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seufzIn unregelmäßigen Abständen lassen sich die Hammer Verkehrsbetriebe lustige Fahrplanänderungen einfallen. Dieses Jahr ist es mal wieder soweit, der Hammer Osten ist mal wieder vom Ideenreichtum der Planer betroffen.
Der neue Busfahrplan der Stadt Hamm tritt am Montag, dem 12. April 2010, in Kraft.
.. reicht ja auch völlig aus, wenn man die Kunden weniger als 4 Wochen im Vorfeld über die Änderungen informiert.
Im Hammer Osten wird die neue Linie 18 der Verkehrsgesellschaft Breiten-bach zusätzlich zur Linie 6 und Linie 33 über die Marker Allee geführt und verdichtet das bisherige Angebot zu einem 20-Minuten-Takt von Montag bis Sonntag.
Zusätzlich klingt immer gut – im Marketingsprech sind die Verkehrsbetriebe schon mal spitze. Was nicht so ganz offensichtlich hervorgehoben wird, ist die Tatsache, das die Linie 18 nicht zusätzlich den Osten bedient, sondern auf der Strecke zwischen Innenstadt und Maxipark die Linie 28 ersetzt. Schon erscheint diese Nachricht in einem etwas anderen Licht.
Die Linie 28 der Verkehrsgesellschaft Breitenbach erhält eine komplett neue Linienführung vom Maximilianpark über die Kölnische Straße und Dinker nach Soest.
Die neue Linienführung beinhaltet dabei so ungefähr kaum mehr eine Haltestelle der alten Linienführung. Gut, ob die Linie 2818 nun über die Ostenallee oder die Marker Allee fährt und letzten Endes nicht viel anders fährt als die Abendroute ab 20 Uhr ist gehoppst wie gesprungen. Relevant wird es erst dann, wenn quasi ein ganzes Dorf – mit Anspruch auf Anbindung an den ÖPNV – drunter leidet.
In allen veröffentlichten Meldungen findet sich dabei z.B. nicht der entscheidende Hinweis darauf, das man neuerdings nur noch alle 2 Stunden – und das auch nur (abgesehn von zusätzlich eingesetzten Bussen in frühesten Morgenstunden) zwischen 9 und 17 Uhr – ins verschlafene Nest Braam via Linie 28 mit der neuen Linienführung kommt. Starker Tobak – immerhin sind mir, dank meines Pendlerlebens, durchaus mehrere Pendler bekannt, die aus dem Nest versuchen ihre Arbeit in Dortmund zu erreichen. Hin dürfte so grade noch machbar sein – mit Umstieg am Maxipark (hach, wie bequem) – für den Rückweg wird man aber höchst unflexibel sein.
Zug in Dortmund 5 Minuten Verspätung? Pech, 2 Stunden warten in Hamm … (Überspitzung gewollt).
Grundsätzlich gilt für die Planungen in Hamm – und das schon seit Jahren – gut angebundene Stadtteile werden in der Anbindung weiter verbessert. Gebiete, in denen der Zustieg – u.a. auf Grund der Bevölkerungsdichte und der unterschwellig seit Jahren verfolgten Politik nach dem Motto: “Was wohnst Du auch am Arsch der Welt, kauf Dir ‘n Auto!” – eh schon gering ist, werden immer weiter vom ÖPNV ignoriert.
Ganz ehrlich, wenn ich nicht umgezogen wäre an einen Ort, wo mir zwischen 4 Uhr 30 und 23 Uhr quasi alle 15 Minuten ‘n Bus über die Schlappen fährt, ich würd mich immer weiter verarscht fühlen. Für die Kohle, denen man den Verkehrsbetrieben in den Rachen werfen muss ist das echt frech. Und komm mir keiner mehr mit: Das sei ja immernoch ach so viel billiger als Individualverkehr – ich wiederhole mich gerne, aber die verlorene Zeit, die man mit der Futt in Nahverkehrsmitteln zubringt bekommt man für kein Geld der Welt zurück.