SierraXTC am 28.06.10 um 10:27 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, Länderspiel, WM 2010Ungünstige Umstände zwangen mich dazu, beinahe dieses Spiel verpasst zu haben. So war es mir nicht vergönnt, die ersten 30 Minuten sehen zu können. Dann haut man sich doch noch abgehetzt vor die Glotze und siehe da, man sieht, wie England Tore schießt. Das hatte ich mir zumindest anders vorgestellt. Aber letzten Endes ging’s ja gut.
Statistisches
Deutschland:
Neuer (4,5) – Lahm (3,5), Mertesacker (3,5), A. Friedrich (1,5), Boateng (5) – Khedira (4,5), Schweinsteiger (1,5) – T. Müller (1) (72. Trochowski (-)), Podolski (2) – Özil (2) (83. Kießling (-)) – Klose (2) (72. Gomez (-)
England:
D. James – G. Johnson (87. Wright-Phillips), Terry, Upson, A. Cole – Lampard, Barry – Milner (64. J. Cole), Gerrard – Defoe (71. Heskey), Rooney
Tore:
1:0 (20.) Klose
2:0 (32.) Podolski
2:1 (37.) Upson
3:1 (67.) T. Müller
4:1 (70.) T. Müller
Gelbe Karten:
A. Friedrich – G. Johnson
Zuschauer:
40510 – Free State
Das Spiel
Zu den ersten Minuten kann ich diesmal wenig sinnvolles beitragen, aber ich hörte, dass das deutsche Team die englische Hintermannschaft schwindelig gespielt haben soll. Immerhin konnte sich Klose dann auch gut gegen einen einfach nur hinterher laufenden Verteidiger durchsetzen und elegant zur Führung einschieben. Podolski trifft offensichtlich keine leichten Bälle, er muss fast schon im 90° Winkel zum Tor stehen, damit er die Dinger auch versenkt. Was danach aber passiert ist, war gruselig. Kollektiver Tiefschlaf in der deutschen Hintermannschaft ermöglicht ein Gegentor, das mit freundlicher Unterstützung von Neuer erst möglich wurde. Auch beim nicht gegebenen “Wembley”-Tor sah in meinen Augen der deutsche Keeper nicht so gut aus. Er wirkte in einigen Situationen sehr fahrig. Zu hoffen bleibt, dass Neuer gegen Argentinien wieder eine Weltklasse-Leistung abruft, immerhin schafft er sowas meist im Anschluß an ein eher schwächeres Spiel.
Nach dem Pausentee prüften die Engländer noch mal die Qualität des Aluminiums nach einem Freistoß. Dabei hatte insbesondere wieder Neuer viel Glück, da er sich bei dem Schuß merklich verschätzte. Während England auf den Ausgleich drückte konterten die Deutschen schnell und kombinationssicher. Auch der englische Keeper verteilte Gastgeschenke und ließ den Ball von Müller gnädig zum 3:1 gewähren. Gerade noch den Ball aus dem Netz geholt, rappelte es das nächste Mal im Karton. Wieder Müller, welch ein Spiel. Der Keks war gegessen, England geknickt und Jogi ließ ein paar Reservisten noch über den Platz traben.
Weisheiten
Ganz ehrlich: Im Gegensatz zum Ghana-Spiel war mir nicht bange. Ich hatte stark vermutet, dass England nach Hause geschickt wird. Das es aber so deutlich und zum Teil sogar so überzeugend geschehen ist hätte ich selbst nicht für möglich gehalten. In der Vorwärtsbewegung war das zum Teil wirklich sehr guter Fußball. Sicherlich auch ein probates Mittel um im Viertelfinale gegen Argentinien mitspielen zu können. Dafür gönnte sich die gesamte Hintermannschaft einen kollektiven Tiefschlaf. Sowas wird von harmlosen Engländern glücklicherweise nur bedingt bestraft. Gegen Argentinien können wir damit aber einpacken. Denn getreu dem Klinmannschen Motto “Vorne mehr schießen als hinten kassieren” werden wir gegen den Gegner keine Chance haben. Daher muss man sich gegen Argentinien nochmals steigern. Auch wenn die Schiedsrichter freundliche Unterstützung zum Weiterkommen der Argentinier geleistet haben: Das Team von Maradonna gehört in meinen Augen zu den derzeit wohl stärksten Mannschaften dieser WM.
Honk des Tages:
Ich kann mich irgendwie nicht zwischen Flattermann Neuer und dem offensichtlich blinden Linienrichter entscheiden. Für beide war’s ein großartiger Tag..
