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SoftwareDas zumindest sind so auf’s Wesentliche zusammen gefaßte Inhalte, die ich aus dem Beitrag auf pro-linux ziehe. Dort wurde ein Interview von Richard M. Stallmann zusammen gefaßt. Und wie so oft kann ich bei dem Fanatismus, den Stallmann an den Tag legt, nur die Hände über’m Kopf zusammen schlagen.
(..) Die Freiheit der Software und die Unmöglichkeit, diese Freiheit wieder zu verlieren, ist für ihn weiterhin das zentrale Anliegen. Für dieses Ziel dürfen keine Kompromisse eingegangen werden, selbst wenn dies bedeutet, weniger Benutzer zu erreichen.
Das heißt für mich, die FSF sucht Entwickler, die Software entwickeln für Leute, die sie nicht einsetzen werden? So schön der Hintergedanke hinter freier Software auch ist, so gänzlich verfehlt die Politik, die mit dieser Software betrieben werden soll schlicht die Praxis. Was bringt ein Kampf für freie Software, wenn freie Software nur ein Nischenprodukt bleibt?
(..) Linux ist nach Stallmans Auffassung kein Betriebssystem, sondern nur der Kernel eines freien Betriebssystems, das zumindest anfänglich bis auf den Kernel vollständig von GNU kam. Es sollte daher GNU/Linux genannt werden. (..)
Dieser Aspekt wird von Stallmann auch immer wieder auf’s Neue aufgewärmt. Ich weiß wirklich nicht, ob’s an dieser extremen Sichtweise von Stallmann liegt, daß er auch 16 Jahre danach noch auf der Thematik herum reitet, oder ob’s vielleicht doch der Neid ist – die Mißgunst, das ein kleiner Student in kürzerer Zeit das geschafft hat, was die FSF innerhalb von 20 Jahren nicht auf die Kette bekommen hat: ‘n Kernel der auch funktioniert.
Wer seine Freiheit nicht verlieren will, solle Torvalds lieber nicht folgen.
Markige Worte. Wenn man bedenkt, daß für Stallmann auch nur freie Software dem Anwender Freiheit gibt. Wenn ich dies an mir selber fest mache, dann habe ich für mich eigentlich mehr Freiheiten, wenn ich mehr Alternativen habe. Alternativen, geschweige denn überhaupt Lösungen, kann mir der Pool an freier Software alleine auch nicht in allen Bereichen bieten. Entweder ich lasse mich also Einschränken und verliere dafür im Sinne von Stallmann meine Freiheit nicht, oder ich bin völlig frei in der Nutzung, aber habe im Sinne von Stallmann keine Freiheit. Ich entscheide mich da doch eher für letzteres …
Der Kampf für freie Software ist in gewisser Weise auch ein Krieg gegen Microsoft (..)
Kampf .. Krieg – es geht hier um politische Grabenkämpfe, die Stallmann auf dem Rücken von Entwicklern und Anwendern austrägt. Wer vom Krieg gegen Microsoft spricht und generell jede nicht freie Software ablehnt, betrachtet die Situation viel zu radikal. Sicherlich braucht es die Initive der FSF und einen Messiahs, der vorran schreitet. Aber um seine Ziele vielleicht verwirklichen zu können sollte man wohl nicht zwingend mit dieser Engstirnigkeit vorran schreiten. Damit läuft man oft genug vor die Wand.
Ob die freie Software-Bewegung diesen Krieg gewinnen kann, hängt davon ab, ob sich die Anwender die Einschränkungen proprietärer Software weiterhin bieten lassen. So fragt Stallman die Leser: »Werden Sie für Ihre Freiheit kämpfen? Werden Sie Windows und Mac OS X und andere unfreie Software ablehnen und zu GNU/Linux wechseln? Oder sind Sie zu faul, um sich zu widersetzen?«
*hm* dann bin ich wohl faul – ich würd es zwar eher pragmatisch nennen, aber sowas scheint nicht ins Weltbild von Stallmann zu passen: Anwender, die mit ihrem Arbeitsgerät auch Ergebnisse erzielen wollen, bzw Entwickler, die mit ihrer Software Anwendern Möglichkeiten bieten könnten, ihre gewünschten Ergebnisse überhaupt erzielen zu können. Für mich ist das einfach völlig an der Praxis und Realität vorbei, was Stallmann seit Jahren in Bezug auf freie Software propagiert.
Ich hab kein Anschauungsobjekt vor mir stehen, was ich lediglich stolz betrachten kann, nur weil dort nur freie Software installiert wurde, sondern ich möchte mit dem Computer und der Software etwas erreichen. Surfen, programmieren, Dokumente verfassen, Musik hören, was auch immer. Zunächst gibt es nicht für alle Anwendungsbereiche freie Lösungen und zum anderen möchte ich auch Lösungen, die mir entgegen kommen. Deswegen benutze ich Linux GNU/Linux, weil es für mich funktioniert und mir die passenden Werkzeuge bietet, die ich woanders möglicherweise nicht bekomme. Natürlich seh ich auch den Vorteil von freier Software unter sinnvollen Lizenzen und kann den durchaus auch unterstützen. Aber nur, weil mir beispielsweise Opera den Code meines Browsers nicht zur Verfügung stellt, kann ich trotzdem noch Nachts gut schlafen.
Und wenn irgendwann ein Software-Projekt einen Browser unter der GPLv3 veröffentlicht, welcher mich mehr anspricht als Opera, dann benutz ich eben den – und find’s positiv, daß es freie Software ist und dort Programmierer zu unserer gemeinsamen Freiheit ein Stück beigetragen haben. Aber deswegen führe ich keinen Krieg, nur weil ich meinen Rechner benutzen möchte. 