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WordpressBestehende Systeme durch Update-Vorgänge zu aktualisieren ist bisweilen ein schwieriges Unterfangen. Manche Systeme bringen von Hause aus Scripte mit, welche sich zum Ziel setzen, ein Update komfortabel einzuspielen. So der Paketmanager von Gentoo. Gerade Portage ist dafür ausgelegt ein System einmal zu installieren und kontinuierlich aktuell zu halten. Dennoch gibt es immer wieder Bugs Features, welche ein simples world update zu einem Höllenritt werden lassen.
Seit einiger Zeit fehlt nach – oder schon während – einem emerge -uv world ein symbolischer Link auf die Library libexpat.so mit der Bezeichnung libexpat.so.0. Der Paketmanager Portage empfiehlt ein sogenanntes revdep-rebuild um das System anzupassen. Bei diesem rebuild müssen scheinbar rund 1/3 aller installierten Programme neu gebaut werden. Das wäre alles nicht besonders erwähnenswert, wenn configure-Routinen explizit nach libexpat.so.0 suchen würden, die – bekanntlich – nicht mehr vorhanden ist.
Den revdep-rebuild-Prozess teste ich gerade auf meinem P3 800. Dabei brechen diverse Kompilier-Vorgänge ab und Portage wirft mit zumindest massig aussagekräftigen Fehlermeldungen um sich. Von Fehlern, die besagte Library suchen bis hin zu falsch gesetzten USE-Flags ist zur Zeit alles dabei. Dabei ist auf dem P3 gerade mal ein minimales Gentoo installiert.
Andere Freude bereiten mir die gepatchten Gentoo-Kernel-Sourcen für Laptops. Ich erwarte völlig naiv, daß eine bestehende Konfiguration ohne größere Probleme in eine neue Kernel-Version mit übernommen werden kann. Mit dem aktuellen Kernel werden die Partitionen der SATA-Festplatte mit /dev/sdaX angesprochen. Entsprechend sind grub und /etc/fstab konfiguriert. Mit gleicher Konfiguration und einem 2.6.22er-suspend-Kernel wollen die Partitionen wieder per /dev/hdaX angesprochen werden. Der Zusammenhang verschließt sich mir zur Zeit.
Wie bereits beschrieben ist ein Wordpress-PlugIn zum aktuellen Release inkompatibel. Scheinbar halten sich die Inkompatibilitäten noch in Grenzen: Lediglich das URL-Rewrite funktioniert nicht richtig. Versucht man über die TagCloud getaggte Artikel aufzurufen erhält man eine 404-Seite. So etwas finde ich relativ schade, da bisher ein einfaches Update der Rewrite-Rules aus Wordpress heraus das Problem behoben hat. Ansonsten kann man zumindest auf bestehende Tags zurück greifen und das PlugIn in seiner wesentlichen Funktionalität weiter benutzen.
Nun mal abgesehn von dem fehlenden Symlink zur libexpat.so, welcher als Workaround auch noch sehr simpel von Hand zu setzen ist, sind das keine besonders gravierenden Probleme. Aber es sind störende Kleinigkeiten, die einen z.T. einige, unnötige Stunden vor dem Rechner fesseln können um die Ursache zu beheben. Ich finde, daß nicht nur im ClosedSource-Bereich, sondern auch bei OpenSource-Entwicklern sich viele Mängel einschleichen, scheinbar je komplexer die entwickelte Software wird.
Etwas weniger bleeding edge und Beta würden so manch einem Nutzer das ein oder andere graue Haar ersparen. Akut zu Handeln, wenn Sicherheits-Lecks ausgenutzt werden können ist richtig, aber bei der Freigabe neuer Funktionalitäten oder Änderungen an grundlegenden Strukturen könnte so manch ein Entwickler – vor allem, wenn er IMHO die Zeit haben müßte – etwas mehr Engagement ins Qualitätsmanagement setzen.
So scheint sich aber im Software-Bereich die Entwicklung hin zum End-Anwender als Beta-Tester für finale releases abzuzeichnen. Da steht ein besagtes Software-Haus aus Redmond mittlerweile nicht mehr alleine da.