SierraXTC am 25.06.10 um 11:03 Uhr
 Tags: Deutschland, feiern, Holland, Länderspiel, WM 2010Der fremde Kontinent mit all seinen Gefahren fordert seine ersten Opfer:
Frankreich
Italien
- Spanien
- England
- Argentinien
- Niederlande
- Brasilien
- Deutschland
“Was hab ich mich gefreut, dass Italien raus ist. Ich hatte einen inneren Reichsparteitag”

Zusammenfassung
Zwei Wochen genießt man nun im alten Europa die WM im fernen Südafrika. Während bei uns langsam das Wetter feststellt, das wir wieder ein Sommermärchen benötigen, frieren sich unsere Fußballer am Kap den Poppo ab. Ein Wintermärchen findet derweil jedoch für viele Mannschaften nicht statt. Gerade die vermeindlich großen Teams aus Europa präsentieren sich in Südafrika in einem desolatem Zustand. Für Frankreich, Italien und England reichte es zusammen zu gerade einmal einem Sieg. Die Gegner waren nicht etwa Brasilien, Portugal, Argentinien und die Niederlande, nein es waren Neuseeland, Slowenien und Südafrika.
Ich will mich – gerade nach dem Spiel gegen Ghana – nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber von dem, was bisher über die Bildschirme flimmerte, waren die Leistungen der Deutschen, der Argentinier und der Brasilianer noch die ansprechensten. Nur wissen wir alle: Einigermaßen attraktiver Fußball wird nicht Weltmeister. Da trifft es sich gut, das der deutsche Knabenchor gerade zum letzten Vorrundenspiel seine Effektivität wiedergefunden hat.
Wie immer wachsen auf anderen Kontinenten Teams über sich heraus, mit denen im Vorfeld niemand gerechnet hat. Diesmal leidet neben Europa auch der Gastgeber-Kontinent unter extremen Schwächeperioden. Überragend präsentiert sich hingegen Südamerika. Bis jetzt stellt Südamerika schon drei Gruppensieger und mit Brasilien und Chile besitzen zwei weitere Teams noch die Chance den ersten Platz in der Gruppe zu erlangen. Die Chancen stehen also gut, das in Südafrika eventuell eine südamerikanische Mannschaft wieder einmal den Pokal holt. Rein “statitistisch” wären “sie” auch wieder dran: Seit 1962 in Chile wurde immer abwechselnd ein europäisches und ein südamerikanisches Team Weltmeister.
Ich habe damals™ schon geschrieben, das ich nicht der Ansicht war, das Italien einen besonders tollen/würdigen Weltmeister abgegeben hat, was eben an dem Fußball, den sie spielen, und der damit einhergehenden Theatralik liegt. Auch die Franzosen haben sich weder 2006 (trotz des tollen Kampfes gegen Brasilien), noch 2008 und erst recht nicht 2010 besonders mit Ruhm bekleckert. Von daher liegt es mir fern, diesen beiden Teams eine Träne nachweinen zu müssen. Gleiches gilt eigentlich seit 4 Jahren auch für den Fußball von der Insel. Die Auftritte sind selten überzeugend gewesen. So denke/befürchte ich, das – sollten “die deutschen Panzer” (O-Ton des britischen Boulevards) die Engländer wieder “überrollen“, evtl schon gegen eine spielstarke argentinische Mannschaft Schluß mit lustig sein könnte.
Von daher prophezeihe ich: Im WM-Finale steht mindestens eine südamerikanische Mannschaft.
SierraXTC am 24.06.10 um 16:19 Uhr
SierraXTC am 24.06.10 um 09:49 Uhr
 Tags: Deutschland, Fußball, Länderspiel, WM 2010
Dieses Gefühl sollte sich bis zum Anpfiff nicht ändern – und in der Tat, ich war durchaus nervös.
Statistisches
Ghana
Kingson – Paintsil, Jonathan Mensah, John Mensah, Sarpei – Annan – Asamoah, K.-P. Boateng – Tagoe (64. Muntari) – A. Ayew (92. Adiyiah) – Gyan (82. Amoah)
Deutschland:
Neuer (2) – Lahm (2), Mertesacker (4), A. Friedrich (2), Boateng (3,5) (73. Jansen (-)) – Khedira (3,5), Schweinsteiger (2,5) (81. Kroos (-)) – T. Müller (3) (67. Trochowski (-)), Podolski (3) – Özil (3) – Cacau (5)
Tore:
0:1 (60.) Özil
Gelbe Karten:
A. Ayew – T. Müller
Zuschauer:
83391 – Soccer City
Das Spiel
Offensichtlich war nicht nur ich nervös: Der Beginn der Deutschen war vom unsicheren Auftreten geprägt. Erst mit zunehmender Spieldauer übernahm die deutsche Elf die Kontrolle. Nur die Nervösität wandelte sich in Zögerlichkeit. In der Folge fehlte die Sicherheit im Passspiel, sowie der Zug zum Tor. Hin und wieder trug eine der gelegentlichen Ballstaffetten die Kirsche mal vor’s Tor von Ghana, jedoch fehlte jegliche Präzision im Abschluss. So machte man den Gegner unnötig stark, in dem dieser durch einige geschickte Konter das defensive Mittelfeld ins Schwimmen bringen konnte. Dafür war aber die Viererkette mit Manuel Neuer dahinter hoch konzentriert. Zumindest alle, bis auf Per Mertesacker. Irgendwann hatte Cacau einen lichten Moment und spielte einen Traumpass auf Özil, der frei vor Kingston auftauchte. Eine 150% Großchance zur Führung vergab Özil leichtfertig, als er den Torhüter anschoss, statt ihn einfach aussteigen zu lassen. Ansonsten war das Spiel geprägt von Krampf (Deutschland) und Unvermögen (Ghana).
