der Seite gar nicht mehr zu recht. Oben eine Navigations-Leiste, darunter Profil-eigene Navigationselemente, darunter ein weiterer Absatz mit Neuigkeiten und Spracheinstellungen und weitere Navigationselemente. Wiederum weiter unten auf der Seite verstreut – irgendwie IMHO nicht konsequent zusammen gefaßte – Themen rund um Last.fm. Dabei ist ein gezieltes auffinden von Unterseiten über die deutsche Lokalisation kaum möglich, weswegen ich entgegen nervtötender Hinweise über die ermittelten Spracheinstellungen des benutzten Browsers nach wie vor die englische Navigation bevorzuge.
Ich wollte grad eigentlich “nur” mal wieder ein Konzert eintragen. Das Problem war das “nur” .. entweder ich bin blind, oder die Seite ist wirklich so unübersichtlich. Einen direkten Link zum Eintragen eines “Events” hab ich weder auf der globalen Event-Seite noch auf der persönlichen Event-Seite gefunden. Ich weiß gar nicht, wie ich letztlich zu der entsprechenden Seite gekommen bin.
Dazu kommt, daß auf meine persönlichen Daten, die bei Last.fm von mir freiwillig auf reinem Vertrauensverhältnis hinterlegt wurden, nun ein US-Medienkonzern Zugriff haben wird. 280 Millionen US-$ wurden von CBS sicherlich nicht nur bezahlt, weil der Dienst an sich so toll ist und man den Machern eine größere Chance bieten möchte um das Projekt auszuweiten. Last.fm ist ein Web2.0-Startup mit mehreren Millionen Nutzern, die einem ehemals kleinem Startup mit noch halbwegs transparenten Geschäftsmodellen sich anvertraut haben. Sowas weckt beim Big-Business nun mal begehren. Zumal neben dem Killer-Schlagwort Web2.0 auch noch eine gehörige Portion Social-Networking drin steckt. Dem gemeinen Endanwender – auch den treuen “Subscribern” – bleibt nunmehr wieder mal nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie CBS Substanz aus Last.fm zieht und mit wachem Auge die Newsmeldungen auf einschlägigen Seiten abzuwarten. So ganz entspricht das meinem Geschmack nicht.
Aber was kostet die Welt, ich zahl’ mit meinen Daten – let’s scrobble on