Nach der Pause ging es wie gewohnt weiter: Deutschland bemüht und Ghana stand nur hinten drin. Die Chancen wurden jedoch auch nicht zwingender, so das erst nach rund einer Stunde gerade der Özil die Erleichterung brachte und Deutschland mit einem schönen Schuss aus rund 20 Metern die Kirsche im Netz versenkte. Danach war das Spiel gänzlich kaputt. Deutschland lief verwirrt dem Ball hinterher, den Ghana nicht zu kontrollieren wusste. Zwingende Chancen ergaben sich auf keiner Seite und man schien sich, trotz oder gerade wegen des Zwischenstands bei Australien gegen Serbien, in einem Nichtangriffspakt zu verlieren.
Weisheiten
Wenn’s um die Wurst geht, dann reisst sich die Mannschaft zusammen, bemüht sich und kommt irgendwie auch zum Erfolg. Eigentlich könnte an dieser Stelle die “Analyse” auch enden.
Betrachtet man jedoch die deutsche Gruppe, deren gegnerischen Mannschaften im Vorfeld als vermeintlich stark eingestuft wurden, lässt sich resümieren: In dieser Gruppe nicht das Achtelfinale zu erreichen, wäre ein absolutes Armutszeugnis gewesen. Australien, vor allem Serbien und erst recht Ghana waren definitiv keine Prüfsteine von hohem Niveau. Erschreckend, das gerade die letzten beiden Spiele, insbesondere der Kick gestern Abend, so mühsam waren.
Vorne fehlt es an Torgefahr: Die Chancen sind da, die Angriffe werden in vielen Fällen über gelungene Kombinationen gut eingeleitet. Aber der Abschluss ist mangelhaft, all dies überdeckte zu Beginn noch der der grandiose 4:0 Erfolg. Nur für den weiteren Tunierverlauf wäre etwas mehr Zielwasser hilfreich.
Der Rest – sofern gefordert und in sich sicher – spielt souverän. Selten glanzvoll, aber effektiv. Wurde aber vor allem in der Defensive bisher kein einziges Mal ernsthaft geprüft. Neuer bekam in 270 Minuten eigentlich nur einen einzigen Ball vors Tor und den konnte er beim besten Willen nicht abwehren. Das zeigt eigentlich schon, wie unterirdisch die Offensivaktionen der Gegner waren.
Mit England wartet ein – in meinen Augen – bequemer Gegner auf die Mannschaft. Man unterschätzt den Gegner nicht unterbewußt, weiß sofort, worum es geht und wird mit dem Spiel der Engländer vermutlich weniger Probleme bekommen, als mit den Mauertaktiken von Serbien und Ghana. Eine realistische Chance ins Viertelfinale einzuziehen sehe ich. Bei der aktuellen Chancenauswertung steht es vermutlich nach 120 Minuten 0:0 und wir müssen den Engländern mal wieder zeigen, wie man Elfmeter schießt. Wär nur in sofern Schade, als dann viel Kraft für das Spiel gegen Argentinien verloren geht.
Honk des Tages:
Entfällt ausnahmsweise, da ich weder dem Kommentator zugehört hab, noch der Schiri unnötig aufgefallen ist und auch sonst keiner ‘nen Elfmeter verschossen hat.
SierraXTC am 23.06.10 um 07:36 Uhr
 Tags: Deutschland, feiern, Fußball, WM 2010Vor fast genau vier Jahren schrieb ich es schon mal:
Wie war das damals noch: Fußball ist kein komplexes Spiel was man nur in langen Sätzen erklären kann,
“Football is a simple game: 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win.”
“Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen während 90 Minuten einem Ball nach und am Ende gewinnt Deutschland.”
So einfach ist das Damit wissen wir für heute bescheid
Und, wo wir gerade bei Parallelen zur WM 2006 sind: Damals™ schon, hatte ich die Leistung einiger “Unparteiischer” entsprechend bewertet. Erschreckend ist, das sich seit dem nichts geändert hat.

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